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Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sollen länderübergreifend ein Impfangebot erhalten. Diesen Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hat am Abend Bayerns Ressortchef Holetschek mitgeteilt. 

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Gesundheitsminister bekräftigen Impfangebot für Jugendliche

Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sollen ein Impfangebot erhalten. Risikogruppen können außerdem Drittimpfungen bekommen. Das teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek nach der Konferenz der Gesundheitsminister mit. So lief das BR24live.

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Von
  • Barbara Kostolnik
  • BR24 Redaktion

Als Corona-Schutz zum Schulstart nach den Sommerferien sollen zusätzliche Impfgelegenheiten für Kinder und Jugendliche kommen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen, dass nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten wollen. Voraussetzung sei eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie die Zustimmung der Eltern oder anderer Sorgeberechtigter. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigte in Firmen geimpft werden können.

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Die Gesundheitsminister wollen mit einem Impfangebot an Jugendliche sicher stellen, dass die Schule nach den Ferien normal weitergeht. Wie ist die Infektionslage in der Altersgruppe der Jungen?

Holetschek: Richtiger Zeitpunkt für Impfangebot für Jugendliche

12- bis 17-Jährigen das Angebot einer Corona-Schutzimpfung zu machen, sei ein einstimmiger Beschluss gewesen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in München. Der richtige Zeitpunkt sei jetzt. Man halte es für richtig und wichtig "gut vorbereitet in den Herbst zu gehen, mit diesem Impfangebot", so Holetschek.

Man habe mit Biontech und Moderna zwei Impfstoffe, die für die Personengruppe der Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen seien. Insofern wolle man diesen Weg jetzt konsequent gehen.

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Soll für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren die Corona-Impfung empfohlen werden? Darüber beraten die Gesundheitsminister. Doch wie sehen es die Jugendlichen selbst und wie ihre Eltern?

Stiko bleibt skeptisch

Die ständige Impfkommission (Stiko) bleibt aber bei ihrer skeptischen Haltung zu Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Ihre Argumentation: Es gebe noch zu wenige Daten zu möglichen Folgeschäden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Stiko empfehlen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren damit weiterhin nicht, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Ausnahmen sehen sie lediglich für Kinder mit Vorerkrankungen vor.

In der BR24 Rundschau betonte Holetschek, die Entscheidung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern sei keine Demontage der Ständigen Impfkommission, sondern "wir nehmen den Ball (der Stiko) auf." Auch die Stiko sehe die Möglichkeit, Jugendliche zu impfen, mit Einwilligung der Eltern und mit entsprechender Risikoabschätzung. "Wir tun nichts anderes", erklärte Holetschek. Es handle sich lediglich um ein Angebot, und dies müsse in jedem Fall mit einem Arzt besprochen werden.

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Die Ständige Impfkommission STIKO hat sich nicht gegen die Impfung von Jugendlichen ausgesprochen, meint die Kinderärztin Martina von Poblotzki.

Auffrischungsimpfung für Risikogruppen

Außerdem beschlossen die Minister den Start von Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen ab September. Das Angebot richte sich an diejenigen Personen, "wo wir davon ausgehen, dass die Immunantwort nicht so stark ist", sagte Bayerns Gesundheitsminister Holetschek nach den Beratungen. Als Zielgruppen genannt werden in dem Beschluss Höchstbetagte sowie Pflegebedürftige und Menschen mit Schwächen des Immunsystems.

In Pflegeheimen und anderen Einrichtungen sollen demnach erneut mobile Teams zum Einsatz kommen. Berechtigte, die zu Hause wohnen, sollen die Auffrischungsimpfungen durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte erhalten können. In allen Fällen soll die Zusatzimpfungen frühestens sechs Monate nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen.

Als Impfstoff ist dabei einer der beiden mRNA-Impfstoffe, also entweder der von Biontech/Pfizer oder der von Moderna im Angebot. Auch wer bereits einmal mit AstraZeneca oder Johnson&Johnson geimpft wurde, soll auf dieses Auffrischungsangebot zurückgreifen dürfen.

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