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Corona: Schulze fordert Lockerungen bei der Kinderbetreuung | BR24

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Die Münchner Runde diskutiert

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Corona: Schulze fordert Lockerungen bei der Kinderbetreuung

Homeoffice, Homeschooling, Kinderbetreuung: Die Corona-Krise bringt viele Familien an ihre Grenzen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bayern, Katharina Schulze, forderte jetzt in der Münchner Runde Lockerungen bei der Kinderbetreuung.

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"Wie wäre es denn mit Betreuungsfamilien?", schlug Katharina Schulze am Mittwochabend in der Münchner Runde vor. Wenn sich immer zwei bis drei Familien zusammentun dürften und ihre Kinder miteinander spielen ließen, könne man die Eltern entlasten, den Kindern helfen und sogar etwas für den Infektionsschutz tun. Denn Infektionsketten ließen sich so leicht nachverfolgen, so die Grünen-Politikerin.

"Das ist ja auch unser großes Ziel. Infektionsschutz und Kinderrechte zusammenbringen. Das hilft den Kindern, das hilft die Pandemie zu bekämpfen und es nimmt die Last von Familien." Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bayern.

Lockerungen in der Form nicht erlaubt

Doch so ein Vorschlag ist nach den bisher geltenden Regelungen nicht erlaubt. Mit den Schulöffnungen für die Abschlussklassen am 27. April werden kommende Woche erste Lockerungen vorgenommen. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo betonte, dass man erst einmal beobachten müsse, wie sich diese Maßnahmen auf den Infektionsschutz auswirkten, bevor man weiter lockern könne.

"Wir wollen nicht aufs Spiel setzen, was wir bis jetzt geschafft haben." Michael Piazolo, Bayerischer Kultusminister

"Corona besonders einschneidendes Erlebnis für die Kleinsten"

Dass die Corona-Krise besonders einschneidend und prägend für die Kleinsten in unserer Gesellschaft sein wird, darüber waren sich in der Münchner Runde alle einig. Klare Worte fand der Ethik-Professor Peter Dabrock. Er forderte von der Bayerischen Staatsregierung vor allem eine Perspektive für Kinder im Kita-Alter.

Der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats sprach von einem massiven Eingriff in die Grundrechte der Kinder, da bisher nicht klar sei, wann Kitas wieder öffnen würden.

"Man muss alle Kinder als Grundrechtsträger in den Blick nehmen." Peter Dabrock, Professor für Ethik, Universität Erlangen-Nürnberg

Kinder seien gerade in einer entscheidenden Phase in ihrem Leben und sollten wieder die Möglichkeit bekommen, mit anderen Kindern zu spielen. Als mögliche Lösung schlug Dabrock feste Kitagruppen mit festen Erzieherinnen und die Nutzung bisher nicht gebrauchter Räumlichkeiten vor.

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