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Bildrechte: picture-alliance / ZB | Ralf Hirschberger

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland die 30.000-er Marke überschritten. Läuft alles nach Plan, können die Impfungen am 27. Dezember beginnen.

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Wer zuerst? Kommission legt Plan für Corona-Impfung vor

Bald sollen Impfungen gegen das Coronavirus möglich sein. Die Ständige Impfkommission hat nun die Empfehlung für eine Reihenfolge veröffentlicht. Der Plan: Über 80-Jährige sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollen zuerst immunisiert werden.

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  • BR24 Redaktion

Zielgerichtete Impfungen hat Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), angekündigt. Drankommen sollen zunächst über 80-Jährige sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Auf diese Weise könnten die meisten Krankenhauseinweisungen verhindert und die Kliniken damit spürbar entlastet werden, sagte Mertens.

Die Empfehlung der Stiko ist Grundlage für eine entsprechende Rechtsverordnung zur Impfstrategie, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag unterschreiben will. In der ersten Gruppe soll zeitgleich mit den über 80-Jährigen auch medizinisches Personal geimpft werden, das ein besonders hohes Risiko hat, sich mit dem Virus anzustecken. Auch Pflegepersonal in Altenheimen und Kontakt zu sogenannten vulnerablen Gruppen wird in der ersten Gruppe priorisiert.

Aufteilung in vier Gruppen

Gemeint sind damit laut Empfehlung Kontakte zu schwer Immungeschwächten, etwa Krebspatienten oder Menschen nach einer Transplantation. In einer zweiten Gruppe sollen alle Menschen ab 75 Jahren, Demente und geistig Behinderte sowie Menschen mit dem Down-Syndrom geimpft werden. Über 70-Jährige können sich in der dritten Gruppe impfen lassen, ebenso wie dann auch Personen mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko bergen, Kontaktpersonen von Schwangeren sowie Personal, das für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur besonders relevant ist.

Einzelhandel und politische Schlüsselstellen bei Impfungen gleichgestellt

In einer vierten Gruppe sollen Menschen ab 65 Jahren sowie Lehrerinnen, Erzieher und Menschen mit prekären Arbeitsbedingungen versorgt werden. Über 60-Jährige sollen die Impfung zeitgleich mit Beschäftigten im Einzelhandel, Berufen der kritischen Infrastruktur und Personen in Schlüsselpositionen der Bundes- und Landesregierungen erhalten.

Impfung für alle nach vierter Gruppe möglich

Erst dann kommen alle übrigen an die Reihe. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, betonte, es werde dauern, bis ein relevanter Teil der Bevölkerung durch die Impfung vor Covid-19 geschützt ist. Außerdem sei bislang unklar, in welchem Maße die Impfung auch Übertragungen des Virus verhindert oder zumindest reduziert.

Tragen von Alltagsmasken bleibt "essentiell"

Um Infektionen zu vermeiden, blieben Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Abstandhalten und Alltagsmaske "weiter essentiell", sagte Wieler. Die zum Robert Koch-Institut gehörende Impfkommission hat die Empfehlungen für die Impfstrategie gegen die Corona-Pandemie in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsakademie Leopoldina und dem Deutschen Ethikrat erarbeitet. Ziel ist eine möglichst gerechte und effiziente Verteilung des Impfstoffs, der im Fall einer Zulassung zunächst nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen wird.

Zulassung vor Weihnachten und Impfbeginn am 27. Dezember

Die erste EU-Zulassung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus könnte noch vor Weihnachten kommen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) teilte am Dienstag mit, dass sie am 21. Dezember über den Antrag für das Mittel von Biontech und Pfizer befinden will. Über die Zulassung entscheidet danach die EU-Kommission. Bleibt es bei dem Termin, geht Gesundheitsminister Spahn von einem Start der Impfungen in Deutschland am 27. Dezember aus.

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Noch vor dem Jahreswechsel soll mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen werden - die europäischen Behörden den Impfstoff rechtzeitig zulassen.

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