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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Jan Woitas

Dominik Ewald vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern hält eine Stiko-Empfehlung von Covid-Impfstoffen bei Kindern für wahrscheinlich. Erst müsse jedoch eine Empfehlung von der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) abgewartet werden.

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Corona-Impfung von Kindern: Ärzteverband wartet auf Stiko

Wie ungefährlich sind Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf? Darüber gibt es noch nicht genügend Informationen, meinen Kinder- und Jugendärzte in Bayern. Deren Vertreter empfiehlt deshalb im BR-Interview: abwarten.

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Von
  • Rolf Büllmann
  • BR24 Redaktion

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich am Freitag über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahre entscheiden. Damit wäre laut Dominik Ewald, Vorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern, eine wichtige Hürde genommen. Sollte die europäische Behörde Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf gutheißen, geht er davon aus, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) der EMA folgen wird.

"Wenn die EMA soweit ist, dass es keine Notzulassung ist, wird sich die Stiko dem auch nicht verweigern. Die Stiko muss jetzt auch ein bisschen bremsen und sagen 'Lasst uns auf die Risiken gucken'", sagte Ewald im Interview mit der Bayern 2-radioWelt. "Solange es keine vollständige Impfzulassung gibt, können wir als Verband nicht sagen, wir impfen das trotzdem."

Zweifel an Corona-Impfstoffen

Die eigentliche Erkrankung an Covid sei jedoch im Vergleich zu der bei Erwachsenen wesentlich geringer, sagte der Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern: "Da wird es schon sehr schwierig, den Eltern, aber auch den Jugendlichen, zu erklären, ihr braucht aber unbedingt diese Impfung für die Herdenimmunität." Allerdings sei die Infektiösität bei Kindern genauso hoch, wie bei Erwachsenen.

Die Long-Covid-Fälle bei Kindern gäben "Anlass zu sagen, wir brauchen eine Impfung für Kinder und Jugendliche, wir müssen diese aber gut prüfen".

Impfung im Einzelfall

Ewald betonte zudem, dass möglicherweise individuelle Entscheidungen getroffen werden: "Wir haben in der Kinderheilkunde immer die Situation, dass wir bei einigen Patienten Medikamente oder eben Impfungen geben müssen."

Beim heutigen Impfgipfel werden Bundeskanzlerin Merkel und die MinisterpräsidentInnen weiter über Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen diskutieren. Außerdem wird es um den digitalen Impfnachweis gehen.

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