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Bildrechte: Piero Cruciatti/REUTERS

Auch in anderen EU-Staaten starteten heute die Corona-Impfungen. Es sollte ein Zeichen von Einheit sein, dass der Start möglichst gleichzeitig erfolgt. Jedes Land bestimmt selbst, wer zuerst drankommt.

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Corona-Pandemie: Europa impft und schöpft Hoffnung

Hoffnungsschimmer zum Ende des Corona-Jahres: Wie in Deutschland hat auch in den übrigen EU-Staaten am Sonntag die offizielle Impfkampagne begonnen. Jedes Land bestimmt selbst, wer zuerst drankommt.

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  • BR24 Redaktion

In Europa haben am Sonntag die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Senioren und medizinisches Personal erhielten zumeist die ersten Spritzen. "Gott sei Dank", sagte beispielsweise die 96-jährige Araceli Hidalgo, die sich als erste Spanierin impfen ließ. "Mal sehen, ob wir das Virus zum Verschwinden bringen können."

In Italien, dem am schwersten von der Pandemie betroffenen Land in Europa, erhielt die 29-jährige Krankenschwester Claudia Alivernini zuerst eine Immunisierung. "Es war ein aufregender, historischer Moment", sagte sie im Spallanzani-Krankenhaus in Rom. In Italien sind insgesamt mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen registriert, die Zahl der Todesopfer näherte sich zuletzt der Marke von 72.000.

In Deutschland zeigte sich Gesundheitsminister Jens Spahn zum bundesweiten Impfstart optimistisch, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. "Der Impfstart heute macht Hoffnung und gibt Zuversicht", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. Offiziell begannen die Impfungen an diesem Sonntag, doch Sachsen-Anhalt war bereits am Samstag überraschend vorgeprescht: In einem Altenheim in Halberstadt waren Bewohner und Personal geimpft worden, darunter eine 101-Jährige. Auch in Ungarn und der Slowakei wurde bereits am Samstag Impfungen vorgenommen.

EU sicherte sich mehr als zwei Milliarden Impfdosen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP, die Impfungen seien sicher und wirksam. "Sie sind nicht nur ein Schutz für die Menschen selber, sondern auch natürlich für ihre Umgebung", sagte sie. Die EU hatte den Impfstoff von Biontech und Pfizer vor knapp einer Woche zugelassen.

Die Europäische Union mit ihren rund 450 Millionen Einwohnern hat sich Verträge mit einer Reihe von Lieferanten für mehr als zwei Milliarden Impfdosen gesichert. Ziel ist es, alle Erwachsenen im Jahr 2021 zu impfen.

Umfragen zeigen allerdings, dass von Frankreich bis Polen eine große Zurückhaltung gegenüber dem Impfstoff besteht, der im Rekordtempo entwickelt wurde. Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder betonen deshalb, dass der Impfstoff die beste Chance ist, im nächsten Jahr zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukehren.

Tschechischer Ministerpräsident lässt sich zuerst selbst impfen

In Tschechien ließ sich zuerst öffentlichkeitswirksam der populistische Ministerpräsident Andrej Babis impfen. Zur Begründung erklärte er, er habe im Fernsehen eine Frau gesehen, die gesagt habe, sie wolle mit der Impfung "auf Babis warten".

Mit der Corona-Impfung einer Krankenschwester in einem Athener Krankenhaus begann auch in Griechenland die Immunisierung der Bevölkerung. Später war Regierungschef Kyriakos Mitsotakis an der Reihe. Er lobte die europäische Solidarität, weil der Impfstoff gleichzeitig an alle 27 EU-Länder verteilt wurde. Zudem rief er Impfskeptiker auf, sich impfen zu lassen, "damit wir unser bisheriges Leben wiederbekommen können".

Als erstes westeuropäisches Land hatte am 8. Dezember Großbritannien die Impfungen mit dem Biontech-Pfizer-Präparat begonnen. In den kommenden Tagen wird zudem die Entscheidung der britischen Behörden über die Zulassung des Impfstoffs des britischen Herstellers AstraZeneca erwartet.

Europa ist aktuell der am schwersten betroffene Kontinent

Europaweit steigen die Infektionszahlen seit Wochen stark an. Mit 25 Millionen nachgewiesenen Infektionen bleibt der Kontinent die am schwersten von der Pandemie betroffene Region der Welt, wie eine auf Behördenangaben beruhenden Übersicht der Nachrichtenagentur AFP ergab.

Wegen der weiterhin starken Ausbreitung des Coronavirus traten vielerorts in Europa neue Beschränkungen in Kraft. In Österreich gelten seit Samstag wieder ganztägige Ausgangsbeschränkungen. Polen kehrt am Montag in den Lockdown zurück, auch die Iren erwarten zu Wochenbeginn neue Beschränkungen.

Corona-Mutation bereitet Sorgen

Die Impfkampagne ist umso dringlicher, als eine neue Variante des Virus mit einer raschen Zunahme der Fälle in Großbritannien in Verbindung gebracht wird. In den vergangenen Tagen wurden auch in Schweden und Frankreich Fälle dieser Variante entdeckt, die besonders ansteckend sein soll. Auch auf der portugiesischen Insel Madeira und in Norwegen wurde sie nachgewiesen. Bislang gibt es laut Wissenschaftlern keine Hinweise darauf, dass die Impfstoffe weniger wirksam gegen diese Variante sind.

Mit Material von afp und Reuters

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