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RKI-Chef Lothar Wieler

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Corona: RKI-Präsident Wieler erwartet "viele weitere Tote"

Das Robert-Koch-Institut meldet 22.046 neu positiv Getestete - ein etwas geringerer Wert als vor einer Woche. Sorge bereitet RKI-Chef Wieler Zunahme bei Todesfällen. Seine dringende Forderung: mehr Ressourcen zum Schutz von Alten- und Pflegeheimen.

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  • BR24 Redaktion

RKI-Chef Lothar Wieler sieht eine "sehr angespannte Lage" in der Corona-Pandemie. Wieler erwartet zahlreiche weitere Todesfälle in Deutschland durch das Coronavirus. Die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle steige derzeit von Woche zu Woche, sagte Wieler in Berlin.

Wieler rief erneut dazu auf, die AHA+L-Regeln - Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften - "immer und überall" zu beherzigen. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die Mitmach-Bereitschaft wieder zunehme, da inzwischen mehr Menschen aus eigener Anschauung merkten, wie ernstzunehmend die Krankheit sei. Und:

"Wir sind dem Virus nicht hilflos ausgeliefert. () Covid-19 ist eine vermeidbare Erkrankung." RKI-Chef Lothar Wieler

Hart an der Belastungsgrenze

Mehr hoffnungsvolle Nachrichten hat Wieler nicht zu vermelden. Aktuell sei leider eine Entwicklung zu sehen, wie sie bei anhaltend hohen Fallzahlen befürchtet worden sei. "Wir sehen, dass die Gesundheitsämter zunehmend erschöpft sind", sagt Wieler. Die Nachverfolgung der Infektionen funktioniere vielerorts nicht mehr. Viele Krankenhäuser kämen an ihre Belastungsgrenzen.

Kritische Situation in Alten- und Pflegeheimen

Der RKI-Chef konstatiert zudem einen sehr starken Anstieg der Corona-Infektionen und -Sterbefälle in Alten- und Pflegeheimen. In den vergangenen drei Wochen habe sich die Zahl der Infektionen in älteren Altersgruppen deutlich erhöht.

Die Dynamik der Infektionen in Krankenhäusern sei dagegen wesentlich geringer. Die Alten- und Pflegeheimen benötigten dringend die nötigen Ressourcen, um die Hygiene- und Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen auch umsetzen zu können.

Aktuell 22.046 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen verharren Wieler zufolge auf einem hohen Niveau, auch wenn der weitere Anstieg gebremst ist. In Deutschland wurden laut RKI nun 22.046 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet - etwas weniger als am Donnerstag der Vorwoche mit 22.268. Mit 479 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages gab es jetzt den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, hatten Bund und Länder beschlossen, den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen bis 10. Januar 2021 zu verlängern.

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"Viele weitere Tote" befürchtet der Präsident des Robert Koch-Institutes in der Corona-Pandemie. Doch Lothar Wieler sieht auch erste Erfolge der Maßnahmen, denn die Infektionszahlen stabilisieren sich.

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