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Corona: Rotes Kreuz beklagt Gewalt gegen medizinisches Personal | BR24

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Internationales Rotes Kreuz beklagt immer mehr verbale Angriffe und physische Misshandlungen

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Corona: Rotes Kreuz beklagt Gewalt gegen medizinisches Personal

Die Corona-Krise droht zu einer Schutzkrise zu werden: Medizinisches Personal wird verstärkt zum Ziel von Angriffen und Gewalt. Das Rote Kreuz hat seit März international mehr als 200 Fälle dokumentiert.

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Von
  • Dietrich Karl Mäurer

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, das IKRK, hilft Menschen in Regionen, in denen durch Krieg und Gewalt die Gesundheitssysteme weitgehend zerstört sind.

Die Hilfe wird jetzt während der Covid-19-Pandemie besonders dringend gebraucht, doch - so berichtet IKRK-Präsident Peter Maurer im Exklusivinterview - erlebe man eine widersprüchliche Situation: "Wo auf der einen Seite ein Ausfluss von Dankbarkeit gegen Krankenschwestern, Ärzten und medizinischen Personal ganz allgemein in der Gesellschaft erkennbar wird und das begleitet ist von einem Anstieg von Gewalt, verbaler Gewalt, physischer Gewalt."

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In 13 Ländern Gewalttaten dokumentiert

Aufgerüttelt durch erste Fälle hat man damit begonnen eine Statistik zu erstellen für die Einsatzgebiete der Rotkreuz-Helfer - unter anderem für den Nahen Osten, etwa Syrien und Irak, für Afghanistan, Venezuela und für verschiedene Konfliktregionen Afrikas.

Seit März dokumentierte das IKRK in 13 Ländern 208 Gewalttaten.

Peter Maurer spricht von einem besorgniserregenden Anstieg von verbalen und physischen Angriffen. Ihm zufolge werden viele Krankenschwestern und Pfleger von Familie und Gesellschaft ausgeschlossen, weil sie den Tag mit Covid-Patienten verbringen; also eine klassische Ausgrenzung, Stigmatisierung. So gebe es in hohem Maß verbale Aggressionen, aber auch physische Gewalt bis zu Totschlag von Krankenschwestern und Pflegern. Die Erfassung der Fälle, so betont der IKRK-Präsident, sei sehr beschränkt. Tatsächlich müsse man wohl von wesentlich mehr Gewalttaten ausgehen. Außerdem gab es Zerstörungen von Einrichtungen, bei denen vermutet wurde, dass dort Covid-19-Patienten behandelt wurden:

"Wir haben in Afrika gesehen, dass wirklich Einrichtungen in Brand gesetzt wurden, zerstört wurden und das gehört genau gleich zum Spektrum." Peter Maurer, Präsident Internationales Rotes Kreuz

Situation eskaliert

Anhand der Fälle werde deutlich, dass sich die Verhaltensweisen in Konfliktregionen während einer Pandemie nicht grundsätzlich ändern, sagt Peter Maurer. Derzeit werde durch die Angriffe und Misshandlungen die Situation sehr schwierig:

"Diese Gesundheitszentren können nicht mehr normal funktionieren, weil sie in einem Umfeld von Gewalt sich befinden und weil dann Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern nicht mehr zur Arbeit gehen und dann auch aufhören, die Patienten zu pflegen. Also das ist eine wirklich dramatische Situation, die im Extremfall zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems führen kann." Peter Maurer, Präsident Internationales Rotes Kreuz

Gemeinsam mit anderen weltweit tätigen Hilfsorganisationen ruft das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in einer Erklärung Regierungen, Gemeinschaften und Waffenträger dazu auf, die Angriffe zu beenden. Medizinisches Personal im Kampf gegen die Pandemie müsse jederzeit respektiert und geschützt werden.

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