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Corona-Maßnahmen: Österreich will nachziehen | BR24

© dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, ÖVP

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    Corona-Maßnahmen: Österreich will nachziehen

    Die Infektionszahlen in Österreich steigen rasant, Krankenhäuser stoßen an ihre Grenzen. Medien berichten, Kanzler Kurz plane "Lockdown-ähnliche Maßnahmen" ganz nach deutschem Vorbild.

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    Von
    • Clemens Verenkotte

    "Deutschland prescht mit Lockdown vor", "Deutschland zieht die Notbremse", "Quasi-Lockdown in Deutschland": Kein Zweifel, in Österreichs Medien treffen die neuen massiven Einschränkungen im Nachbarland auf große Aufmerksamkeit. Denn die Infektionszahlen in Österreich sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl rund doppelt so hoch wie in Deutschland.

    Allabendlich werden in der ORF-Nachrichtensendung ZiB 1 die Corona-Zahlen gemeldet: "Heute liegen wir wieder deutlich über 3.000 Neuinfektionen, fast 3.400 sind es binnen 24 Stunden. Und der Trend zeigt weiter nach oben. Das zeigt der Sieben-Tage-Schnitt."

    Krankenhäuser stoßen an Kapazitätsgrenzen

    In den drei westlichen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg liegen die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen über 300 je 100.000 Einwohner, landesweit bei 236. Auch die Kurve der Covid-19-Patienten steigt steil an. Mit über 1.500 Menschen, davon 224 auf Intensivstationen, stoßen die Krankenhäuser in einigen Bundesländern bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Binnen zweier Wochen hat sich die Anzahl der Patienten verdoppelt.

    Othmar Grabner, Leiter des Landeskrankenhauses Südsteiermark sagte gegenüber dem ORF: "Die Situation ist angespannt und ernst im Großen und Ganzen. Heute sind wir schon an der oberen Grenze angelangt. Wenn weitere Patienten intensivpflichtig werden, werden wir mit benachbarten Krankenhäusern einen Transfer anstreben."

    In der Steiermark verhängte die Landeskrankenhausgesellschaft bereits gestern Besuchsverbote in allen ihren Spitälern.

    "Lockdown-ähnliche Maßnahmen" wie in Deutschland

    Österreichs Regierung werde angesichts der absehbaren Engpässe bei den Covid-Betten dem deutschen Vorbild folgen, meldeten am späten Mittwochabend die "Salzburger Nachrichten" unter Berufung auf Regierungskreise in Wien. Es werde zu "Lockdown-ähnlichen Maßnahmen" kommen, "wie sie jetzt in Deutschland bereits am 2. November gelten sollen", so die Zeitung. Nach Informationen des "Standard" werde heute nahezu das gesamte Land auf "rot" geschaltet - die höchste Warnstufe auf der vierfarbigen Skala der österreichischen Corona-Ampel.

    Expertenrunde einberufen

    Für den Mittag hat Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Expertenrunde einberufen, mit dem Ziel, so heißt es, die Aufnahmefähigkeit von Covid-Patienten in den Krankenhäusern zu sichern. Auch der "Standard" meldet, dass die Bundesregierung ein Bündel von schärferen Maßnahmen ergreifen wolle, die vergleichbar mit denen in den Nachbarländern sein sollen.

    Sebastian Kurz telefonierte nach eigenen Angaben mit Angela Merkel, um "die gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie abzustimmen." Gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur apa sagte Kurz, ganz Europa befinde sich mitten in der zweiten Welle, deshalb käme es "überall zu weiteren Einschränkungen und lockdown-ähnlichen Zuständen." Im Vorfeld der heutigen Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs kündigte Kurz an, die Grenzen weiterhin offen halten zu wollen.

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