Die Ständige Impfkommission lässt sich nicht drängen. Sie bleibt dabei, Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder und Jugendliche nicht generell zu empfehlen. Das hat Impfarzt und Stiko-Mitglied Martin Terhardt im Inforadio vom rbb.
"Mich entsetzt das immer wieder, wie die Politik vorprescht und wissenschaftliche Daten eher ignoriert. Wir haben in der Stiko entschieden, dass wir die Kinderimpfung ab 12 zurzeit nicht generell empfehlen." tiko-Mitglied Martin Terhardt
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte erst kürzlich wieder erklärt, dass für Kinder und Jugendliche bis Ende August mindestens die erste Impfung möglich gemacht werden soll.
Kinder infizieren sich mit Corona, erkranken aber selten schwer
Man wisse inzwischen, dass Jugendliche sich zwar infizieren, aber selten schwer an Covid-19 erkranken, so Terhardt. Es gebe aber inzwischen Hinweise auf seltene Komplikationen bei Impfungen in dieser Altersgruppe: "Was wir seit einer Woche wissen aus den USA, wo ungefähr sechs Millionen Jugendliche geimpft wurden, dass es durchaus seltene Komplikationen geben kann in Form von Herzmuskelentzündungen, gerade in der jüngeren Altersgruppe, vor allem bei Jungs." Das müsse noch abschließend bewertet werden, so Terhardt. Bis dahin bleibe es bei der Empfehlung, nur Über-12-Jährige aus Risikogruppen zu impfen.
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