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Corona international: Welche Länder besonders betroffen sind | BR24

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So sieht die Corona-Lage aus, wenn man die Fallzahlen in Relation zur Einwohnerzahl der Länder betrachtet (pro 100.000 Einwohner).

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    Corona international: Welche Länder besonders betroffen sind

    Gesamtzahlen, Todesfälle, Inzidenzwerte: Wie kann das Ausmaß der Corona-Pandemie in verschiedenen Ländern verglichen werden? Eine internationale Bestandsaufnahme.

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    Im März waren es die erschreckenden Todeszahlen aus Italien. Momentan sind es die täglichen Corona-Fallzahlen aus Russland, Indien und den USA. Täglich werden neue Höchstwerte gemeldet – die Pandemie breitet sich weltweit wieder aus.

    Wie kann man eine weltweite Pandemie vergleichen?

    In den vergangenen Wochen haben BR24-Leser immer wieder angemerkt, dass die internationalen Zahlenvergleiche nicht aussagekräftig seien. In den Medien würde oft nur die Gesamtzahl der Fälle oder die Zahl der Neuinfektionen genannt, ohne diese jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl eines Landes zu setzen.

    Für einen Vergleich der verschiedenen Länder sollten aber immer mehrere Parameter in Betracht gezogen werden:

    Gesamtzahlen

    Sämtliche Daten werden täglich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung gestellt – mehr zu den Daten unten im Artikel.

    Die folgende Karte zeigt zunächst die Gesamtzahl aller Corona-Fälle, die der WHO seit dem Beginn der Pandemie gemeldet wurden. Durch Markieren eines Landes werden weitere Corona-Zahlen für dieses Land angezeigt:

    Die Länder, in denen bisher die meisten Corona-Fälle gemeldet wurden, sind: Die USA, Indien, Brasilien, Russland und Frankreich. Die meisten neuen Fälle am 19. November meldeten die USA, Indien und Frankreich. Die höchsten Todeszahlen hatten bisher die USA, Brasilien und Indien.

    Fälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl

    Setzt man die Gesamtzahl der Fälle ins Verhältnis zur Einwohnerzahl der jeweiligen Länder – pro 100.000 Einwohner - verändert sich die Verteilung. Dies ist auf der folgenden Karte zu sehen – auch hier zeigt ein Klick auf ein Land weitere Parameter im Verhältnis zur Einwohnerzahl an:

    In dieser Darstellung rücken kleine Staaten mit einer hohen Fallzahl in den Fokus. Die meisten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner wurden in Andorra, Bahrain, Qatar, Belgien und Montenegro gemeldet. Sortiert man hier in absteigender Reihenfolge, liegen die USA an 17. Stelle, Brasilien an 26. Stelle und Indien nur an 105. Stelle.

    Sieben-Tage-Inzidenz

    Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Entwicklung der Neuinfektionen. In Deutschland wird dafür seit Mai die Sieben-Tage-Inzidenz als Kennzahl verwendet. Sie gibt an, wie viele neue Fälle es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Am 19. November ergibt die Berechnung für Luxemburg, Andorra, San Marino, Georgien und Österreich die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen. Das heißt: In diesen Ländern gab es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner die meisten Neuinfektionen.

    Sortieren Sie nach der Kennzahl Ihrer Wahl

    Auch die Todeszahlen und die Zahl der Neuinfektionen sind relevante Parameter in der Beurteilung der Pandemie. In der folgender Tabelle sind sie gemeinsam mit den bereits angesprochenen Kennzahlen dargestellt. Finden Sie über das Suchfeld das Land Ihrer Wahl oder sortieren Sie die Länder anhand der verschiedenen Parameter:

    Vorsicht: Rahmenbedingungen der Zahlen variieren

    Bei jedem Vergleich muss jedoch dazu gesagt werden, dass Zahlen aus unterschiedlichen Ländern auch sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen haben. So unterscheiden sich etwa die Zuverlässigkeit und Arbeitsweise der nationalen und lokalen Melde- bzw. Gesundheitssysteme stark voneinander.

    Während Deutschland zwar bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens gegenüber anderen Ländern zurückliegt, dürfte hier die Meldekette dennoch besser funktionieren, als etwa in einem afrikanischen Entwicklungsstaat wie Tschad. Auch die Anzahl der Testungen und die Dunkelziffer an nicht entdeckten Fällen spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle.

    Trifft die Pandemie afrikanische Länder weniger hart?

    Aus den Zahlen ließe sich etwa ablesen, dass viele afrikanische Länder von der Pandemie weniger schwer betroffen sind, als Länder in Europa oder Amerika. Für die geringen Fall- und Todeszahlen gibt es durchaus nachvollziehbare Faktoren, etwa eine jüngere Bevölkerung, in der es mehr asymptomatische Krankheitsverläufe gibt und weniger Zivilisationskrankheiten. Dennoch dürften die Dunkelziffer und der Meldeverzug ebenfalls deutlich größer sein, als in westlichen Ländern.

    Über die Daten

    Alle hier verwendeten Daten werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) täglich aktualisiert zur Verfügung gestellt. Die WHO wiederum erhält ihre Daten aus unterschiedlichen Quellen verschiedener Ebenen. Diese können aus mehreren Gründen, beispielsweise dem Meldeverzug, von den nationalen (RKI), regionalen (LGL) oder lokalen (Gesundheitsämter) Daten abweichen. Wie bei sämtlichen Corona-Zahlen bilden auch die Daten der WHO das Infektionsgeschehen zeitverzögert ab.

    Da die unterschiedlichen Länder ihre Daten zu unterschiedlichen Zeiten auf den neuesten Stand bringen, tragen manche Zahlen den Datumsstempel "19.11.2020“ andere noch "18.11.2020“. Für die Berechnungen der Zahlen im Verhältnis zur Bevölkerung wurden die demografischen Quellen verwendet, die auch die WHO für ihre Berechnungen angibt.

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