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Er fühle sich sehr gut, schreibt Donald Trump auf Twitter: Der US-Präsident hat das Krankenhaus verlassen, wo er wegen Covid-19 behandelt wurde. Doch ganz geheilt ist der 74-Jährige nach Ansicht seiner Ärzte noch nicht.

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Corona-Patient Trump aus Krankenhaus zurück im Weißen Haus

Er fühle sich sehr gut, schreibt Donald Trump auf Twitter: Der US-Präsident hat das Krankenhaus verlassen, wo er wegen Covid-19 behandelt wurde. Doch ganz geheilt ist der 74-Jährige nach Ansicht seiner Ärzte noch nicht.

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Die Hand zur Siegerfaust geballt, eine weiße Maske im Gesicht - so verließ US-Präsident Trump am Abend das Walter-Reed-Militärkrankenhaus, in dem er drei Tage lang wegen seiner Corona-Erkrankung behandelt wurde. Ein Hubschrauber brachte ihn zurück ins Weiße Haus.

Dort nahm der Präsident demonstrativ die Schutzmaske ab - obwohl er nach wie vor ansteckend ist. Nach Vorgaben von Gesundheitsbehörden sollte Trump die Maske tragen, um Personen in seiner Nähe zu schützen. Auf Fernsehbildern war nicht zu erkennen, dass er die Maske bei Betreten des Weißen Hauses wieder aufgesetzt hätte.

"Fürchtet euch nicht"

In einem Video, das auf dem Balkon des Weißen Hauses aufgezeichnet wurde und das Trump auf seinem Twitter-Account veröffentlichte, rief er die Amerikaner auf, vorsichtig zu sein - sich aber nicht zu fürchten vor dem Corona-Virus. Wörtlich sagte er: "Lasst nicht zu, dass es euer Leben beherrscht." Ihm gehe es so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr. Trump wiederholte damit, was er zuvor schon in einem anderen Tweet geschrieben hatte.

Außerdem betonte der Präsident, die USA hätten die besten Medikamente der Welt. Auch einen Impfstoff werde es bald geben.

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Nach seinem corona-bedingten Krankenhausaufenthalt ist der US-Präsident zurück im Weißen Haus. Dort nahm er zunächst seine Maske ab und wandte sich dann mit einer Videobotschaft an die US-Bürger.

Trumps Wahl-Herausforderer Joe Biden sieht diese Aussagen kritisch: Er rief den Präsidenten auf, sich mit seinen Äußerungen an die mehr als 200.000 Familien zu wenden, die ein Mitglied durch Corona verloren hätten.

Ärzte: Trump "noch nicht ganz aus dem Schneider"

Trumps Ärzte hatten zuvor bestätigt, dass der Präsident ins Weiße Haus zurückkehren könne. Trump habe in mehr als 72 Stunden kein Fieber gehabt und weise normale Sauerstoffwerte auf. Der Patient gelte aber noch nicht als völlig geheilt, Trump sei "noch nicht ganz aus dem Schneider", erklärten die Ärzte vor Journalisten. Die Behandlung könne aber im Weißen Haus genauso gut fortgesetzt werden wie im Krankenhaus.

Trump war am Freitag in das nahe der Hauptstadt Washington gelegene Militärkrankenhaus Walter Reed eingeliefert worden. Der Präsident war zuvor positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Seitdem hat es schwammige und widersprüchliche Angaben seiner Ärzte und des Weißen Hauses über den Zustand des Präsidenten gegeben, der mit einer Reihe von Medikamenten behandelt wird.

Weitere Corona-Infektionen in Trumps Umfeld

Am Montag wurde bekannt, dass auch die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, ebenfalls positiv auf Corona getestet wurde. Insgesamt haben sich inzwischen elf Menschen im Umfeld des Präsidenten mit dem Virus infiziert - neben Trumps Ehefrau Melania Trump unter anderem auch seine Beraterin Hope Hicks, sein Assistent Nicholas Luna sowie Wahlkampfchef Bill Stepien.

Kritik an Kurzausflug von Corona-Patient Trump

Trumps zog am Sonntag viel Kritik auf sich, als er sich in einem schwarzen Geländewagen vor dem Krankenhaus versammelten Anhängern zeigte. Gesundheitsexperten kritisierten, er setze damit die Gesundheit seiner Leibwächter aufs Spiel und verstoße gegen Vorgaben für Corona-Patienten.

Am frühen Montagmorgen (Ortszeit) feuerte Trump dann ein wahres Twitter-Feuerwerk ab: In rund 20 Tweets - viele davon komplett in Großbuchstaben geschrieben - nahm er für sich zahlreiche politische Erfolge in Anspruch, attackierte die oppositionellen Demokraten und rief seine Anhänger auf, wählen zu gehen.

Trump in Umfragen hinter Biden

Rund vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 3. November liegt der republikanische Amtsinhaber in Umfragen hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Unklar ist bislang, in wieweit die Corona-Infektion Trump politisch schaden oder nutzen könnte.

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Die Ärzte waren sich einig: US-Präsident Trump darf das Krankenhaus verlassen, wo er wegen Covid-19 behandelt wurde. Ganz "über den Berg" ist Trump demnach aber noch nicht.

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