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Corona-Lage: Spahn offen für frühere Weihnachtsferien | BR24

© pa/dpa/Michael Sohn

Gesundheitsminister Jens Spahn

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    Corona-Lage: Spahn offen für frühere Weihnachtsferien

    18.500 neue Corona-Fälle binnen eines Tages: Beim Infektionsgeschehen in Deutschland sieht Gesundheitsminister Spahn noch keine Trendwende. Einen früheren Start in die Weihnachtsferien hält er deshalb für möglich. Bayerns Kultusminister ist dagegen.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Alexander Brutscher

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich offen für einen früheren Start der Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie gezeigt. "Das ist sicherlich ein Teil der Debatte, auch für Montag oder auch für die Folgewochen", sagte Spahn den Fernsehsendern RTL und ntv mit Blick auf die Corona-Beratungen von Bund und Ländern am nächsten Montag. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig, so Spahn. "Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben."

    Einen früheren Start in die Weihnachtsferien hatte zuvor Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ins Gespräch gebracht. Der CDU-Politiker hatte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gesagt, dies könne in Erwägung gezogen werden, "um Familien mit mehreren Generationen ein unbeschwerteres Weihnachtsfest zu ermöglichen, wenn die Corona-Fallzahlen im Dezember weiter auf einem hohen Niveau bleiben sollten". Weihnachten habe in den meisten Familien "eine sehr hohe Bedeutung, da wollen die Menschen Begegnungen haben, beisammen sein, gemeinsam Zeit verbringen", sagte Laschet.

    Piazolo lehnt Ferien-Diskussion ab

    Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hält nichts von einer Debatte über die Weihnachtsferien. Dies verursache nur Unruhe, sagte der Minister in München. Er wolle die Diskussion weder mit Verkürzung noch mit Verlängerung führen. Es gebe so viele Themen, die man in der Schule lösen müsse, dass man nicht ständig über die Ferien reden solle, sagte Piazolo.

    261 Corona-Tote an einem Tag in Deutschland

    Nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden innerhalb von 24 Stunden bundesweit 18.487 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 3.155 Fälle mehr als am Dienstag. Im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche (17.214) ist der Wert etwas höher.

    Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 705.687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Todesfälle stieg um 261 auf insgesamt 11.767.

    Politiker sehen noch keine Trendwende

    Gesundheitsminister Spahn erklärte, die Dynamik des Infektionsgeschehens habe sich in den vergangenen Tagen "deutlich reduziert". Das sei erstmal ermutigend, "aber es reicht noch nicht". Noch sei es zu früh, von einer "Trendwende" zu sprechen.

    Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich in der ARD mit Blick auf das Bund-Länder-Treffen am 16. November skeptisch, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens rasch aufgehoben werden können. Es gebe derzeit noch keine substanzielle Reduzierung der Neuinfektionen, sagte der CDU-Politiker. Es sei "maximal eine leichte Seitwärtsbewegung" erreicht.

    Skepsis gegenüber möglichen Lockerungen der Corona-Auflagen hatten bereits Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und der baden-württembergische Landeschef Winfried Kretschmann geäußert. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) appellierte an die Bürger, sich jetzt diszipliniert zu verhalten. Er hoffe, dass "wir in der Weihnachtszeit und um den Jahreswechsel in einer epidemiologisch besseren Situation sind als heute", sagte Seehofer in Berlin. "Das geht nur mit Disziplin."

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