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Corona-Krise: Trump schwört USA auf harte Zeiten ein | BR24

© dpa-Bildfunk/Patrick Semansky

Corona-Krise: Trump schwört USA auf harte Zeiten ein

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Corona-Krise: Trump schwört USA auf harte Zeiten ein

Das Coronavirus breitet sich in den USA rasant aus. Die Regierung rechnet mit dramatisch ansteigenden Opferzahlen. Trump will 1.000 Militärärzte und -Pfleger nach New York entsenden - dem Brennpunkt der Epidemie.

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US-Präsident Donald Trump hat die Bevölkerung angesichts der Coronavirus-Pandemie auf "sehr schreckliche" Zeiten eingestimmt. Die kommende Woche werde wahrscheinlich die härteste, sagte Trump. Landesweit stieg die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in den USA am Samstag nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf 311.544. Mehr als 8.300 Menschen starben demnach an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

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Es werde weitere Tote geben, sagte Trump beim täglichen Pressebriefing im Weißen Haus in Washington. Der US-Präsident will Tausende Militärangehörige zur Unterstützung im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie schicken. Allein in der besonders schwer von der Epidemie betroffenen Stadt New York sollen es mehr als 1.000 Militärangehörige sein - einschließlich Ärzten und Krankenschwestern.

2.600 Tote am Tag befürchtet

Der US-Präsident war zu Beginn der Krise scharf kritisiert worden, weil er die Pandemie verharmlost und von einem "Schwindel" der Demokraten gesprochen hatte. Mittlerweile hat Trump seine Rhetorik geändert. Am Freitag empfahl er den Bürgern sogar das Tragen eines einfachen Mund-Nase-Schutzes. Er selbst wolle dies aber nicht tun, betonte er.

Die USA sind mit großem Abstand das Land mit den meisten bestätigten Corona-Fällen weltweit. Allerdings liegt das auch daran, dass in den Vereinigten Staaten inzwischen umfassend getestet wird. Brennpunkt der Pandemie ist der Bundesstaat New York. Dort starben inzwischen knapp 3.600 Menschen an Covid-19, die meisten von ihnen in New York City. Es gibt mehr als 63.300 Corona-Fälle.

Experten rechnen für die kommenden zehn Tage mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen im ganzen Land. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies erneut auf eine Modellrechnung, wonach die Opferzahlen noch bis Mitte April auf rund 2.600 Tote pro Tag ansteigen könnten. Auch der US-Chefimmunologie Anthony Fauci rechnet mit einer Zunahme von Todesfällen infolge der Viruserkrankung. Er gab an, einen Plan für den Fall einer zweiten Coronavirus-Welle vorbereitet zu haben. Das Risiko eines Wiederaufflammens sei real.

Zölle auf Ölimporte?

Trump betonte, dass die USA nicht auf Dauer zum Stillstand kommen könnten. "Wir werden unser Land nicht zerstören." Er fügte hinzu: "An einem bestimmten Punkt werden einige harte Entscheidungen zu treffen sein."

Angesichts des jüngsten Preisverfalls auf dem Ölmarkt wolle die US-Regierung die Öl- und Gasindustrie des Landes mit allen verfügbaren Mitteln unterstützen, erklärte der US-Präsident. Falls es nötig sei, könnten auch neue Zölle auf Ölimporte erwogen werden, so Trump. "Ich werde tun, was auch immer nötig ist", versprach er. In der wichtigen Industrie stünden in den USA jetzt viele Arbeitsplätze auf dem Spiel.

© BR/Peter Mücke

New Yorks Bürgermeister De Blasio hat Sonntag, den 5. April, zum D-Day erklärt: Wenn die Krankenhäuser und Nothospitäler der Stadt bis dahin nicht gerüstet seien, würden Menschen sterben, die nicht sterben müssten.

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