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Corona in Israel: Party, bis der Lockdown kommt | BR24

© dpa-Bildfunk/Maya Alleruzzo

Die Neuinfektionen in Israel steigen

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    Corona in Israel: Party, bis der Lockdown kommt

    Israel bekommt die Corona-Pandemie nicht in den Griff. Deshalb will die Regierung kommende Woche einen zweiten Lockdown verhängen - denn zu viele Israelis halten sich nicht an die Regeln.

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    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rambam-Krankenhauses in Haifa haben schon viel erlebt. Jetzt aber sind sie langsam am Ende ihrer Kräfte. "Wir haben nur noch ein letztes Bett mit einer Beatmungsmaschine zu vergeben", sagt eine Krankenschwester im israelischen Fernsehen.

    "Ich habe hier schon viel mitgemacht. Zum Beispiel den zweiten Libanon- Krieg. Der Kampf gegen das Coronavirus ist am härtesten. Bei einem Krieg gibt es einen Anfang und ein Ende. Aber hier können wir das Ende gar nicht absehen." In Israel infizieren sich immer mehr Menschen. Aktuell werden etwa 4.000 Infektionen pro Tag nachgewiesen. Gerechnet auf die Bevölkerung sind es 24-mal so viele wie in Deutschland.

    Partys wie in normalen Zeiten

    Gleichzeitig tauchen in Israel in diesen Wochen immer wieder Videos auf, die schwere Regelverstöße zeigen. Eine Feier junger Menschen ganz in der Nähe vom Rambam-Krankenhaus. Viele Menschen. Keine Masken. Kein Abstand. Ein anderes Video zeigt eine Hochzeit ultra-orthodoxer Juden. Hunderte Menschen. Auf dem Video sind kaum Masken zu sehen.

    Sogar ein Vize-Minister der israelischen Regierung schaute vorbei. In einer arabischen Stadt im Norden Israels sollen 5000 Menschen gefeiert haben. Viele ohne Maske. Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums haben die illegalen Feiern enorm zu den hohen Infektionsraten beigetragen.

    Dov Chernichovsky, emeritierter Professor für Gesundheitsökonomie, warnt vor der Gleichgültigkeit vor allem junger Menschen. "Mein nicht wissenschaftlicher Eindruck, basierend auf meiner internationalen Erfahrung ist: Ja, Israelis sind recht undiszipliniert. Während der ersten Corona-Welle haben wir hier sehr viel Disziplin gesehen."

    Mittlerweile aber hätten die Leute weniger Angst: "Sie kommen zum Ergebnis, dass ihr individuelles Risiko in Israel eher gering ist. Weil die Bevölkerung vergleichsweise jung ist." Und dann, sagt der Wissenschaftler, sei da natürlich die politische Unsicherheit des vergangenen Jahres. Die habe nicht geholfen.

    Auch die Regierung kommt nicht aus der Krise

    Israels Regierungskoalition, die im Mai angeblich nur antrat, um die Corona-Krise zu lösen, droht immer wieder auseinanderzubrechen. Die Regierung verkündete rote Linien für ihr Handeln und hielt sich später selbst nicht dran. Im Frühjahr - während des ersten Lockdowns - trafen sowohl der israelische Premierminister als auch der Präsident Verwandte. Damit brachen sie ihre eigenen Regeln.

    All das könnte nun ebenfalls zur mangelnden Disziplin mancher Israelis beitragen. Und so greift Israels Regierung zum letzten Mittel: einem zweiten Lockdown. Der soll in einer Woche beginnen, falls die Regierung die Pläne noch einmal bestätigt.

    Micky Rosenfeld, Sprecher der israelischen Polizei, gibt sich entschlossen, die Regeln durchzusetzen. "Wenn es zu einem Lockdown kommt, werden wir zusätzlich Tausende Polizistinnen und Polizisten rausschicken. Wir werden verhindern, dass sich Menschen mehr als 500 Meter von ihren Häusern entfernen. Die Botschaft ist klar: Haltet Euch an die Regeln."

    Allerdings konnte oder wollte die israelische Polizei in der Vergangenheit viele Feiern eben nicht unterbinden. In einer Woche beginnt das jüdische Neujahrsfest. Teile der ultra-orthodoxen Bevölkerung kündigten bereits an, in großen Massen zu beten - trotz eines möglichen Lockdowns.

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