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Corona-Lockerungen: Mehr Besucher in Altenheimen | BR24

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Bewohner eines Altenheims

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    Corona-Lockerungen: Mehr Besucher in Altenheimen

    Ab Montag können statt einer Person pro Bewohner nun wieder mehr Menschen Alten- und Pflegeheime besuchen, genauso Krankenhäuser und Kliniken. Die Einrichtungen begrüßen die Corona-Lockerungen – werden sie aber nicht überall sofort umsetzen können.

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    Ein bisschen Besuch konnten die Bewohner in den bayerischen Pflegeheimen in letzter Zeit schon wieder empfangen. Aber mehr als eine feste, registrierte Person oder jemand aus dem Kreis der Familie war bislang immer noch nicht möglich. Nun werden die Regeln ab Montag, 29. Juni weiter gelockert. Das Wichtigste: Bewohner können wieder mehr Besucher empfangen.

    Die Erleichterungen gelten laut bayerischer Staatsregierung auch in allen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in Krankenhäusern, in Vorsorge-Einrichtungen und Rehakliniken. Allerdings sind weiter überall strenge Hygieneregeln vorgeschrieben.

    Hygiene und Schutz der Altenheim-Bewohner im Fokus

    Die Eckpunkte dafür kommen von der Regierung – umsetzen müssen sie die Häuser aber individuell. Zum Rahmenkonzept zählen beispielsweise Mindestabstände, das Desinfizieren der Hände, ein Mund- und Nasenschutz, vorgeschriebene Wege und dass sich alle Besucher am Eingang registrieren.

    "Es wird wahrscheinlich so ähnlich wie in einem Lokal ablaufen, sagt Dirk Spohd. Er ist Geschäftsführer bei der Inneren Mission München für Hilfe im Alter und für zehn Einrichtungen zuständig – und er begrüßt die Lockerungen: "Die Menschen sind darauf angewiesen, dass das Leben wieder in die Heime kommt." Auch das Ziel der Staatsregierung ist, damit ausdrücklich "sozialer Isolation und Vereinsamung entgegenzuwirken."

    Kritik: Gesundheitsministerium schickt Vorgaben zu spät

    Das Problem vieler Einrichtungen ist jedoch: Sie kennen zwar schon länger den groben Rahmen des Konzepts, allerdings nicht die detaillierten Handlungsanweisungen aus dem Gesundheitsministerium – diese veröffentlichte das Ministerium erst am Samstag.

    "Erst wird etwas verkündet, dann laufen die Telefone bei uns heiß und wir sind die Bösen, wenn wir die Details noch nicht kennen", kritisiert Doris Schneider. Sie ist Geschäftsführerin für den Bereich Altenheime beim Caritasverband der Erzdiözese München und Freising und für 28 Häuser zuständig.

    Aufgrund der knappen Zeit müssten sich die Angehörigen und Bewohner ihrer Einrichtungen nun noch gedulden. "Wir können leider erst im Laufe der nächsten Woche sagen, wie wir es konkret umsetzen werden", erklärt Schneider.

    Schon jetzt individueller Umgang mit Corona-Regeln

    Bereits jetzt sehe die Praxis in den einzelnen Einrichtungen sehr unterschiedlich aus, sagt Dirk Spohd von der Inneren Mission – "eine Art Föderalismus". Denn gewisse Freiräume habe es schon vorher gegeben: Je nach Platz, Zimmergröße und Personal hätten manche Häuser in den vergangenen Wochen Besucher innen empfangen, andere wiederum nur Spaziergänge draußen ermöglichen können.

    Auf solche Punkte werde die Innere Mission auch mit den Lockerungen und mehr Besuchern noch stärker ihr Augenmerk legen. "Wir müssen die höchstmögliche Sicherheit der Bewohner garantieren", sagt Spohd. "wir sind aber überzeugt, dass die Angehörigen das gut umsetzen werden."

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