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Bildrechte: Kay Nietfeld/dpa

Deutschland zählte heute 25.464 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

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Spahn: Land dringend "zwei, drei Wochen" herunterfahren

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems. Die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren.

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Von
  • BR24 Redaktion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in Berlin erneut eindringlich für konsequente und bundeseinheitliche Maßnahmen gegen die steigenden Corona-Infektionszahlen geworben.

"Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit - Wahljahr hin oder her - herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, die Bekämpfung der Pandemie." Bundesgesundheitsminister Spahn

Ist der Lockdown ein Wellenbrecher?

Das Land müsse dringend "zwei, drei Wochen" heruntergefahren werden, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Spahn will den Inzidenzwert wieder auf unter 100 drücken - durch die Reduzierung von Kontakten und Mobilität; und "wenn nötig auch durch nächtliche Ausgangsbeschränkungen". Alle notwendigen Maßnahmen seien dabei prinzipiell bereits zwischen Bund und Ländern vereinbart. Sie müssten aber umgesetzt werden.

Sollte der Inzidenzwert bundesweit unter 100 sinken, könne dies auch "eine Brücke" in eine Phase sein, um mit Tests mehr zu öffnen.

Problem: Unterschiedliche Einschätzung der Lage

Er habe den Eindruck, einige würden aktuell die "Umstände" nicht erkennen, in denen sich Deutschland befinde. Viele Bürger hingegen schätzten "den Ernst der Lage realistisch ein", sagte Spahn unter Verweis auf Umfragen.

Eine Bund-Länder-Runde sei eigentlich das richtige Format, um Maßnahmen zu beschließen. "Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig", kritisierte Spahn. Die für Montag geplante Bund-Länder-Runde zu verschieben und nur eine kurze Rücksprache zu halten, reiche angesichts der Infektionslage jedenfalls nicht aus.

Infektionszahlen wegen Ostern nicht verlässlich

Spahn betonte, die aktuellen Infektionszahlen seien bereits sehr hoch, spiegelten wegen der Osterfeiertage aber womöglich noch nicht einmal das wirkliche Infektionsgeschehen wieder. In den Krankenhäusern zeige sich, wie ernst die Situation tatsächlich sei.

Auf den Intensivstationen befänden sich schon wieder fast 4.500 Patienten, so Spahn. "Wenn es so weitergeht, sind es zu viele für unser Gesundheitssystem."

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