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Sommerurlaub in Sicht: Die Regeln der beliebtesten Reiseländer | BR24

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Das Auswärtige Amt hebt die derzeit geltende weltweite Reiswarnung zum 15. Juni auf. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Mittwoch in Berlin. Die Aufhebung der Reiswarnung bedeute allerdings keine "Reiseeinladung", hob Mass hervor.

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Sommerurlaub in Sicht: Die Regeln der beliebtesten Reiseländer

Bestimmte Auslandsreisen sollen bald wieder möglich sein: Für rund 30 europäische Staaten werde die weltweite Reisewarnung aufgehoben, so das Auswärtige Amt. Das beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt aber vorerst ausgenommen.

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Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die geltende weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni für die meisten europäischen Staaten aufzuheben. Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte: "Vielerorts ist es gelungen, die Ausbreitung des Corona-Virus in den Griff zu bekommen. Und dieser positiven Entwicklung tragen wir mit dieser Entscheidung Rechnung." Die neuen Regelungen gelten für EU-Staaten, außerdem für das Vereinigte Königreich und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

"Reisehinweise sind keine Reiseeinladungen"

Das Auswärtige Amt hatte am 17. März für alle Länder der Welt eine pauschale Warnung für touristische Reisen verhängt. Diese will es nun durch individuelle Reisehinweise ersetzen, mit denen das Amt über die landesspezifischen Risiken informiert. "Reisewarnungen sind keine Reiseverbote und Reisehinweise sind keine Reiseeinladungen", sagt Maas. Das werde das Auswärtige Amt auch in den Reisehinweisen deutliche machen, die auch zum Inhalt haben können, das von einer Reise dringend abgeraten werde. Als Beispiel nannte Maas Großbritannien, wo derzeit eine Quarantäne-Verpflichtung für alle Einreisenden besteht.

Die neue Regelung gilt, "soweit es das Infektionsgeschehen in den Zielstaaten erlaubt". Das bedeutet, dass sich die Lockerungen für einzelne der 31 Länder noch verzögert. Für Staaten, in denen am 15. Juni noch "großflächige Ausgangsbeschränkungen" oder Einreiseverbote gelten, soll die Reisewarnung zunächst bestehen bleiben.

Spanien

Das sind nach jetzigem Stand Norwegen und das Urlaubsland Nummer eins der Deutschen: Spanien. Maas sagte, er erwarte für Spanien eine Aufhebung der Einreisesperre zum 21. Juni. Unmittelbar danach würde für das Land ebenfalls die Reisewarnung aufgehoben.

Norwegen

Die norwegische Regierung erwägt, das bestehende Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht zu erhalten. Am vergangenen Freitag gab die Regierung in Oslo allerdings bekannt, dass zumindest Dänen ab dem 15. Juni einreisen können. Es soll auch geprüft werden, ob die Grenzen für Reisende aus "einzelnen anderen nahe liegenden europäischen Ländern" geöffnet werden können.

Italien, Österreich und Schweiz

Touristen aus Europa dürfen seit Mittwoch wieder nach Italien einreisen. Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen dürfen EU-Bürger und Menschen aus dem Vereinigten Königreich und den Schengen-Staaten wieder ins Land. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt.

Über Österreich dürfen deutsche Touristen seit Donnerstag einreisen, denn jetzt hat Österreich die Grenze auch für Urlauber geöffnet. Das Verbot, bei der Durchreise nach Italien für Tanken oder Klopausen zu halten, ist damit vom Tisch - jedenfalls auf der Hinreise. Wie Reisende über die Schweiz nach Italien kommen sollen, ist allerdings noch nicht geklärt: Die Schweiz hat noch kein Datum für eine Öffnung der Grenze zu Italien genannt.

Reisewarnung kann reaktiviert werden

Maas machte klar, dass die Reisewarnung für bestimmte Länder oder Regionen auch reaktiviert werden kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder drastisch steigt. Dabei will sich die Bundesregierung an der für Deutschland geltenden Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen orientieren.

Wird diese überschritten, behalte sich die Bundesregierung "Schutzmaßnahmen" vor. "Dazu können beispielsweise länder- oder regionsspezifische Reisewarnungen gehören", heißt es in einem Eckpunktepapier, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Das gelte auch für den Fall, wenn einzelne Staaten die erforderlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz im Tourismusbetrieb nicht ausreichend ergreifen. Grundlage werden dabei die von der EU-Kommission entworfenen Richtlinien sein.

Türkei

Reisewarnungen für Staaten außerhalb Europas hält das Auswärtige Amt vorerst aufrecht. Die Bundesregierung werde abwarten, ob die EU-Kommission in dieser Woche die Einreisebeschränkungen nach Europa verlängere. Gegebenenfalls werde sich das Bundeskabinett dann in der kommenden Woche erneut mit dem Thema befassen. Vor allem die Türkei, die Nummer drei unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen, hofft darauf, dass dann auch für sie die Reisewarnung aufgehoben wird.

💡 Was ist der Unterschied zwischen einem Reisehinweis, einem Sicherheitshinweis und einer Reisewarnung?

Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts enthalten Informationen zu den für Reisende relevanten Besonderheiten eines Landes, unter anderem zu Einreisebestimmungen und medizinischen Hinweisen.

Sicherheitshinweise machen in den Ländern, in denen es erforderlich erscheint, auf länderspezifische Risiken aufmerksam. Sie können je nach Einschätzung der Sicherheitslage die Empfehlung enthalten, Reisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten.

Reisewarnungen werden ausgesprochen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass jedem Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht. Gegebenenfalls wird auch nur vor Reisen in bestimmte Regionen eines Landes gewarnt (Teilreisewarnung). Deutsche, die in diesem Land/dieser Region leben, werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert.

(Quelle: Auswärtiges Amt)

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