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Die Zahl nachgewiesener Infektionen hat in Brasilien die Millionengrenze überschritten. Zum Umdenken bringt das Präsident Bolsonaro nicht - er trifft sich weiter mit Anhängern und leugnet Gefahren.

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Corona-Infektionen: Brasilien überschreitet Millionengrenze

Die Zahl nachgewiesener Infektionen hat in Brasilien die Millionengrenze überschritten. Zum Umdenken bringt das Präsident Bolsonaro nicht - er trifft sich weiter mit Anhängern und leugnet Gefahren.

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"Hier zeigen wir, wie die Reservebank desinfiziert wird, es ist auch wichtig, das mal zu zeigen." So klingen Fußballreportagen gerade in Brasilien. Im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro wurde wieder das erste Fußballspiel ausgetragen. Natürlich ohne Zuschauer, dafür mit vielen Kranken in Hörweite: Direkt auf dem Gelände des Stadions wurde ein Lazarett für Covid-19-Patienten errichtet. Die Schlagzeile des Nachrichtenportals "UOL" lautete: "3 Tore und 2 Tote im Maracanã". Noch steht nicht fest, ob es mit den Geisterspielen weitergeht. Mehrere Vereine klagen gegen den Neustart der Meisterschaft von Rio.

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Der Epidemiologe Fernando Vilar vom Hospital das Clinicas in Sao Paulo appelliert im TV an die Bevölkerung, zuhause zu bleiben. "Nur so können wir verhindern, dass die Fallzahlen steigen und nur so können wir garantieren, dass die Krankenhäuser das bewältigen können."

Bolsonaro verharmlost weiter

Brasilien zählt mittlerweile mehr als eine Million Corona-Fälle und fast 50.000 Tote. Aber nur in wenigen Städten gilt ein Lockdown oder eine Ausgangssperre. Präsident Jair Bolsonaro verharmlost die Pandemie nach wie vor und kämpft gegen alle Maßnahmen, die die Krankheit eindämmen sollen. Die Folge: Selbst in Bundesstaaten wie Sao Paulo, in denen es Kriterien für Sperrungen gibt, fühlen sich viele Städte nicht an diese Regeln gebunden.

Zum Beispiel Dracena, eine Kleinstadt im Hinterland des Bundesstaats. "Ich möchte betonen, dass wir von einem auf elf Intensivbetten aufgestockt haben, wir sind also hier vorbereitet, sollte es notwendig werden", sagt Bürgermeister Juliano Brito. Die Regionalregierung in Sao Paulo hatte angeordnet, dass die Läden in Dracena schließen müssen, weil die Corona-Ampel für diese Stadt auf Rot gesprungen war. Der Bürgermeister ordnete an, die Geschäfte trotzdem zu öffnen. Die Geschäftsleute sind natürlich auf seiner Seite.

Wirtschaft auch ohne Lockdown eingebrochen

Umgekehrt ist die Situation in Porto Alegre, einer Millionenstadt im Süden Brasiliens. Dort hat Bürgermeister Nelson Marchezan angeordnet, dass die Läden schließen müssen. Denn in Porto Alegre war die Zahl neuer Fälle und die Auslastung der Intensivstationen sprunghaft angestiegen. "Wenn wir keine härteren Einschränkungen festlegen, dann werden wir bei diesem exponentiellen Wachstum bald die Kontrolle verlieren", meint Marchezan.

Für diese Haltung wird der Bürgermeister hart angegriffen - von Geschäftsleuten, aber vor allem von Anhängern von Präsident Bolsonaro. Der ist nach wie vor der Ansicht, die Pandemie sei nur eine kleine Grippe. Demonstrativ traf er sich immer wieder mit seinen Fans. Brasilien darf nicht stillstehen, findet Bolsonaro. Dabei ist die Wirtschaft auch ohne Lockdown längst abgestürzt. In den letzten Tagen sagt der Präsident aber wenig über die Krankheit. Er ist mit anderen Problemen und Skandalen beschäftigt.

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