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Corona-Krise: Millionen-Ausfälle bei Kirchensteuer | BR24

© dpa-Bildfunk/Lino Mirgeler

Gläubige in der Münchner St.-Michaels-Kirche.

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    Corona-Krise: Millionen-Ausfälle bei Kirchensteuer

    Wegen der Corona-Krise werden den Kirchen-Kassen dreistellige Millionenbeträge wegbrechen. Denn im Zuge der Kurzarbeit entfällt vielerorts auch die Kirchensteuer. Nun werden Rücklagen angezapft oder Haushaltssperren verhängt.

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    Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer in Deutschland rechnet im Zuge der Corona-Krise für das Jahr 2020 mit Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer von mindestens zehn Prozent. Das zeigt eine Umfrage der Nachrichtenagentur epd unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern.

    Grund für den Rückgang der Kirchensteuer, die an die Lohn- und Einkommenssteuer gekoppelt ist, ist vor allem die Kurzarbeit im Zuge der Pandemie. Denn auf das Kurzarbeitergeld wird keine Kirchensteuer erhoben.

    Einbußen von 140 Millionen Euro

    Die größten evangelischen Landeskirchen rechnen demnach mit Rückgängen zwischen zwölf und 16 Prozent. In Hannover erwartet die Kirchenleitung, dass allein im Jahr 2020 am Ende bis zu 90 Millionen Euro in der Kasse fehlen könnten. Das entspricht rund 15 Prozent des Kirchensteueraufkommens von 2019.

    Die rheinische und die bayerische Landeskirche sowie die Nordkirche rechnen mit Einnahmerückgängen um etwa zwölf Prozent. In Württemberg geht man von einer Finanzierungslücke von etwa 16 Prozent aus, einem Wert von etwa 140 Millionen Euro.

    Finanzielle Situation rasant verschlechtert

    Auch 24 katholische Bistümer befürchten spürbare Einschnitte. Die größte Diözese, das Erzbistum Köln, teilte mit, dass im laufenden Wirtschaftsjahr die Einnahmen bei der Kirchensteuer um zehn Prozent zurückgehen könnten. Das entspreche einem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro. Damit ergebe sich finanziell eine Situation, die nach bisherigen Prognosen erst in einigen Jahren zu erwarten gewesen wäre.

    Im Bistum Trier rechnet man mit einem Rückgang um zehn Prozent, im Bistum Mainz sogar um 20 Prozent. Dort könnten nach derzeitigen Rechnungen 45 bis 50 Millionen Euro in der Kasse fehlen, im Bistum Freiburg zwischen 23 und 63 Millionen Euro.

    Zugriff auf Rücklagen

    Die meisten der Bistümer und Landeskirchen wollen die Rückgänge aus einer Kombination von angesparten Rücklagen und kurzfristigen Sparmaßnahmen auffangen. Mancherorts wurden aber auch schon Haushaltssperren verhängt.

    Trotz sinkender Mitgliederzahlen waren die Kirchensteuereinnahmen in den vergangenen Jahren gestiegen. Die evangelische Kirche meldete für das Jahr 2019 Einnahmen in Höhe von 5,9 Milliarden Euro. Für die katholische Kirche liegen noch keine Zahlen für 2019 vor, 2018 nahm sie 6,7 Milliarden Euro durch Kirchensteuern ein.

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