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Der bundesweite Lockdown wird heute sehr wahrscheinlich verlängert. Eltern sind besonders gespannt. Was heißt das für die Betreuung ihrer Kinder? Und welche Ansprüche auf Entschädigungsleistungen haben sie? Ein Überblick.

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Sonderurlaub: Fünf wichtige Infos für Eltern in Corona-Zeiten

Der bundesweite Lockdown wird heute sehr wahrscheinlich verlängert. Eltern sind besonders gespannt. Was heißt das für die Betreuung ihrer Kinder? Und welche Ansprüche auf Entschädigungsleistungen haben sie? Ein Überblick.

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Von
  • Anita Fünffinger

Wenn es wirklich nicht mehr anders geht: Mit diesen Worten kann man die Sonderregelungen für Eltern in der Corona-Pandemie zusammenfassen. Der Staat zahlt eine Entschädigungsleistung für Mütter und Väter, wenn sie keine andere Möglichkeit haben, ihre Kinder wegen geschlossener Schulen und Kitas anderweitig betreuen zu lassen. Allerdings hat diese Corona-Lockdown-Sonderregel einige Tücken, die Eltern unbedingt beachten sollten:

Punkt 1: Das Geld

Die Entschädigungsleistung beträgt nur 67 Prozent des Nettogehalts, also ein Drittel weniger. Bei Geringverdienern macht sich das sofort bemerkbar. Wer beispielsweise 1.400 Euro netto verdient, bekommt nur noch 938 Euro. Diese Sonderleistung ist auf maximal 2.016 Euro im Monat beschränkt. Somit haben also auch Gutverdiener weitaus weniger Geld.

Punkt 2: Der Zeitraum

Jeder Elternteil hat zehn Wochen lang Anspruch auf diese Leistung. Ein Elternpaar kommt damit auf 20 Wochen. Für Alleinerziehende gelten ebenfalls 20 Wochen. Jeder muss für sich aber durchrechnen, ob er 20 Wochen lang mit weitaus weniger Geld zurechtkommt oder nicht doch versucht, die Betreuung der Kinder irgendwie anderweitig zu organisieren.

Punkt 3: Der normale Urlaubsanspruch

Eben hat ein neues Jahr begonnen, also greift wieder der volle Jahres-Urlaubsanspruch. Sollten Arbeitnehmer also nicht besser während des Lockdowns ihren normalen Urlaub verbrauchen? Schließlich gibt es dafür das volle Gehalt. Dann hat man aber im Sommer möglicherweise keinen Urlaub mehr oder man kann später im Jahr nicht mehr frei nehmen, wenn man wegen familiärer Verpflichtungen dringend freie Tage bräuchte. Hier kommt es auch auf den Arbeitgeber an. Das Bundesgesundheitsministerium sagt dazu eindeutig: Der Arbeitgeber kann nicht verlangen, dass Arbeitnehmer gleich zu Beginn des Jahres ihren vollen Urlaub nehmen. So steht es in den FAQs des Ministeriums.

Am Ende ist es eine Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Und das liegt auch an Punkt 4 ...

Punkt 4: Das Wörtchen "zumutbar"

Eltern, die den Corona-Sonderurlaub in Anspruch nehmen wollen, müssen nachweisen, dass sie wirklich keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder haben. Ist also der andere Elternteil ohnehin zuhause, gibt es keinen Anspruch. Arbeitet der andere Elternteil in Teilzeit oder im Homeoffice, dann wird es schon schwieriger. Das Gesundheitsministerium ist grundsätzlich der Auffassung, dass ein Arbeitnehmer zuhause arbeiten und auf seine Kinder aufpassen kann. Es ist nun Auslegungs- und Verhandlungssache mit dem Arbeitgeber, ob das auch bei mehreren oder sehr kleinen Kindern gilt.

Noch schwieriger wird die Auslegung des Wörtchens zumutbar, wenn es für die Kinder eine Notbetreuung im Hort oder in der Kita gibt. Hier zeigt sich die Krux an Corona. Eltern können arbeiten, wenn ihre Kinder betreut werden. Werden sie aber betreut, haben die Kinder wieder mehr Kontakte und tragen so möglicherweise das Coronavirus in die Familien.

Ist es also zumutbar, das Kind in die Kita zu schicken oder lässt man es zuhause, um die Pandemie einzudämmen? Theoretisch müsste der Staat Letzterem zustimmen. Praktisch sagt das Gesetz: Die Eltern müssen Betreuungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.

Punkt 5: Mehr Corona-Urlaub mit vollem Gehalt

Eltern sollten zusätzlich zu ihrem Jahresurlaub Anspruch auf voll bezahlten Urlaub für die Betreuung ihrer Kinder haben. Dieser Vorschlag der SPD stößt bei der Union und bei Arbeitgebern bislang auf taube Ohren. Allerdings hatten sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten bei ihrem Treffen im Dezember darauf verständigt, an weiteren Lösungen für Eltern zu arbeiten.

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