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Corona-Quarantäne: Wer sie anordnet und was erlaubt ist | BR24

© picture alliance / SvenSimon

Mit der Corona-Warn-App kann festgestellt werden, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

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    Corona-Quarantäne: Wer sie anordnet und was erlaubt ist

    Um einen größeren Corona-Ausbruch zu verhindern, wurde zuletzt immer wieder eine häusliche Quarantäne für bestimmte Personen angeordnet. Wer ist dafür zuständig, welche Regelungen gelten für die Betroffenen - und was droht bei einem Verstoß dagegen?

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    Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Schlachthof der Firma Tönnies wurden im Juni tausende Tönnies-Mitarbeiter und ihre Familien in Quarantäne geschickt. In Neukölln mussten ein Bewohner eines Häuserblocks in Quarantäne - und auch in Bayern häuften sich zuletzt die Anordnungen dazu, vor allem nach Corona-Fällen in Schulen wie bei Passau, Geretsried oder Erding.

    Aber wer verordnet eigentlich eine Quarantäne, welche Regelungen gelten dann - und was passiert bei einem Verstoß dagegen? Der Überblick.

    Wann kommt es zu einer Quarantäne?

    Die häusliche Quarantäne kann vom Gesundheitsamt verordnet werden, wenn ein hohes Infektionsrisiko besteht. Als gefährdet gilt zum Beispiel, wer mindestens 15 Minuten lang ohne Abstand mit einem Infizierten gesprochen hat, angehustet oder angeniest wurde. Ein Risiko hat auch, wer mit einem Infizierten in derselben Kino-Reihe oder demselben Zugabteil saß. Auch wenn sich eine Mitschülerin oder ein Mitschüler infiziert hat, kann das die ganze Familie betreffen. Die Quarantäne gilt normalerweise für 14 Tage, gegen Ende der Zeit wird ein Corona-Test gemacht.

    Nicht sofort in Quarantäne muss, wer innerhalb der letzten zwei Wochen lediglich im gleichen Raum und ohne engen Kontakt mit einem Erkrankten war bzw. Kontakt zu einer Person hatte, die wiederum im Kontakt mit einem bestätigten Fall war.

    Quarantäne bei vielen Neuinfektionen

    Im Mai hatten sich Bund und Länder auf ein Frühwarnsystem geeignet. Das heißt, wenn mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Stadt oder einem Kreis vorliegen, sind die Gesundheitsämter verpflichtet, das Gesundheitsministerium des jeweiligen Bundeslandes zu informieren.

    Dann können Corona-Beschränkungen eintreten und eventuell auch eine Quarantäne verordnet werden. In Bayern liegt dieser Wert schon bei 35 Neuinfektionen.

    Corona-Warn-App: Was tun bei einer Warnung?

    Die Corona-Warn-App kann ebenfalls anzeigen, wenn ein Risiko besteht. Per App gibt es eine Push-Nachricht, wenn man über längere Zeit oder in engem Kontakt mit einer infizierten Person war.

    Wenn eine Corona-Warnung angezeigt wird, sollte man sich umgehend bei seinem Arzt melden und sich testen lassen. Es wird zudem empfohlen, sich in Quarantäne zu begeben bis feststeht, ob man sich infiziert hat. Dies ist aber lediglich eine Empfehlung.

    Muss ich nach dem Urlaub in die Quarantäne?

    Je nach Verordnung der Bundesländer kann es nach dem Urlaub zu einer Quarantäne kommen. Die aktuellen Reisewarnungen der Bundesregierung gelten hier als Wegweiser. Als Risikogebiete zählen momentan zum Beispiel die Türkei.

    Generell gilt: Wer sich innerhalb der letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich nach der Einreise nach Deutschland direkt ins Eigenheim bewegen und für 14 Tagen dort bleiben. Ausgenommen sind zum Beispiel Pendler oder Menschen, die ein ärztliches Attest vorweisen können.

    Was muss ich bei einer Quarantäne beachten?

    Die Betroffenen müssen zu Hause bleiben und selbst Kontakt zu Mitbewohnern vermeiden. Besuch von Personen außerhalb des Haushalts ist nicht gestattet. Das Haus darf generell nicht verlassen werden - nicht zum Arbeiten, Einkaufen, Spazierengehen oder auch Gassi gehen mit dem Hund. Übrigens: Wer wegen einer verordneten Quarantäne einen Verdienstausfall erleidet, hat in der Regel einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung.

    Menschen in häuslicher Quarantäne sollten den Hinweisen des Gesundheitsamts folgen. Dieses wird sich regelmäßig melden und erfragen, wie es Ihnen gesundheitlich geht. Außerdem muss zweimal am Tag Fieber gemessen und Tagebuch über mögliche Krankheitszeichen geführt werden. Gut zu wissen ist auch, mit wem in der Vergangenheit Kontakt gehalten wurde. Diese Person hat sich möglicherweise infiziert, ohne es zu wissen.

    Was passiert, wenn man gegen die Quarantäne verstößt?

    Bei einem Verstoß drohen empfindliche Strafen – nämlich eine Geldbuße bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Die Gesundheitsämter kontrollieren die Quarantäne, indem sie mehrmals am Tag bei den Betroffenen zu Hause anrufen, um zu prüfen, ob derjenige zu Hause ist. Wenn dann keiner erreicht wird, fährt das Gesundheitsamt zu der Person nach Hause. Als letztes Mittel wird die Polizei eingeschaltet.

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