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Studenten: Corona-Nothilfe startet heute | BR24

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Studierende mit Corona-bedingten Geldnöten können von morgen an einen Zuschuss vom Bund beantragen. Es gibt bis zu 500 Euro im Monat, die nicht zurückgezahlt werden müssen – unter bestimmten Bedingungen.

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Studenten: Corona-Nothilfe startet heute

Studierende mit Corona-bedingten Geldnöten können von heute an einen Zuschuss vom Bund beantragen. Es gibt bis zu 500 Euro im Monat, die nicht zurückgezahlt werden müssen – unter bestimmten Bedingungen.

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Der Termin war immer wieder verschoben worden. Jetzt ist es soweit: Studierende, die wegen der Corona-Pandemie in Zahlungsnot geraten sind, können ab heute den Corona-Zuschuss des Bundes beantragen (hier). Die Zuschüsse von bis zu 500 Euro im Monat können online beantragt werden und müssen nicht zurückgezahlt werden. Laut Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) soll das Überbrückungsgeld "akute Notlagen mildern" und "finanzielle Engpässe überbrücken, bis sich weitere Erwerbsmöglichkeiten und auch neue Jobs bieten".

Anträge werden vor Ort bearbeitet

Die Anträge werden jeweils vor Ort vom jeweiligen Studierendenwerk bearbeitet. Die Hilfe steht Studentinnen und Studenten zu, unabhängig von Alter und Semesterzahl. Auch Studierende aus dem Ausland sind berechtigt. Karliczek geht davon aus, dass das erste Geld noch im Juni fließen kann.

Laut der Richtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung richtet sich die Höhe des Zuschusses nach dem Kontostand des Studenten oder der Studentin zum Zeitpunkt der Antragstellung und ist gestaffelt: Beträgt der Kontostand unter 100 Euro, gibt es den Höchstsatz von 500 Euro, bei einem Kontostand unter 500 Euro immerhin noch 100 Euro vom Staat. Anträge sind nur für die Monate Juni, Juli und August möglich, müssen für jeden Kalendermonat gesondert erfolgen und können auch nur für den jeweils laufenden Monat gestellt werden.

Voraussetzung: ein fast leeres Bankkonto

Voraussetzungen für einen erfolgreichen Antrag sind unter anderem eine Immatrikulation für das Sommersemester 2020, ein inländisches Bankkonto und eine Dokumentation aller Kontoauszüge seit Februar bzw. März, je nach Eingangsdatum des letzten Gehalts. Für den laufenden Monat dürfen Studierende keine weiteren Zuschüsse (bei Stiftungen oder Fördervereinen beispielsweise) beantragen, außerdem müssen sie schriftlich erklären, wie sie in diese Notlage gekommen sind, und gegebenenfalls Nachweise dafür vorlegen.

Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) geht davon aus, dass zwei Drittel der Studentinnen und Studenten vor der Corona-Krise einen Nebenjob hatten, um ihr Studium zu finanzieren. Viele dieser Jobs, zum Beispiel in der Gastronomie, sind weggefallen. Der DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde weist darauf hin, dass einige Studierende alternative Jobs gefunden haben. Aber: "Da gibt es einen Gap." Es seien wesentlich mehr Jobs verloren gegangen, als geschaffen worden seien. Für diese Zielgruppe seien die Überbrückungshilfen "zwingend erforderlich".

Kritik von GEW und Mieterverein

Der Bundesausschuss der Studentinnen und Studenten in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert das späte Anlaufen der Hilfe durch das Bundesbildungsministerium. Die Jobs seien schon im März verloren gegangen. Auch die Voraussetzung eines beinahe leeren Bankkontos wird von der GEW problematisiert. Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, betonte, dass viele bedürftige Studierende am Ende mit leeren Händen dastehen könnten: "Alle Studierende, die keinen Platz unter dem Rettungsschirm finden, sind potentielle Studienabbrecher." Keller sprach sich wiederholt für eine Reform des BAföG aus.

Auch an der Höhe der Überbrückungshilfe gibt es Kritik. Der Geschäftsführer des Mietervereins München, Volker Rastätter, macht auf die Lage am Wohnungsmarkt aufmerksam. BR24 sagt er, ein Zuschuss von 500 Euro im Monat reiche nicht aus, um die Kosten fürs Wohnen zu decken. In Nürnberg, Ingolstadt, Erlagen und München mitsamt Umland zahlen Studierende 600 bis 650 Euro Miete.

100 Millionen Euro

Den Studierendenwerken stellt das BMBF für den Überbrückungskredit insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. "Wir betreten Neuland damit", sagt Meyer auf der Heyde. Für die Bearbeitung und Verwaltung des Projekts erhält das jeweilige Studierendenwerk pro Antrag 25 Euro. Die Überbrückungshilfe ergänzt den Studienkredit, der von Studierenden seit 8. Mai bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden kann. Das Darlehen kann je nach Bedarf bis zu einer Höhe von bis zu 650 Euro im Monat in Anspruch genommen werden und kann zusätzlich beantragt werden.

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Studierende können ab Dienstag Corona-Zuschüsse beantragen. Die Hilfszahlungen müssen nicht zurückgezahlt werden.

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