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Corona: So ist die Lage in vier beliebten Urlaubsländern | BR24

© pa/dpa/Reinhard Pantke

Bliebtes Urlaubsziel in Kroatien: die Insel Korčula.

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Corona: So ist die Lage in vier beliebten Urlaubsländern

Ferienzeit ist Reisezeit. Viele fahren nach Kroatien, Österreich, Italien und Spanien in den Urlaub. Aber wie ist dort die Lage? Wie stark steigen die Neuinfektionen? Was gilt es zu beachten? ARD-Korrespondenten geben einen Überblick.

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Österreich

Immer mehr Infektionen unter Reiserückkehrern

Auch in Österreich gibt es eine steigende Tendenz von Covid-19-Infektionen speziell bei Reiserückkehrern. Im 24-Stunden-Vergleich wurden mit Stand Montag, 11.00 Uhr, 171 Neuinfektionen festgestellt, damit sind in Österreich aktuell 23.480 positiv Getestete registriert, 2.119 sind erkrankt, 719 Menschen seit Beginn der Pandemie an den Folgen von Corona verstorben. 1.029.644 Covid-19-Tests wurden in diesem Zeitraum durchgeführt.

Seit Montag, 0.00 Uhr, gilt in Österreich eine Reisewarnung für Kroatien. An den Grenzen zu Slowenien, Italien, der Slowakei und Ungarn sollen neben verstärkten Grenzkontrollen auch Testprogramme für Urlauberinnen und Urlauber aus Kroatien durchgeführt werden. Zusätzlich sollen Kontingente des österreichischen Bundesheeres im Rahmen des sogenannten Assistenzeinsatzes die Polizei bei den Grenzkontrollen unterstützen.

Freiwillige Corona-Tests

Für Rückkehrer, die zuvor zwischen dem 7. und dem 17. August aus Kroatien nach Österreich zurückgekehrt sind, gibt es die Möglichkeit von Gratistests nach telefonischer Anmeldung - selbst wenn keine Symptome vorliegen. In Wien etwa wurde dazu für die Wiener Bevölkerung beim Ernst-Happel-Stadion ein Walk-in- sowie ein Drive-in-Center für Corona-Tests eingerichtet. Bereits seit dem gestrigen Sonntagmittag ist der Andrang groß, das Testcenter soll bis kommenden Freitagabend fortgeführt werden. Die jeweiligen Ergebnisse sollten laut Gesundheitsministerium nach 48 Stunden vorliegen. Wien ist das in Österreich am stärksten von Covid-19 betroffene Bundesland.

Italien

Diskotheken bis 7. September geschlossen

Die Ferienzeit mit Reisen und Festen am Strand macht sich auch in Italien bemerkbar: Die Neuinfektionen sind auch hier wieder angestiegen. Momentan infizieren sich in Italien täglich in etwa so viele Menschen wie Anfang März, als Italiens Regierung den sogenannten Lockdown beschloss – also äußerst strikte Ausgangsbeschränkungen einführte. Der Unterschied zum Frühjahr: Die Menschen, die sich anstecken, sind im Durchschnitt jünger als damals. Die Regierung hat auf die steigenden Zahlen schon reagiert: Diskotheken müssen ab jetzt bis zum 7. September geschlossen bleiben. Ein Mund-Nasenschutz ist ab sofort abends und nachts auch draußen überall da Pflicht, wo sich Menschenansammlungen bilden – denn momentan wird auf den Straßen der Städte oder am Strand oft gemeinsam getrunken und gefeiert.

Quarantäne für Rumänien- und Bulgarien-Heimkehrer

Außerdem hat Italien auch die Reiserückkehrer im Blick: Wer zum Beispiel in Nicht-Schengen-Ländern, in Rumänien oder Bulgarien war, muss verpflichtend zwei Wochen in Quarantäne. Seit Kurzem müssen auch Menschen, die aus Spanien, Griechenland, Kroatien oder Malta einreisen, einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen – oder innerhalb von 48 Stunden einen solchen Test machen. Bis zum Ergebnis unterliegen sie dann auch der Quarantäne-Pflicht. Wer über den Flughafen Fiumicino in Rom einreist, kann den Test gleich dort bei der Ankunft machen, sollte allerdings etwas Zeit mitbringen: Der Ansturm ist groß. Andere Flughäfen oder Seehäfen wollen nachziehen, momentan müssen Reiserückkehrer aber noch einen Test-Termin über eine Hotline der Gesundheitsbehörden vereinbaren. Die Region Latium hat jetzt auch Drive-in-Teststationen eingerichtet, ganz ähnlich der auf der Münchner Theresienwiese. Allerdings sind auch hier die Wartezeiten lang, teilweise bis zu fünf Stunden. Ganz grundsätzlich entscheiden in Italien der Hausarzt oder die Gesundheitsbehörde, ob eine Testung möglich und notwendig ist. Corona-Tests für alle wie in Bayern gibt es in Italien nicht.

Kroatien

Regierung: Neuinfektionen durch Strandpartys

Strandpartys und ausgelassenes Feiern in Nachtclubs – das ist aus Sicht der kroatischen Gesundheitsbehörden der Hauptgrund für den Anstieg der Neuinfektionen im Land. Nach einer Rekordzahl von Infektionszahlen am vergangenen Freitag hat der nationale Krisenstab in Zagreb deshalb die Öffnungszeiten der Nachtlokale eingeschränkt. Bars und Nachtclubs dürfen ab sofort nur bis Mitternacht geöffnet sein. Darüber hinaus bleibt der Krisenstab bei seiner bisherigen Linie und appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen im Land. So wird in Kroatien etwa in Einkaufszentren lediglich empfohlen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Abstand zu halten – Strafen bei Nichteinhaltung sind nicht vorgesehen. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung appellierte Sandra Šikić, stellvertretende Direktorin des Instituts für die öffentliche Gesundheit vor allem an junge Menschen, "sich nach wie vor verantwortlich zu verhalten, damit sie das Virus nicht weiter streuen".

Regionen unterschiedlich stark betroffen

Nach der österreichischen Reisewarnung für Kroatien, die seit Montag gilt, bemüht sich die kroatische Regierung um Schadensbegrenzung. Die Neuinfektionen verteilten sich regional betrachtet unterschiedlich, heißt es in Zagreb. So seien vor allem die Hauptstadt Zagreb und die Gegend rund um die Küstenstadt Split betroffen, die epidemiologische Lage in Istrien und an der Kvarner Bucht, wo viele Touristen ihren Urlaub verbringen, sei hingegen wesentlich günstiger. Zurzeit sind nach offiziellen Angaben rund 800.000 Touristen im Land. Eine massive Rückreisewelle sei ausgeblieben, so Veljko Ostojić, Vorsitzender des kroatischen Tourismusverbandes. Manche Italiener und Österreicher hätten das Land verlassen, erklärt er, aber das sei weit entfernt von einem Exodus. "Die Touristen haben Augen, sie sehen, dass die reale Situation gut ist, dass es für sie keine Gefahr gibt, und deshalb wägen sie ab, ob sie vor dem Ende ihres Urlaubs gehen sollten."

Weniger Tests als im EU-Vergleich

Kroatien steht indes in der Kritik, bei Tests auf das Coronavirus im europäischen Vergleich deutlich hinterherzuhinken. Laut der Statistikplattform Worldometer wird zum Beispiel in Österreich dreimal so viel getestet wie in Kroatien. Mit rund 33.500 Tests pro eine Million Einwohner liege Kroatien demnach auch im regionalen Vergleich teilweise deutlich zurück - hinter den Nachbarstaaten Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Ungarn, Serbien und Slowenien.

Einreise: Daten hinterlegen

Urlauber aus Deutschland dürfen zwar frei einreisen, müssen aber an der kroatischen Grenze ihre Personalien hinterlegen und verbindlich hinterlassen, wie man sie im Notfall erreichen kann. Schließlich sollen die Behörden Kontakt mit ihnen aufnehmen können, wenn es in ihrer Umgebung zu einem Corona-Ausbruch kommt.

Der ADAC empfiehlt, um längere Wartezeiten zu vermeiden, das Onlineformular "Reiseankündigung" des kroatischen Tourismusministeriums auszufüllen. Dieses steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Nach der Registrierung wird ein Text mit einer Benutzer-ID-Nummer angezeigt. Diese Nummer sollte man sich notieren und den Text vorsichtshalber ausdrucken, damit man ihn bei der Einreise vorzeigen kann, so der ADAC.

Auf der Hinreise nach Kroatien können deutsche Urlauber Österreich und Slowenien problemlos passieren. Anders auf der Rückreise: Deutsche Urlauber dürfen mit Tankstopps durch Slowenien fahren, wenn sie nicht länger als zwölf Stunden brauchen. Durch Österreich aber ist nur der Transitweg erlaubt - ohne Toilettenbesuch und Tankstopp.

© BR

Seit Sonntag gilt für Menschen in Österreich eine Reisewarnung für Kroatien. Das betrifft mehrere zehntausend Urlauber. Viele brachen ihren Urlaub ab und fuhren früher zurück, als geplant.

Spanien

Starker Anstieg der Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen explodiert in ganz Spanien weiter. Die aktiven Ausbrüche des Coronavirus in dem Land belaufen sich auf 837, mehr als 9.200 Menschen sind infiziert. Dies geht aus der jüngsten Bilanz des Gesundheitsministeriums hervor, die seit dem Ende des Alarmzustands 1.181 Ausbrüche mit mehr als 13.200 infizierten Menschen zählt.

Mit besonderer Sorge verfolgt das Gesundheitsministerium die Ausbrüche in Aragón sowie in Katalonien, speziell die Gebiete um Lleida, und die Metropolregion Barcelona. Die Balearen mit der Hauptinsel Mallorca mussten am Wochenende einen Anstieg der Covid-19-Fälle um fast 36 Prozent hinnehmen – mehr als 2.600 Personen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden aktuell erkrankt.

In mehreren Regionen Maskenpflicht in allen Räumen

Zentral- und Regionalregierungen wollen der Lage durch verschärfte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen Herr werden. Seit Montag gelten in mehreren Regionen, darunter Galizien, Navarra sowie Kastilien und León Maßnahmen, die Spaniens Gesundheitsminister Illa bereits am Freitag nach Abstimmung mit den autonomen Regionen angekündigt hatte. Darunter fällt eine Maskenpflicht in allen Räumen, die vorübergehende Schließung von Clubs und Diskotheken sowie ein Rauchverbot im öffentlichen Raum, wenn der vorgeschriebene Sicherheitsabstand nicht eingehalten kann.

Balearen: Zwei Wochen lang keine Partyboote

Die Regionalregierung der Balearen, die seit der Reisewarnung der Bundesregierung den Zusammenbruch des Tourismussektors auf den Inseln fürchtet, führt ab Dienstag noch weitergehende Beschränkungen ein: Die berüchtigten Partyboote dürfen dann für zwei Wochen nicht mehr betrieben werden, Poolpartys am Tag sind verboten und künftig sollen sich maximal zehn Personen miteinander treffen dürfen – das gilt auch für Familientreffen.

Madrid: Noch mehr Tests

Die Region Madrid setzt wiederum auf noch mehr Tests, um das Coronavirus bei mehr Personen nachzuweisen, die bisher keine Symptome aufweisen. 934 neue Fälle sind in Madrid hinzugekommen, davon allein 257 in den vergangenen 24 Stunden. Deutsche Urlauber, die sich in Spanien auf Covid-19 testen lassen wollen, müssen sich auf große regionale Unterschiede einstellen. In Metropolregionen wie Madrid oder Barcelona sind die Testkapazitäten größer als in ländlicheren Gegenden, ähnlich ist die Situation auf den Inselgruppen wie den Balearen. Außerdem sind die Tests in Spanien kostenpflichtig, während sich Deutschlandrückkehrer innerhalb von drei Tagen nach ihrer Heimkehr in Deutschland kostenlos testen lassen können.

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