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Corona-Krise: Trump erwägt New York unter Quarantäne zu stellen | BR24

© picture alliance/AP/Invision

US-Präsident Donald Trump erwägt, New York unter Quarantäne zu stellen. Die Stadt ist am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen.

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Corona-Krise: Trump erwägt New York unter Quarantäne zu stellen

Die USA sind mit mehr als 100.000 Fällen das Land mit den meisten Corona-Ansteckungen weltweit. Präsident Trump erwägt New York unter Quarantäne zu stellen. Die UN spendet 250.000 Gesichtsmasken. Die aktuellen Entwicklungen in den USA im Überblick.

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Die Coronavirus-Pandemie hat die USA weiter fest im Griff. Die USA haben China und Italien bei der Zahl der Erkrankungen inzwischen überholt und sind mit mehr als 110.000 Fällen das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Rund 1.800 Menschen in den Vereinigten Staaten starben bisher an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19. Die Regierung ergreift neue Maßnahmen zur Krisenbekämpfung, auch die UN engagieren sich. Eine Übersicht der aktuellen Entwicklungen.

Trump will New York unter Quarantäne stellen

Die US-Regierung erwägt nach Aussage von Präsident Donald Trump in der Coronavirus-Krise, New York und andere besonders betroffene Landesteile abzuschotten. "Einige Leute würden New York gerne unter Quarantäne gestellt sehen, weil es ein Hotspot ist", sagte Trump außerhalb des Weißen Hauses zu Reportern. Er spezifizierte, dass es bei den Überlegungen um Reisebeschränkungen für Bewohner von Regionen gehe, in denen sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Neben New York werde auch über New Jersey und gewisse Teile von Connecticut nachgedacht, sagte Trump. Viele New Yorker würden derzeit nach Florida reisen. "Das wollen wir nicht", sagte Trump. Mit Blick auf mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sagte Trump: "Ich würde es lieber nicht tun, aber vielleicht brauchen wir es."

New York City hat bislang mehr als 26.000 bestätigte Infizierte und 450 Tote durch die Lungenkrankheit Covid-19 und ist damit das Epizentrum der Krise in den USA. Die Millionenmetropole plant in der Corona-Krise vier weitere provisorische Notkliniken. Neben den bereits aufgebauten Krankenhäusern und einem am Montag erwarteten Lazarettschiff der US-Armee sollen Gebäude in den Stadtteilen Brooklyn, Queens, Staten Island und der Bronx umfunktioniert werden, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag bei seiner täglichen Krisen-Pressekonferenz.

New York verlegt Vorwahlen für die Präsidentschaft auf 23. Juni

Mittlerweile hat der US-Bundesstaat New York seine Vorwahlen im Präsidentschaftsrennen wegen der Corona-Krise verlegt. Statt am 28. April würden die Abstimmungen nun am 23. Juni stattfinden, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Damit folgt New York einer Reihe weiterer Staaten, die ihre Wahlen angesichts der Pandemie bereits verschoben haben. Im Rennen der Demokraten liegt der ehemalige Vize-Präsident Joe Biden vor Senator Bernie Sanders.

UN spenden den USA 250.000 Gesichtsmasken für New York

Die Vereinten Nationen spenden den USA 250.000 Gesichtsmasken für die besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene Millionenstadt New York. "New York ist für uns nicht nur unser Zuhause oder das Hauptquartier der Vereinten Nationen. Es ist eine lebendige internationale Hauptstadt, über die die Welt kommuniziert, debattiert, handelt und gedeiht", ließ UN-Generalsekretär António Guterres am Samstag mitteilen. Man hoffe, dass man die Ärzte und Pfleger in der Metropole damit unterstützen könne. Die Masken kommen den UN zufolge aus eigenen Lagern in New York.

Immer wieder haben Krankenhäuser in der Stadt im angesichts stark ansteigender Patientenzahlen gewarnt, dass ihnen in den kommenden Wochen wichtige medizinische Ausrüstung wie Schutzkleidung ausgehen könnte. Es fehlt aber vor allem auch an Beatmungsgeräten.

Lazarettschiff trifft in Los Angeles ein

Zur Entlastung der Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise ist ein Lazarettschiff des US-Militärs in Los Angeles eingetroffen. Die "Mercy" werde mit ihren 1.000 Betten als zusätzliche Klinik dienen, erklärte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom auf Twitter. Das Schiff hatte den Hafen der Stadt am Freitag erreicht. US-Medien berichteten, dass es bereits an diesem Samstag einsatzbereit sein sollte. Auf dem Schiff sollen ausschließlich Patienten behandelt werden, die nicht an der neuen Lungenerkrankung Covid-19 leiden.

US-Präsident Donald Trump wollte am Samstag im US-Bundesstaat Virginia beim Auslaufen eines weiteren Lazarettschiffs dabei sein. Die "Comfort" wird nach New York fahren, um dort weitere Krankenhausbetten bereitzustellen. Der Johns-Hopkins-Universität zufolge sind allein in New York mehr als 26.690 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. In den USA liegt die Zahl insgesamt bei mehr als 104.800. Mehr als 1.700 Menschen sind bereits gestorben.

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