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Corona-Krise: Wirtschaft und Staatsfinanzen brechen ein | BR24

© pa / dpa

Mundschutz mit abfallender Börsenkurve auf Deutschlandfahne

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    Corona-Krise: Wirtschaft und Staatsfinanzen brechen ein

    Das Minus ist nicht ganz so groß, wie es das Statistische Bundesamt erwartet hatte, aber dennoch heftig: Die deutsche Wirtschaftsleistung schrumpfte im 2. Quartal um 9,7 Prozent. Auch die Haushaltszahlen sind tiefrot.

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    Die Corona-Krise reißt ein tiefes Loch in die deutschen Staatsfinanzen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen gaben im ersten Halbjahr 51,6 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit bei 3,2 Prozent. Bei den Einnahmen gab es erstmals seit 2010 einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Ausgaben des Staates erhöhten sich dagegen um 9,3 Prozent.

    Das Bruttoinlandsprodukt brach im zweiten Quartal um 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ein - etwas weniger, als erwartet: In einer ersten Schätzung waren die Statistiker von einem Minus von 10,1 Prozent ausgegangen. Im März und April hatten in Folge der Pandemie Teile der deutschen Wirtschaft faktisch stillgestanden.

    Auch Exporte und Import betroffen

    Ähnlich verhielt es sich in vielen anderen großen Volkswirtschaften, was den Außenhandel massiv belastete. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde brachen im zweiten Vierteljahr die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen ein. Auch die privaten Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen waren rückläufig.

    Hilfspaket gegen die Rezession

    Bereits zum Jahresanfang war die Wirtschaftsleistung leicht gesunken. Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft, steckt in einer tiefen Rezession. Die Bundesregierung hatte nach Beginn der Pandemie im März ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt. Um die Konjunktur anzukurbeln, legte sie im Sommer mit einem 130 Milliarden Euro schweren Paket für die Jahre 2020 und 2021 nach. Unter anderem wurde die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent. Das soll den Konsum als wichtige Stütze der Konjunktur anschieben.

    Die EU-Staaten hatten wegen der Corona-Krise erstmals die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts ausgesetzt, wonach das Haushaltsdefizit nicht über drei Prozent und die Gesamtverschuldung nicht über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen darf. Deutschland hatte zuletzt im Gesamtjahr 2011 ein Defizit verbucht.

    Hoffnung auf das zweite Halbjahr

    Volkswirte gehen davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnimmt, vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht erneut deutlich an. "Nach dem starken Einbruch im ersten Halbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal 2020 sehr kräftig wachsen", heißt es beispielsweise im jüngsten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank.

    Die Bundesregierung rechnet trotzdem mit Blick auf das Gesamtjahr mit der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Sie ging zuletzt von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent aus.

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