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Noch weniger Kontakte: Corona-Lockdown wird länger und schärfer | BR24

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Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Bund und Länder die Kontaktbeschränkungen verschärft. Unter anderem wurde auch der Bewegungsradius in Hotspots verkleinert.

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Noch weniger Kontakte: Corona-Lockdown wird länger und schärfer

Bund und Länder haben eine Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns beschlossen: Die Kontaktbeschränkungen werden für alle strenger, Bürger in Hotspots dürfen sich maximal 15 km von ihrem Wohnort entfernen. Kitas und Schulen bleiben zu.

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Von
  • Petr Jerabek
  • Jürgen P. Lang

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus bis Ende des Monats beschlossen. Das sagte Merkel im Anschluss an den Corona-Gipfel. Restaurants, Hotels, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie viele Geschäfte bleiben damit bis mindestens 31. Januar geschlossen. Das gilt auch für Kitas und Schulen. Zudem werden der Kanzlerin zufolge auch "Betriebskantinen schließen, wo immer die Arbeitsabläufe das zulassen".

Auch darüber hinaus wird der Lockdown noch einmal verschärft - insbesondere die Kontaktbeschränkungen. In Bayern werden die neuen Maßnahmen spätestens am 11. Januar in Kraft treten.

Treffen nur noch mit einer Person

Bisher dürfen sich maximal fünf Menschen ab 14 Jahren aus zwei Haushalten treffen. Nun werden die Regeln vom vergangenen März wieder gelten und private Zusammenkünfte laut der Kanzlerin nur noch im "Kreis des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person" erlaubt.

15-km-Bewegungsbeschränkung für Corona-Hotspots

Beschlossen haben Bund und Länder darüber hinaus Bewegungseinschränkungen. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) soll es eine Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort geben, "sofern kein triftiger Grund vorliegt". Tagestouristische Ausflüge stellen dem Bund-Länder-Beschluss zufolge "explizit keinen triftigen Grund da".

Derzeit liegen bundesweit rund 70 Städte und Landkreise über diesem Wert. In Bayern sind es fast zwei Dutzend Landkreise und kreisfreie Städte.

Testpflicht für Reiserückkehrer

Darüber hinaus verständigten sich Bund und Länder auf eine Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland. Wer nach Deutschland einreist, muss einen aktuellen Corona-Test vorlegen und trotzdem zunächst in Quarantäne, wie Merkel ankündigte. Für die Verkürzung der zehntägigen Quarantäne sei nach fünf Tagen ein weiterer negativer Corona-Test nötig. Für Bayern wurde ein solches Vorgehen schon vor Weihnachten beschlossen.

Bayerisches Kabinett beschließt konkrete Regeln am Mittwoch

Merkel sprach von einschneidenden, aber notwendigen Maßnahmen. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), betonte, es sei jetzt "keine Zeit für Halbherzigkeiten" - weder bei beschlossenen Maßnahmen noch bei der Impfstrategie. Mit der Impfung gebe es jetzt eine zweite Säule im Anti-Corona-Kampf.

Die Länder müssen die heutigen Beschlüsse nun durch Verordnungen umsetzen. In Bayern berät das Kabinett am Mittwochvormittag darüber, wie die neuen Maßnahmen im Freistaat konkret aussehen werden. Am Freitag wird im Landtag darüber diskutiert. Über das weitere Vorgehen im Februar wollen Bund und Länder dann am 25. Januar beraten.

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Der Corona-Lockdown wird verlängert und verschärft. Der Virologe Prof. Oliver Keppler von der LMU München hält das für richtig und zeigte sich in der Rundschau des BR Fernsehens grundsätzlich zuversichtlich.

Söder: Die Lage ist ernst

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigte die neuen Corona-Beschlüsse. "Das, was wir heute tun, folgt ausschließlich dem wissenschaftlichen Rat, Corona ernst zu nehmen". Die Lage sei nach wie vor ernst, die Zahlen nach wie vor hoch, sagte der CSU-Politiker. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich relativ hoch.

Auch "die Herausforderungen, die wir aus Weihnachten, Silvestern und den Reiserückkehrern haben", seien in den aktuellen Zahlen noch nicht abgebildet. Deswegen wäre es laut Söder falsch, jetzt frühzeitig abzubrechen. Hinzu kämen große Sorgen über ein mutiertes Virus. Merkel sagte, nach Angaben der Experten werde es erst ab 17. Januar eine klare Datenlage geben.

"Keine Präsenz in Schule und Kita" in Bayern

Söder betonte, die Beschlüsse zu den Kontaktpersonen und dem Bewegungsradius seien keine Drangsalierung. Es sei notwendig, die Kontakte und Mobilität weiter zu reduzieren. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass auch Schulen und Kitas zur Verbreitung des Virus beitragen könnten, die Sicherheit der Schüler und Lehrer habe Priorität.

Daher bleibe es in Bayern dabei: "keine Präsenz in Schule und Kita." Es werde Distanzunterricht und eine Notbetreuung geben. Dankbar zeigte sich Söder für den Beschluss, dass es für Eltern, die ihr Kind betreuen müssen, die Möglichkeit weiterer Krankheitstage geben werde.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bund-Länder-Beschlüsse zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen gelobt. Er warnte auch vor der Mutation aus Großbritannien.

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