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Corona-Pressekonferenz: Immer mehr Tests, immer mehr Fragen | BR24

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In einer Pressekonferenz informierten Jens Spahn und Lothar Wieler über den aktuellen Stand der Corona-Epidemie. Ein großes Thema: Die Testkapazitäten.

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Corona-Pressekonferenz: Immer mehr Tests, immer mehr Fragen

Drei Fragen beherrschen die heutige Fragestunde von Gesundheitsminister Jens Spahn und den Corona-Experten: Gibt es genug - oder schon zu viele - Tests? Wie ist die Lage an den Kliniken? Und: wie lange muss der Ausnahmezustand noch andauern?

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Die gute Nachricht präsentieren Lothar Heinz Wieler vom Robert-Koch-Institut und Kassenarztchef Andreas Gassen gleich am Anfang: In Sachen Corona-Tests liegt Deutschland pro Kopf gerechnet weltweit vorne. Bis gestern gab es 410.000 valide Testungen – zum Vergleich: In Großbritannien sind es 100.000. 86 Labore arbeiten rund um die Uhr an der Auswertung. Rechnet man automatisierte Testverfahren etwa bei Hausärzten dazu, ließe sich die Zahl weiter steigern - laut Gassen auf 360.000 pro Woche.

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Ob der Kampf gegen das neue Virus also bereits Wirkung zeigt und sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt - darüber will RKI-Chef Wieler nicht spekulieren. Es gebe große regionale Unterschiede. Manchen Städten mit einem "großen Ausbruchsgeschehen" sei es gelungen, dieses unter Kontrolle zu bringen.

Die Bedeutung der Tests - und was möglich ist

Dafür sind die Tests zentral. Denn, erläutert Wieler: je größer die Dunkelziffer nicht festgestellter Infizierter, desto schneller die Ausbreitung. Zugleich, so die Experten, werde noch zu wenig zielgerichtet getestet. Darauf deute die relativ geringe Zahl von positiv getesteten Personen hin.

"Maschinen und Reagenzien sind nur begrenzt verfügbar und international umkämpft. Wir können nicht alle 83 Millionen testen." Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen BUndesvereinigung

Chinesische Schnelltests, ergänzt Minister Jens Spahn, seien noch zu unzuverlässig, um aussagekräftig zu sein.

Die Lage in Arztpraxen und Krankenhäusern

Mindestens ebenso angespannt ist die Personallage. In Berlin etwa hätten derzeit bereits 100 Arztpraxen geschlossen. Zur Situation in den Krankenhäusern schildert Lungenforscherin Susanne Herold beispielhaft die Lage an der Uniklinik Gießen.

"Alles, was nicht lebensnotwendig ist, wird eingestellt. Zu Normalzeiten sind 90 Prozent der Betten ausgelastet, jetzt haben wir 40 zusätzliche Plätze geschaffen. (...) Personal und Wegeführung sind streng aufgeteilt zwischen Covid- und Nicht-Covid-Patienten". Prof. Susanne Herold, Gießen

Helfen soll ein neues, laut Wieler weltweit einzigartiges Zentralregister, indem bislang 670 Kliniken ihre Ressourcen etwa an Personal und Beatmungsmaschinen einspeisen, um sich im Notfall auszuhelfen.

Das Problem der Schutzkleidung

Noch nicht absehbar ist, wann wieder ausreichend Atemschutzmasken und sonstige Klinikausstattung zur Verfügung stehen werden.

"Die Masken kosten normalerweise sechs Cent, jetzt vier, fünf, sechs Euro. Die Preise gehen hoch wie auf dem Goldmarkt." Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Wie lange noch?

Zurückhaltend reagiert der Gesundheitsminister auf die Frage nach eine Aussetzung der sozialen Einschränkungen. Ob man diese nach Ostern zurückfahren könne, hänge davon ab, ob die Maßnahmen griffen - und das ließe sich erst in einigen Tagen abschätzen.

© dpa/Annegret Hilse

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht auf einer Pressekonferenz zum Thema Bekämpfung des Coronavirus.

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