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Groko ist einig: Auch Söder will längere Corona-Hilfe für Eltern | BR24

© dpa/Peter Kneffel

Markus Söder am Montag nach der CSU-Vorstandssitzung.

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    Groko ist einig: Auch Söder will längere Corona-Hilfe für Eltern

    Die Spitzen von CDU und CSU unterstützen die Forderungen des Koalitionspartners SPD, Familien in der Corona-Krise stärker zu unterstützen. CSU-Chef Söder und CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer befürworten, den Anspruch auf Lohnfortzahlung zu verlängern.

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    In der Großen Koalition herrscht große Einigkeit darüber, die Lohnfortzahlung für Eltern zu verlängern, die ihre Kinder wegen Corona zu Hause betreuen müssen und daher nicht arbeiten können. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - und als CSU-Chef auch wichtiger Teil der Groko in Berlin - sagte nun dem "Spiegel", dass Eltern in dieser schweren Situation weiter unterstützt werden müssten.

    Laut Teilnehmerangaben habe er diese Haltung auch in der CSU-Vorstandsschalte am Montag deutlich gemacht. Er und seine Partei unterstützten die Verlängerung der Lohnfortzahlung. Bisher wird sie nur für maximal sechs Wochen bezahlt. Viele Eltern dürften diese Grenze in der Corona-Krise demnächst erreichen.

    Auch Kramp-Karrenbauer unterstützt

    Zuvor hatte sich bereits die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer dafür ausgesprochen, den betroffenen Eltern auch künftig eine Lohnfortzahlung zu gewähren. Diese Hilfe solle bis zum Ende des Jahres fortgesetzt und die Bezugsdauer von sechs auf zehn Wochen erhöht werden, sagte Kramp-Karrenbauer der "Saarbrücker Zeitung".

    Bisher bekommen Eltern nach einer Regelung im Infektionsschutzgesetz eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent des Nettoeinkommens bis zu einer Grenze von 2.016 Euro im Monat, wenn sie nicht arbeiten können, weil ihre Kinder wegen der Schließungen von Kitas und Schulen nicht betreut werden. Die Lohnersatzleistung wird von Bund und Ländern je zur Hälfte finanziert, was einige Länder kritisieren.

    SPD hatte sich bereits für Anschlussregelung stark gemacht

    Für eine Anschlussregelung hatten sich zuvor Sozialminister Hubertus Heil und Familienministerin Franziska Giffey eingesetzt (beide SPD), ebenso wie SPD-Chefin Saskia Esken. "Auch in Zeiten, in denen Schulen und Kitas schrittweise geöffnet werden und die Notbetreuung ausgebaut wird, ist eine entsprechende Lösung notwendig", so ein Sprecher des Arbeitsministeriums. Die Grünen nennen die Fortführung der Lohnfortzahlung "das Mindeste", dies allein sei aber nicht ausreichend. Kritik kam auch von Linkspartei und DGB.

    Das Thema wird auch eine Rolle spielen bei einem Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern von Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden an diesem Montag.

    Kramp-Karrenbauer: "Mehr Druck auf Frauen"

    Kramp-Karrenbauer sagte der Zeitung: "Was Familien derzeit leisten, ist enorm und hat meinen vollen Respekt." Zugleich zeigte sich die Parteichefin besorgt über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gleichberechtigung. "Wenn es hart auf hart kommt, lastet meist mehr Druck auf Frauen." Es dürfe daher nicht sein, "dass Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung dadurch nun Nachteile haben."

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