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Corona-Pandemie: USA vor "sehr schmerzhaften Wochen" | BR24

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Die Zahl der infizierten und die Zahl der Toten durch das Corona-Virus in den USA steigen dramatisch an. Das Weiße Haus musste nun erneut seine Prognosen im Kampf gegen das Virus korrigieren.

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Corona-Pandemie: USA vor "sehr schmerzhaften Wochen"

Trotz enormer Einschränkungen im öffentlichen Leben könnten in den USA Hunderttausende an Covid-19 sterben, prophezeien Experten des Weißen Hauses. Präsident Trump warnte, dass das Land vor 14 harten Tagen stehe.

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US-Präsident Donald Trump hat die amerikanische Bevölkerung angesichts der Ausbreitung des Coronavirus auf zwei sehr schwere Wochen mit steigenden Totenzahlen eingestimmt. "Ich möchte, dass jeder Amerikaner auf die harten Tage vorbereitet ist, die vor uns liegen", sagte Trump im Weißen Haus. Er hoffe darauf, dass danach Licht am Ende des Tunnels erkennbar sein werde.

"Aber dies werden sehr schmerzhafte, sehr sehr schmerzhafte zwei Wochen." Donald Trump, US-Präsident

Die Ausdauer der Amerikaner werde herausgefordert sein, so der Präsident. "Wir sind im Krieg mit einem tödlichen Virus", mahnte Trump. Das Virus fordere viele Menschenleben. "Es passieren Dinge in diesem Land, wie wir sie noch nie erlebt haben." Es sei eine "Frage von Leben und Tod", die herausgegebenen öffentlichen Richtlinien zu befolgen.

Ohne Maßnahmen bis zu 2,2 Millionen Tote

Berater des US-Präsidenten rechnen trotz der weitgehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA mit einem weiteren sprunghaften Anstieg der Todesfälle. Die Koordinatorin der Anti-Corona-Maßnahmen im Weißen Haus, Deborah Birx, sprach am Dienstag von 100.000 bis 240.000 Menschen in den Vereinigten Staaten, die an der Pandemie sterben könnten. Ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen, sagte Trump weiter.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in den USA war in den vergangenen Tagen dramatisch angestiegen. Die USA sind gemessen an der Zahl der bestätigten Infektionen inzwischen weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen. Nachgewiesen sind bereits mehr als doppelt so viele Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 als in China, wo die Lungenerkrankung Covid-19 ihren Ausgang nahm: Bis Dienstagabend Ortszeit verzeichnete die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mehr als 180.000 Fälle. USA-weit starben demnach bereits mehr als 3.700 Menschen an dem Virus. Zuletzt waren an nur einem Tag etwa 800 Erkrankte gestorben, fast die Hälfte davon im Bundesstaat New York.

Militär richtet Behelfs-Kliniken ein

Angesichts der rasant steigenden Infizierten-Zahlen hat die US-Regierung mit dem Aufbau von Hunderten behelfsmäßiger Krankenhäuser in der Nähe ihrer Großstädte begonnen, so auch in New York, wo im Jean King National Tennis Center in Queens eilig ein Feldlazarett gebaut wurde. Das Tenniszentrum ist normalerweise der Austragungsort der US Open.

Bürgermeister Bill de Blasio sagte, er habe das Weiße Haus um weitere 1.000 Krankenschwestern, 300 Atemtherapeuten und 150 Ärzte bis Sonntag gebeten. Das US-Militär funktioniere derzeit Hotels, Kongresszentren und große Freiflächen in 341 temporäre Krankenstationen um, erklärte Generalleutnant Todd Semonite dem Sender ABC. Das Korps hatte das Kongresszentrum in New York City innerhalb einer Woche bereits in ein 1.000-Betten-Krankenhaus umgewandelt.

Trump verlängerte am Dienstag formal die Richtlinien zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie für den April. Diese decken sich weitgehend mit denen der vergangenen 15 Tage, also Abstand zu anderen zu halten und Menschenansammlungen zu vermeiden.

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