BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Konjunkturpaket: Die wichtigsten Fragen und Antworten | BR24

© Mediennummer:132845100Beschreibung:Bamberg, Deutschland 04. Juni 2020: Symbolbilder - Coronavirus - 04.06.2020 300 Euro Kinderbonus Konjunkturpaket / Coronavirus / Covid-19 / 300 Ä fuer jedes Kind um die Wirtschaft wieder anzukurpeln / Wirtschaft / Krise / Geld / 300 Euro / 300 Euro Scheine / 300 Euro fuer Kleidung kaufen / Krise / Kind haelt den 300 Euro Kinderbonus in den Haenden / Kind / Familien freuen sich ueber das Geld waehrend der Coronakrise /Fotograf:Fotostand / K. SchmittQuelle:FotostandBildnachweis:

Kinderbonus Konjunkturpaket (Symbolbild)

10
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Konjunkturpaket: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ein Milliardenpaket soll der Wirtschaft und den Verbrauchern helfen. Das Konjunkturpaket sieht Steuerentlastungen vor, Boni für Familien aber auch Förderung von E-Autos. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

10
Per Mail sharen

130 Milliarden Euro umfasst das Konjunkturpaket der Bundesregierung. Die wichtigsten Fragen und Antworten gibt es hier.

Ab wann sind die Regelungen gültig?

Ab Juli soll zum Beispiel die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von sieben Prozent auf fünf Prozent gesenkt werden. Das gilt bis Jahresende.

Der Solidaritätszuschlag soll für 90 Prozent der Bevölkerung ab dem Jahr 2021 abgeschafft werden.

Wann der Familienbonus kommt, ist noch nicht klar.

Autokaufprämie für E-Autos

Wie hoch ist die Förderung von E-Autos?

Die Förderung des Bundes für die bestehende "Umweltprämie" soll befristet bis Ende 2021 für E-Autos mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3.000 auf 6.000 Euro steigen. Damit wäre nun für Käufer eines E-Autos mit einem Preis von bis zu 40.000 nun eine maximale Ersparnis von 9.000 Euro drin, da die Hersteller den Kauf mit bis zu 3.000 Euro fördern.

Zudem sollen weitere 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ladenetzes gesteckt sowie Forschung und Entwicklung etwa bei der Batteriezellfertigung stärker unterstützt werden.

Was ist der Unterschied zwischen E-Autos, Hybrid (Plug in …)

E-Autos werden durch mechanischen oder elektrochemischen Energiespeicher oder aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern angetrieben. Hybridfahrzeuge haben auch einen Kraftstofftank.

Wo kann ich mein E-Auto aufladen?

Etwa 26.500 Ladesäulen gibt es in ganz Deutschland. Um das Ziel von einer Million Ladepunkten bis 2030 zu erreichen, müssten rund 100.000 Ladesäulen pro Jahr gebaut werden. Im Januar 2020 waren laut VDA rund 239.000 Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen.

Natürlich kann man E-Autos auch zu Hause aufladen. Laut ADAC müsse die Elektroinstallation bestehender Gebäude die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung gültigen Vorschriften erfüllen. Eine Elektrofachkraft sollte das überprüfen. Laut ADAC sollte man das Laden an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose eher als eine Not-Lademöglichkeit betrachten.

Wie viel zahle ich weniger an KFZ-Steuer?

Für batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, ist zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer fällig. Hybridfahrzeuge profitieren nicht von diesem Steuervorteil.

Reformiert wird zudem die Kfz-Steuer: Spritschlucker wie SUVs werden höher belastet. Ab Januar 2021 sollen alle Besitzer von Autos mit einem Ausstoß von mehr als 95 Gramm CO2 stufenweise mehr zahlen.

Familienbonus

Wann wird der Familienbonus ausgezahlt?

Wann der Familienbonus ausgezahlt wird, steht noch nicht fest, er soll aber mit dem Kindergeld überwiesen werden. Da weitere Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket, wie die Mehrwertsteuer-Senkung, im Juli in Kraft treten, ist eine ebenso schnelle Auszahlung denkbar. Insgesamt wird die Maßnahme den Staat 4,3 Milliarden Euro kosten.

Wie hoch ist der Kinderbonus?

Die Bundesregierung will pro Kind einmalig 300 Euro auszahlen. Laut Familienministerin Franziska Giffey soll er in drei Tranchen von je 100 Euro ausgezahlt werden.

Bis zu welchem Einkommen profitiere ich vom Familienbonus?

Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro pro Jahr profitierten Familien von dem Bonus.

Auf welche Sozialleistungen wird der Familienbonus angerechnet?

Auf die Grundsicherung wird der Familienbonus nicht angerechnet. Das heißt, Empfänger von Sozialleistungen wie Hartz IV oder Wohngeld erhalten die 300 Euro in voller Höhe zusätzlich zu den Regelsätzen. Eltern mit höheren Einkommen, die vom Kinderfreibetrag mehr profitieren als vom Kindergeld, haben also nichts davon. Zwar wird auch ihnen das Geld ausgezahlt, allerdings wird die Zahlung mit dem Freibetrag verrechnet, wenn sie ihre Steuererklärung machen.

Wer bekommt das Geld bei getrennten Familien?

Bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern orientiert sich die Auszahlung des Kinderbonus an der Auszahlung des Kindergeldes. Kindergeld erhält immer nur ein Elternteil, bei in Trennung lebenden Eltern derjenige, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Der Kinderbonus wird entsprechend an den Elternteil ausgezahlt, an den auch das Kindergeld geht.

Womit profitieren Alleinerziehende noch?

Für Alleinerziehende ist zusätzlich zum Kinderbonus ein steuerlicher Bonus für 2021 vorgesehen. Demnach soll der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro angehoben werden. Das gilt befristet für die Jahre 2020 und 2021 und kostet den Bund 750 Millionen Euro.

Wie komme ich an den Familienbonus?

Man muss den Familienbonus nicht separat beantragen. Es soll in drei Tranchen zu je 100 Euro ausgezahlt werden.

Sind noch weitere Investitionen für Familien und Kinder geplant?

Das Konjunkturpaket sieht unter anderem Investitionen in Ganztagsschulen und Ganztagesbetreuungen in Höhe von zwei Milliarden Euro vor. Außerdem sollen Betreuungskapazitäten in Kitas und Kinderkrippen ausgebaut werden, dafür wird eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt.

Mehrwertsteuer

Bereits ab dem 1. Juli soll der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden. Allerdings gilt dies nur befristet für ein halbes Jahr, also bis zum 31. Dezember 2020.

Wann war die Mehrwertsteuer das letzte mal so niedrig?

Der Normalsatz von 19 Prozent gilt seit dem 1. Januar 2007, der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent seit dem 1. Juli 1983.

Wie wird garantiert, dass die Senkung wirklich beim Endverbraucher ankommt?

Ob die Verbraucher tatsächlich etwas davon haben, hängt zentral davon ab, ob die Unternehmen diese Senkung auch an ihre Kunden weitergeben – oder ob sie selbst davon profitieren wollen. Zu bedenken ist auch, dass das Auszeichnen mit neuen Preisen für die Unternehmen selbst mehr Aufwand und damit auch Kosten bedeutet; ein Artikel, der heute für 9,99 Euro zu haben ist, wird im Juli nicht 9,74 Euro kosten. Das Risiko besteht also, dass die niedrigere Mehrwertsteuer gar nicht beim Kunden ankommt.

Der Einzelhandelsverband HDE sprach sich gegen eine Selbstverpflichtung der Branche zur Weitergabe der Steuersenkung aus. "Eine Selbstverpflichtung ist widersinnig", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Handelsriese Rewe kündigte an, die Steuersenkung an die Kunden weitergeben zu wollen. Die Holding Ceconomy, Mutterkonzern von Media Markt und Saturn, erklärte, verantwortungsbewusst und im Sinne der gesamtwirtschaftlichen Ziele des Programms handeln zu wollen.

Welche Branchen profitieren?

Laut SPD-Chef Norbert Walter-Borjans entspricht die Entlastung rund 20 Milliarden Euro. Sie komme Geringverdienern überproportional zugute. Nach Ansicht von HDE-Hauptgeschäftsführer Genth wird die Mehrwertsteuersenkung ihre Wirkung vor allem im Herbst- und Weihnachtsgeschäft entfalten. "Dann werden mehr großvolumige Einkäufe getätigt - etwa, wenn der neue Fernseher gekauft wird." Er gehe angesichts des hohen Wettbewerbs in der Branche davon aus, dass die Preise im Einzelhandel durch die Steuersenkung fallen werden. Die Branche hatte abseits des Lebensmittelhandels besonders stark unter den Auflagen zur Eindämmung der Corona-Krise gelitten.

Welche Nachteile kann eine Mehrwertsteuersenkung haben?

"Das ist eine klassische Konjunkturmaßnahme, die jedoch erfahrungsgemäß hauptsächlich einen Verschiebungseffekt auslöst", sagt der Wirtschaftsweise Volker Wieland. Sprich: Größere Anschaffungen - etwa von Möbeln - könnten vorgezogen werden, doch fehlt die Nachfrage dann im kommenden Jahr. "Anlass für dauerhaft mehr Investitionen und Beschäftigung gibt sie nicht", sagt Wieland mit Blick auf die Mehrwertsteuersenkung. "Der Strohfeuereffekt ist relativ hoch," so Wieland.

© BR

Mit 130 Milliarden Euro soll die deutsche Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Schwung gebracht werden. Darin enthalten sind Hilfen für Unternehmen, Kommunen und Familien. Außerdem soll die Mehrwertsteuer gesenkt werden:

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!