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Am Dienstag beraten Bund und Länder über den weiteren Corona-Kurs. Dabei scheint schon klar, dass der jetzige Lockdown verlängert und auch nochmal verschärft wird. Aber wie? Unionsfraktionschef Brinkhaus sagt dazu: "Jetzt lieber einmal richtig."

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Corona-Lockdown länger und strenger - aber wie streng?

Am Dienstag beraten Bund und Länder über den weiteren Corona-Kurs. Dabei scheint schon klar, dass der jetzige Lockdown verlängert und auch nochmal verschärft wird. Aber wie? Unionsfraktionschef Brinkhaus sagt dazu: "Jetzt lieber einmal richtig."

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Von
  • Eva Böck

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), befürchtet, dass der Lockdown in Deutschland zur "Endlosschleife bis zum Sommer" werden könnte. Um das zu verhindern, müssen die Maßnahmen aus seiner Sicht noch deutlich strenger werden.

Brinkhaus: "Alles muss auf den Tisch"

Seine Devise: "Jetzt lieber einmal richtig!" In der WDR-Sendung "Aktuelle Stunde" antwortete er auf die Frage, ob es bei der Beratung von Kanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs auch um nächtliche Ausgangsbeschränkungen gehen soll: "Ja, es muss alles auf den Tisch gelegt werden."

Ansetzen würde Brinkhaus auch beim Thema Homeoffice und - was eigentlich von Regierungsseite schon dementiert wurde - beim öffentlichen Nahverkehr:

"Wir werden auch nochmal schauen müssen, ob man den Nahverkehr nicht abschaltet oder zumindest so organisiert, dass dort nicht mehr so viele Menschen in einem Bus oder in einem Waggon sind." Unionsfraktionschef Brinkhaus im Interview mit RTL/ntv

Jung: "Lockdown hat bisher wenig bewirkt"

Auch Städtetagspräsident Burkhard Jung findet, dass jetzt nicht die Zeit für Lockerungen, sondern eher für Verschärfungen ist. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Jung, der auch Oberbürgermeister von Leipzig ist, die Lage sei weiter sehr ernst, die Zahl der täglichen Toten erschreckend. Und die Corona-Mutationen machten das Infektionsgeschehen noch unberechenbarer.

Bei der Bund-Länder-Schalte am Dienstag müsse überlegt werden, ob "weitere Bereiche in die Beschränkungen einbezogen werden müssen." Welche Bereiche er damit meint, ließ Jung offen. Allerdings: Für Schulen und Kitas sieht er gerade "in der Regel keine Öffnungsperspektive". Und: Der bisherige Lockdown habe wenig bewirkt.

GEW: Kita-Shutdown nur im äußersten Notfall

Ein noch härterer Lockdown könnte bedeuten, dass auch Kitas komplett dicht machen müssen. Dazu sollte es nur im äußersten Notfall kommen, warnt die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe. Sie hofft auf Konzepte der Politik, die Gesundheitsschutz, Betreuung und Erziehung miteinander vereinbar machen.

Chef der Wirtschaftsweisen warnt vor Überreaktion

Vor Aktionismus warnt derweil der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld. Die Politik müsse aufpassen, "dass sie nicht in Aktivismus abdriftet", sagte Feld der "Rheinischen Post". Er verweist darauf, dass die Lieferketten in Deutschland stark ausdifferenziert sind.

Ein längerer und strengerer Lockdown könnte seiner Ansicht nach zur Folge haben, dass es Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung gibt. Dabei hat Felds Stimme durchaus Gewicht: Er ist nicht nur Chef der Wirtschaftsweisen, sondern gehört auch zur Corona-Expertengruppe der Akademie Leopoldina. Letztere berät das Kanzleramt in Pandemie-Fragen.

Merkel drückt aufs Tempo

Das Kanzleramt jedenfalls wirkt alarmiert, vor allem mit Blick auf die offensichtlich ansteckenderen Mutationen des Corona-Virus. Deshalb ist die Bund-Länder-Schalte, die eigentlich am 25. Januar hätte stattfinden sollen, auf kommenden Dienstag vorgezogen worden.

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