BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© dpa-Bildfunk/Stefan Puchner
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Das EU-weite digitale Impfzertifikat gilt erstmal nur bis 30.06.2022. Ob die Gültigkeit verlängert wird, ist momentan unklar.

92

    Impfzertifikate: Nachweise mit begrenzter Gültigkeit

    Wer vollständig geimpft ist, muss sich ums Reisen wenig Sorgen machen, das galt bisher. Doch manche Länder begrenzen inzwischen die Gültigkeit der Impfungen. Das könnte bei zahlreiche Menschen schon den Winterurlaub betreffen.

    Von
    Andreas StrobelAndreas Strobel
    92

    Im Sommerurlaub 2021 geriet die Pandemie zeitweise fast in Vergessenheit. Vollständig Geimpfte konnten ohne Tests oder Quarantäne quer durch Europa und darüber hinaus verreisen. Doch damit könnte für die Ersten bald wieder Schluss sein. Einige Länder haben festgelegt, dass eine Impfung nur für einen bestimmten Zeitraum gültig ist.

    Impfung in Österreich 360 Tage gültig

    Österreich etwa erkennt eine vollständige Impfung nur dann an, wenn die Zweitimpfung nicht mehr als 360 Tage zurückliegt. Ende Januar 2021 waren schon über 600.000 Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Für sie heißt das also: Ihr Impfschutz wird in Österreich nur noch bis Januar 2022 anerkannt.

    Strengere Regelung für Johnson & Johnson

    Für den Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine einfache Impfung ausreichend ist, gilt in Österreich eine Sonderregelung: Die Impfung wird nur für 270 Tage anerkannt. Da die ersten Menschen in Deutschland im April mit Johnson & Johnson geimpft wurden, könnte auch das ab Januar Österreich-Reisende betreffen.

    In Österreich gilt aber auch: Eine Auffrischungsimpfung verlängert die Frist um 360 Tage. Mit einer zusätzlichen Impfung wären Auslandsreisende also auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

    Auffrischungsimpfung als Lösung?

    Zurzeit tagen die Gesundheitsminister der Länder gemeinsam mit dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Lindau am Bodensee. Zuletzt hatten sie sich darauf geeinigt, dass alle Menschen sechs Monate nach ihrer Zweitimpfung eine Auffrischungsimpfung angeboten bekommen sollen. Der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), sprach sich in Lindau für einen schnelleren und intensiveren Einsatz von Auffrischungsimpfungen aus. Die Ständige Impfkommission dagegen empfiehlt diese aktuell nur in einem engeren Rahmen, etwa ab einem Alter von 70 Jahren. Laut Zulassung dürfen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna aber auch für Auffrischungsimpfungen bei jüngeren Menschen eingesetzt werden.

    Zum Artikel: Boostern und Testen: Gesundheitsminister ringen um Corona-Kurs

    Ministerium verweist auf EU-Verordnung

    In Deutschland ist bisher unklar, ob eine ähnliche Regelung wie in Österreich eingeführt werden soll. Aus dem Bundesgesundheitsministerium heißt es dazu nur, dass Anpassungen der geltenden Regeln "Gegenstand laufender Diskussionen" seien. Außerdem verweist das Ministerium auf die EU-Verordnung, in der die digitalen Impfzertifikate geregelt werden.

    Digitale Zertifikate laufen aus

    Tatsächlich hat die EU-Kommission im Sommer beschlossen, dass die Verordnung über die digitalen Impfzertifikate nach einem Jahr ausläuft – und zwar am 30.06.2022 . Was danach gilt, ist noch unklar. Grundsätzlich bleibt ein digitales Impfzertifikat ein Jahr lang gültig - entscheidend dabei ist aber nicht der Zeitpunkt der Impfung. Stattdessen ist wichtig, wann ein Geimpfter seinen QR-Code etwa mit der CovPass-App eingescannt hat.

    © BR/Johanna Schlüter
    Bildrechte: BR/Johanna Schlüter

    Kann oftmals als Nachweis für eine vollständige Impfung genutzt werden: Der gelbe Impfpass.

    Impfung soll Gültigkeit behalten – auch ohne digitalen Nachweis

    Das Robert-Koch-Institut betont, dass die Gültigkeit des digitalen Zertifikats nur das Dokument selbst betrifft. Sollte so ein digitaler Nachweis in Zukunft auslaufen, könnte auch der gelbe Impfpass als Beleg für eine vollständige Impfung dienen – sofern es eben keine weiterführenden Regelungen wie in Österreich gibt.

    Weitere Länder begrenzen Gültigkeit der Impfung

    Österreich steht mit seiner Regelung derweil nicht allein da: In Kroatien gilt eine vollständige Impfung für 365 Tage. Israel ist noch strikter: Gerade erst hat sich das Land vorsichtig für den Tourismus geöffnet. Wer sich dort aufhält, muss eine Impfung nachweisen, die maximal 180 Tage zurückliegt. Eine Booster-Impfung hebt diese Regelung auf.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Schlagwörter