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Coronakrise: Hoffnungsschimmer in Italien | BR24

© Norbert Rzepka/augenklick/Rzepka-Pressefoto/dpa

In Italien deutet sich erstmals in der Corona-Krise eine positive Entwicklung an: Die Todesrate sinkt seit einigen Tagen.

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    Coronakrise: Hoffnungsschimmer in Italien

    Italien fasst Zuversicht: Die Zahl der Toten wächst nicht mehr ganz so schnell wie in den vergangenen Tagen. Am Montag wurden 602 Verstorbene gemeldet, am Samstag waren es noch fast 800. Von einer Trendwende wagt aber bis jetzt niemand zu sprechen.

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    Der vorsichtige Optimismus in Italien wächst. Es sei zwar noch zu früh von einer Trendwende in der Coronavirus-Krise zu sprechen, sagt der Präsident des nationalen Gesundheitsrats Brusaferro, aber die Entwicklung der vergangenen beiden Tage sei positiv.

    Laut der gestern Abend veröffentlichten aktuellen Daten liegen sowohl die Zahlen der registrierten Neuinfektionen als auch der Todesfälle in Italien erneut unter denen des Vortages: Der Zivilschutz meldete am Montag einen Anstieg der Todesfälle um 602 auf 6.077. Das ist der niedrigste Zuwachs seit vier Tagen. Die Zahl der bekannten Ansteckungen stieg in den vergangenen 24 Stunden um 4.789 auf 63.927 - seit fünf Tagen immerhin der geringste Zuwachs.

    "Sehen langsam Licht am Ende des Tunnels"

    In der besonders stark betroffenen norditalienischen Region Lombardei, sind die Zahlen ebenfalls rückläufig. "Heute ist vielleicht der erste positive Tag, den wir in diesem harten, sehr schweren Monat hatten", sagte Giulio Gallera, der führende Vertreter der lombardischen Gesundheitsbehörden. "Es ist nicht die Zeit, einen Sieg zu feiern, aber wir sehen langsam Licht am Ende des Tunnels", so Gallera.

    Gesundheitsratspräsident Brusaferro gibt allerdings zu bedenken, es sei noch zu früh um zu sagen, dass der jüngste Rückgang bei den täglichen Todesfällen und Neuinfektionen sich fortsetzen werde. Der beobachtete Effekt ist aus seiner Sicht auf die vor zwei Wochen in Italien verhängten Ausgangsbeschränkungen zurückzuführen.

    Immer mehr italienischer Mediziner unter Todesopfern

    Indessen sorgte der Ärzte-Verband Fnomceo mit einer immer längeren Liste toter italienischer Mediziner für neues Entsetzen: Bergamo, Parma, Cremona - die Namen einiger Städte, wo sich viele Ärzte in den überfüllten Krankenhäusern angesteckt haben. Die Aufzählung der Toten umfasst inzwischen mehr als 20 Namen. Krankenschwestern, die über zu wenig Schutzkleidung und totale Arbeitsüberlastung berichten, sind auch betroffen - aber dort nicht aufgeführt. Mehrere Priester, die Kranken geholfen hatten, starben ebenfalls in den Epizentren der Pandemie im Norden.

    Umso mehr dankte Italiens Zivilschutzchef Borrelli Deutschland für seine Unterstützung in der Krise: Dass Sachsen sechs mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus Italien aufnimmt, sei, so Borelli, ein wichtiges Zeichen der internationalen Solidarität. Die Erkrankten sollen in Leipzig und Dresden behandelt werden