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Corona-Krise: Ausbildungsprämie für Betriebe beschlossen | BR24

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    Corona-Krise: Ausbildungsprämie für Betriebe beschlossen

    Kleine und mittelständische Firmen, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Corona-Zeiten ihre Ausbildungsplätze erhalten oder sogar ausbauen, sollen staatliche Prämien bekommen. Das hat das Bundeskabinett beschlossen.

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    Die Bundesregierung will mit einem Schutzschirm im Volumen von 500 Millionen Euro die betriebliche Ausbildung auch in der Coronavirus-Krise sichern. Betriebe, die trotz erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiter ausbilden, sollen finanzielle Unterstützung bekommen.

    "Mit der Ausbildungsprämie machen wir deutlich: Wir kämpfen um jeden Ausbildungsplatz." Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)

    Mit dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" sollen kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten zeitlich befristet Unterstützung erhalten, damit sie ihre Ausbildungsaktivitäten aufrechterhalten. Sicherer und gewinnbringender könnte die Bundesregierung Geld gar nicht anlegen, erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

    "Nach ihrer Ausbildung werden diese jungen Menschen dazu beitragen, dass Wirtschaft und Wohlstand in Deutschland wieder wachsen." Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)

    Prämien von bis zu 3.000 Euro

    Konkret sollen Unternehmen, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, mit einer einmaligen Ausbildungsprämie in Höhe von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gefördert werden. Unternehmen, die ihre Ausbildungsleistung sogar erhöhen, erhalten für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro. Außerdem sollen Unternehmen, die Azubis aus pandemiebedingt insolventen Betrieben bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, je Auszubildendem eine Prämie von 3000 Euro bekommen.

    Flaute bei Lehrvertragsabschlüssen

    In Handwerk, Industrie und Handel herrscht Sorge, dass die betriebliche Ausbildung einbricht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden bisher deutlich weniger Lehrverträge für das im Herbst beginnende Ausbildungsjahr abgeschlossen.

    Mittelstand: Die rot-schwarze Ausbildungsprämie ist realitätsfremd

    Kritik an der Ausbildungsprämie kam von Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Es sei zwar richtig, dass die Bundesregierung sich Gedanken über eine Förderung der mittelständischen Betriebe macht, die in der Corona-Krise weiterhin ausbilden und sogar noch zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Dass sich aber ein Mittelständler in einer existentiellen Krise fast "vollkommen nackt" machen müsse, um eine Prämie von höchstens 3.000 Euro im Jahr zu bekommen, sei realitätsfremd. Ein Mittelständler solle nachweisen, dass er in erheblichem Umfang von der Krise betroffen sei, die Anzahl der Auszubildenden im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre nicht verringert habe, wenigstens einen Monat Kurzarbeit hatte, und der Umsatz in den Monaten April und Mai um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen sei. "Damit ist das Scheitern dieses Prämienmonsters programmiert", so Ohoven.

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