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Inauguration of new vaccination hub built by Community of Sant'Egidio in Rome

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    Impfkampagne in Italien: Zweitimpfungen auch für Touristen

    Italien versucht, die Zweitimpfung so einfach wie möglich zu machen - auch im Urlaub. Touristen können sich deshalb auch außerhalb ihres Wohnortes impfen lassen. An manchen Orten steht das Angebot auch Gästen aus dem Ausland offen.

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    Von
    • Jörg Seisselberg

    Die Corona-Schutzimpfung im Urlaub bekommen? Pietro Di Matteo gehört zu denen, die von dieser neuen Möglichkeit in Italien profitieren. Seine erste Impfung, erzählt er, habe er Anfang Juni in Rom bekommen. Nun aber könne man die Zweitimpfung auch in anderen Regionen vornehmen lassen - und genau das wolle er machen.

    Di Matteo nutzt eine seit kurzem gültige Regel, auf die Italiens Sonderkommissar für die Covid-Pandemie, Francesco Figliuolo, gedrungen hat. Alle Regionen Italiens - vergleichbar mit den deutschen Bundesländern - sind aufgefordert, auch Menschen zu impfen, die woanders ihren Wohnsitz haben.

    Corona-Impfung ohne Anmeldung

    Diese Anweisung der Zentralregierung zielt vor allem auf die Urlaubsregionen in Italien. Sie sollen ihre Impfstationen öffnen, damit die Menschen sorglos in die Ferien fahren können, ohne sich zwischen Urlaub und Corona-Impfung entscheiden zu müssen. Wie Di Matteo aus Rom, der sich nun während seines Sommerurlaubs in Sizilien impfen lässt. Das sei eben "sehr bequem". Er habe ohnehin geplant gehabt, "aus Verantwortung" die Zweitimpfung wahrzunehmen, und da helfe die neue Regelung: "Wenn man das auch im Urlaub machen kann, hat man weniger Ausreden."

    Mit dem neuen Sonderkommissar Figliuolo, eingesetzt von der Regierung Draghi, hat Italien in den vergangenen Monaten in der Impfquote aufgeholt, liegt bei den Erstimpfungen fast gleichauf mit Deutschland. Dieses Tempo will Italien auch über die Urlaubszeit beibehalten und Impfungen so leicht wie möglich machen.

    Sizilien beispielsweise hat auf den Liparischen Inseln die Impfstationen für Touristen geöffnet, ohne Anmeldung konnte sich dort in den vergangenen Tagen jeder impfen lassen. Die Hauptstadtregion Latium will Impfbusse einsetzen und zu den wichtigsten Stränden in der Nähe Roms fahren. Das Ziel sei, sagt der zuständige regionale Gesundheitsassessor Alessio D'Amato, "die Mobilität der Menschen zu erleichtern, die Impfsicherheit aufrecht zu erhalten und den Tourismus zu fördern".

    Ein Angebot auch für ausländische Touristen

    Bislang kaum bekannt: Die Möglichkeit, sich im Urlaub impfen zu lassen, gilt in einigen Regionen Italiens auch für ausländische Touristen. Unter anderem in der Region Latium mit der Hauptstadt Rom. Gesundheitsassessor D'Amato sagt ausdrücklich: "Natürlich sind die deutschen Freunde herzlich willkommen, sich bei uns impfen zu lassen. Wir machen dies mit großer Freude und Hilfsbereitschaft."

    Auch einige andere Regionen bieten diese Möglichkeit. Außer dem Latium und Sizilien beispielsweise die Regionen Marken und Apulien sowie die Provinz Südtirol. An Termine zu kommen, ist allerdings nicht immer einfach. Während im Latium für Ausländer eine Anmeldung über die Internetseite möglich ist, sind in Sizilien, Apulien, den Marken und Südtirol Anmeldungen über die Hotline und per Mail notwendig.

    Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Impfwilligen ihre erste Dosis bereits bekommen haben, sich mindestens zwei Wochen in Italien aufhalten und der vorgesehene Termin für die Zweitimpfung in die geplante Urlaubszeit fällt.

    Sorge vor ausuferndem Impftourismus

    Einen ausufernden Impftourismus wollen die Italiener nicht. Gesundheitsassessor D'Amato betont, man stoße an seine Grenzen, wenn die Nachfrage zu groß werde. "Im Moment haben wir noch Verfügbarkeiten und diese stellen wir gerne den Bürgern zur Verfügung, die ein paar Wochen Urlaub in Italien verbringen wollen.

    "Bislang, sagt D'Amato, habe die Hauptstadtregion bereits rund 68.000 Impfdosen an Menschen verimpft, die nicht ihren Wohnsitz im Latium haben.

    Manche Regionen warten noch auf Zusagen

    Für das von der Regierung gewünschte Impfen im Urlaub gibt es noch kein grünes Licht unter anderem aus den Touristenhochburgen Emilia-Romagna (mit Rimini), der Toskana und Kampanien (mit der Amalfiküste). Die zuständigen Regionalpräsidenten fordern von Regierung noch Zusage über zusätzliche Impfdosen.

    Der nationale Sonderkommissar Figliuolo aber zeigt sich optimistisch, dass in Kürze alle Regionen die Maßgabe aus Rom umsetzen und Impfungen im Urlaub möglich machen - für mehr Impfsicherheit und eine erfolgreiche Tourismussaison.

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