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In der belgischen Stadt Lüttich sind die Intensivstationen mit Covid-19-Patienten hoffnungslos überlastet.

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    Corona in Belgien: Regel-Wirrwarr und hohe Infektionsraten

    Mit seinen gut elf Millionen Einwohnern verzeichnete Belgien zuletzt über 16.000 Corona-Infektionen. Das Problem des Landes ist das schlecht koordinierte Gesundheitswesen. Besonders dramatisch ist die Lage in Lüttich.

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    Von
    • Ralph Sina

    Belgien hat in Europa eine der höchsten Infektionsraten pro 100.000 Einwohner. Besonders dramatisch ist die Situation in der wallonischen Industriestadt Lüttich. Dort sind die Intensivstationen der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten hoffnungslos überlastet. Schwerkranke müssen in Kliniken nach Flämisch-Brabant oder Limburg verlegt werden.

    Krankenhaus-Personal besonders betroffen

    Der Bürgermeister von Lüttich will jetzt die belgische Armee zu Hilfe rufen, um ein Feldhospital zu errichten. Lüttich zählt mittlerweile zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Städten in Europa und wird bereits als "Bergamo an der Maas" bezeichnet.

    Rund 30 Prozent des Pflegepersonals an den Lütticher Kliniken wurden positiv auf Corona getestet, kommen aber - solange sie symptomfrei sind - trotzdem zur Arbeit, weil die Kliniken es sonst nicht mehr schaffen.

    Konflikt zwischen Flamen und Wallonen

    Belgiens Problem ist auch die schlechte Koordination im Gesundheitswesen: Neun Gesundheitsminister in den belgischen Regionen, Provinzen und Gemeinden sorgen für ein Wirrwarr an Regeln beim Thema Maskenpflicht, Sperrstunden und Sozialkontakte. Ein Corona-Kommissar soll die Bestimmungen ab sofort koordinieren. Ein nationaler Krisenrat will heute über einen eventuellen Lockdown in Belgien entscheiden.

    Die Pandemie hat zudem den Graben zwischen Wallonen und Flamen vertieft. Zur Zeit ist die Wallonie im frankophonen Süden Belgiens von Covid-19 besonders betroffen. Viele Flamen aus dem Norden Belgiens geben den Wallonen Schuld an der Krise.

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