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Seit Sonntag wird auch in Deutschland gegen Corona geimpft.

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    Warum Politiker nicht zuerst geimpft werden

    Seit Sonntag wird auch in Deutschland gegen das Cornavirus geimpft. Deutsche Politikerinnen und Politiker sind nicht unter den ersten Empfängern. Grund dafür ist aber nicht etwa Angst.

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    Von
    • Claudia Kühle

    Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat sich vor laufender Kamera gegen das Coronavirus impfen lassen, der amtierende Vize-Präsident Mike Pence ebenso. Während in den USA führende Politiker mit der eigenen Impfung Vertrauen erzeugen wollen, zeigen sich deutsche Politiker deutlich zurückhaltender: Die Bundesregierung lässt bei der Corona-Impfung andere vor.

    Bundesgesundheitsminister Spahn verteidigte diese Entscheidung bereits vor dem offiziellen Impfbeginn am 27. Dezember: "Wir haben bewusst gesagt, wir beginnen zuerst mit einem Impfangebot an die besonders Verwundbaren, die besonders Verletzlichen", so der CDU-Politiker in Berlin.

    Impfplan regelt Reihenfolge

    Die Reihenfolge der Impfungen ist einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die auf der Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut aufbaut. Nach diesem Impfplan können sich in Deutschland zuerst die über 80-Jährigen sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Infektionsrisiko oder mit sehr vulnerablen Patienten impfen lassen. Diese Gruppe "höchster Priorität" wird auf 8,6 Millionen Menschen geschätzt.

    Noch ist Corona-Impfstoff knapp

    Neben mobilen Impfteams stehen bundesweit über 400 Impfzentren bereit. Der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer wird erst nach und nach geliefert: Bis Ende Januar sollen deutschlandweit drei bis vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Sie werden an die Bundesländer nach ihrem Bevölkerungsanteil verteilt. Für eine Immunisierung gegen das Coronavirus benötigt es zwei Dosen.

    Als nächstes ist die Gruppe "hoher Priorität" an der Reihe: die über 70-Jährigen, Hochrisikopatienten, Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie Bereitschaftspolizisten oder Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.

    Politiker müssen warten

    Erst danach sind die Menschen aus der Gruppe "erhöhte Priorität" dran: über 60-Jährige, Risikopatienten und dann auch Personen in relevanter Position in staatlichen Einrichtungen, zum Beispiel bei Polizei oder Feuerwehr, im Bildungssektor, in der Justiz und in Regierungen.

    Also dann erst die Politiker, die sich laut Bundesgesundheitsminister Spahn nicht vordrängeln wollen. Und doch hält er sich die Möglichkeit, für die Corona-Impfung zu werben, offen: "Sollte es zu einem gegebenen Zeitpunkt auch Sinn machen, um Vertrauen zu stärken, ist jeder von uns als erstes bereit, sich auch impfen zu lassen."

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