BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© pa/dpa/EXPA/APA
Bildrechte: pa/dpa/EXPA/APA

Corona-Teststation in Mayrhofen in Tirol

7
Per Mail sharen

    Corona-Mutationen in Tirol: Ausreise zunächst nur noch mit Test

    Aufgrund der hohen Zahl von Infektionen mit der Südafrika-Mutante des Coronavirus wird Tirol gewissermaßen zur Sperrzone. Ausreisen aus dem österreichischen Bundesland sind ab Freitag nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich.

    7
    Per Mail sharen
    Von
    • Georg Wolf
    • BR24 Redaktion
    • Nikolaus Neumaier

    Österreich verhängt im Kampf gegen eine Ausbreitung der Corona-Mutationen nun doch schärfere Maßnahmen in Tirol. Aus dem Bundesland sei - von Osttirol abgesehen - vom kommenden Freitag an für zehn Tage eine Ausreise nur noch mit negativem Corona-Test möglich, sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien.

    Warum die Maßnahme erst ab Freitag gilt

    Das Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein. Nicht betroffen von der Testpflicht ist Osttirol. "Das ist eine zeitlich befristete, aber notwendige Maßnahme, um die Ausbreitung so gut wie möglich zu verhindern", sagte Kurz. In Tirol gibt es derzeit laut Angaben des Kanzleramts insgesamt 400 Verdachtsfälle auf die südafrikanische Variante. 293 Fälle sind bereits bestätigt.

    Auf die Frage, warum die Maßnahme erst ab Freitag gilt, erklärte Kurz, Hektik und Chaos vermeiden zu wollen. Er lehne Vergleiche mit Ischgl ab, weil es jetzt keine Urlauber gebe.

    Tirol sah zuletzt keine Notwendigkeit für Isolation

    In der vergangenen Woche sah das Bundesland Tirol noch keine Notwendigkeit für einen solch drastischen Schritt. Landeschef Günther Platter (ÖVP) hatte da noch die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen angemahnt. Das Land intensiviere die Kontaktnachverfolgung und das Testen.

    Auch am Montag relativierte die politische Führungsspitze Tirols die von der Regierung verhängte Reisewarnung für das österreichische Bundesland. Die Maßnahme sei ein "Rülpser aus Wien", meinte das ÖVP-Landesvorstandsmitglied Franz Hörl am Montagabend im ORF. Viel entscheidender seien Reiseempfehlungen anderer Länder. "Die Deutschen und die Holländer sind ja viel wichtiger für uns", sagte Hörl, der auch Chef des Fachverbands der Seilbahnwirtschaft in Tirol und Nationalratsabgeordneter ist.

    Regierung in Wien setzt sich durch

    Gesundheitsminister Rudolf Anschober hatte daraufhin angekündigt, weitere mögliche Verschärfungen rechtlich prüfen zu lassen, darunter auch ein Freitesten für die Ausreise aus besonders betroffenen Tiroler Regionen. Anschober sprach im ORF von einer "aufgeheizten Stimmung" in Tirol.

    Österreich hatte für das eigene Bundesland Tirol aufgrund der als brisant eingeschätzten Corona-Lage eine Reisewarnung verhängt. Zuletzt war es in dem an Bayern grenzenden Bundesland zu einer starken Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.351 gekommen, die zuerst in Südafrika nachgewiesen worden war.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!