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Corona: So sieht die aktuelle Impfreihenfolge aus

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Corona-Impfung: So sieht die Impfreihenfolge aktuell aus

Da Corona-Impfstoffe derzeit knapp sind, gibt es eine Impfreihenfolge. Vorrang wird Menschen gewährt, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer Covid-19-Erkrankung haben oder die beruflich besonders exponiert sind. 

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Von
  • Birgit Schmeitzner

Ziel des Bundesgesundheitsministeriums ist, die sogenannten "vulnerablen Personengruppen" als Erste gegen Corona zu schützen. Also die Menschen, die verwundbarer sind als andere. Die erste Verordnung dazu trat Mitte Dezember in Kraft, am 8. Februar wurde sie leicht verändert. Zum einen, weil der im Januar zugelassene Impfstoff von Astrazeneca nur 18- bis 64-Jährigen verabreicht werden darf. Zum anderen können Menschen mit seltenen Erkrankungen früher geimpft werden als zunächst vorgesehen.

Außerdem kann Grund- und Förderschullehrkräften sowie Kita-Personal nun früher als ursprünglich geplant, ein Impfangebot gemacht werden. Darauf haben sich Bund und Länder vor wenigen Tagen bei der Gesundheitsministerkonferenz geeinigt. Die Änderung der Impfverordnung trat am 24. Februar in Kraft. Betroffene rutschen damit von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge auf.

Die "Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2" sieht drei Gruppen vor, die vorrangig Impfungen erhalten können: 

Gruppe eins: Höchste Priorität 

Dazu gehören alle Menschen, die älter als 80 sind. Außerdem die Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Heimen und das Personal der ambulanten Pflegedienste.

Ein wesentlicher Faktor ist auch, wie groß das sogenannte "Expositionsrisiko" ist – also die Wahrscheinlichkeit, mit infizierten Menschen in Kontakt zu kommen. Deshalb hat auch das Personal in Notaufnahmen, Intensiv- und Corona-Stationen höchste Impfpriorität, dazu Mitarbeiter von Rettungsdiensten, in Impfzentren und in der ambulanten Palliativversorgung.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) umfasst die Gruppe insgesamt rund 8,6 Millionen Menschen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass alle noch in diesem Monat zum Zuge kommen werden. 

Gruppe zwei: Hohe Priorität 

Im nächsten Schritt sollen alle Menschen über 70 geimpft werden können. Zu dieser Impf-Gruppe gehören außerdem Patienten, die ein Spenderorgan erhalten haben, die an Lungenerkrankungen wie COPD leiden, an Diabetes mellitus, bestimmten Blutkrankheiten oder an chronischen Erkrankungen von Leber oder Niere.

Auch demente Menschen haben eine hohe Impf-Priorität. Außerdem Menschen mit geistiger Behinderung oder psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie und schwerer Depression. Zur Gruppe zwei mit hoher Priorität gehören auch Ärzte und anderes Personal, das regelmäßig Patientenkontakt hat. Polizei- und Ordnungskräfte, gerade wenn sie bei Demonstrationen eingesetzt werden, und Soldatinnen und Soldaten, bevor sie in einen Auslandseinsatz geschickt werden. Zudem gehören seit dem 24. Februar auch Grund- und Förderschullehrkräften sowie Kita-Personal zu dieser Gruppe.

Gruppe drei: Erhöhte Priorität 

Zu dieser Impf-Gruppe gehören alle Menschen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Aufgelistet sind zudem viele Erkrankungen, die das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen. Dazu gehören etwa Autoimmunerkrankungen und Rheuma, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck, eine HIV-Infektion, entzündliche Darmerkrankungen und Asthma.

Auch die Liste der Berufe, die zur erhöhten Impfpriorität berechtigen, ist lang: Das Personal im Lebensmitteleinzelhandel und in den Apotheken ist aufgeführt, Bestatter, Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft und im Transportwesen. Außerdem Mitarbeiter in staatlichen Einrichtungen wie dem Bundestag, den Regierungen und Verwaltungen, bei Polizei, Zoll, Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie in der Justiz. Und: Menschen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen. 

Ziel: Impfangebot für alle bis Ende des Sommers

Die Priorisierungsempfehlung gilt laut Robert Koch-Institut nur solange, bis genügend Impfstoff verfügbar ist. Mittelfristiges Ziel sei es, "allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer Impfung gegen Covid-19 anbieten zu können".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und auch andere Mitglieder der Bundesregierung haben in den vergangenen Wochen stets das Ziel "bis zum Sommer" ausgegeben. Ein konkretes Datum kam von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie nannte den 21. September 2021 - an dem Tag endet kalendarisch der Sommer. 

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