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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat heute die Impfverordnung unterschrieben. In der Impfreihenfolge muss priorisiert werden, da es bilang nicht genügend Impfstoff gibt. Spahn mahnt weiter vor einem langen Winter.

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Corona-Impfung: Die Schwächsten zuerst

Über 80-Jährige, Bewohner in Altenheimen und Pflegekräfte mit sehr hohem Infektionsrisiko für sich und andere sollen als Erste gegen Corona geimpft werden. So lautet die Priorisierung, die Gesundheitsminister Spahn in seiner Impfverordnung vorgibt.

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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in Berlin die Details der Impfstrategie von Bund und Ländern vorgestellt. Voraussichtlich ab 27. Dezember soll in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden. Gemäß der Impfverordnung machen den Anfang Menschen über 80 und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen und ihr Pflegepersonal.

Ein bis zwei Monate für die Schwächsten

"Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel unserer Impfkampagne", sagte Spahn in Berlin. Jeder zweite Todesfall an oder mit Corona betreffe über 80-Jährige. Sie benötigten jetzt am meisten Schutz. Die erste Gruppe zu immunisieren, werde ein bis zwei Monate dauern, so der Gesundheitsminister. Weil zu Beginn nicht genug Impfstoff zur Verfügung stehe, könne erst danach Zug um Zug das Angebot auf weitere Gruppen verbreitert werden. Der Übergang auf die weiteren Prioritätsstufen werde fließend sein.

"Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang." Jens Spahn

Spahn bittet um Geduld und mahnt

Auch die Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegerinnen und Pfleger in Kliniken gehörten zur ersten Priorität. Aber in den ersten Tagen werde zuallererst in den Pflegeeinrichtungen geimpft. Alle anderen bat der Minister erneut um Geduld.

"Ich möchte uns alle aufrufen, besonnen mit dieser Situation umzugehen." Jens Spahn

Zum Start der Impfungen dürften "jetzt nicht alle versuchen, gleich einen Termin zu bekommen", mahnte Spahn. Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe - etwa per Schreiben oder über eine Hotline. "Mann wird und Frau wird erfahren, wann sie jeweils dran sind."

Anspruch auf eine Impfung haben generell alle, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben oder sich hier längerfristig oder regelmäßig aufhalten. Auch in Deutschland tätiges Pflegepersonal könne sich impfen lassen, so Spahn.

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Bildrechte: pa/dpa/Kay Nietfeld

Es ist noch nicht genug Corona-Impfstoff für alle da. Wer wann geimpft werden kann, legt nun Bundesgundheitsminister Spahn in einer Verordnung fest. Zuerst sollen die Alten geschützt werden.

11 bis 13 Millionen Dosen

Der Gesundheitsminister rechnet damit, dass im ersten Quartal nächsten Jahres 11 bis 13 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen werden. Er hofft auf mehr Kapazitäten, wenn weitere Impfstoffe zugelassen sind. Auch der Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna steht kurz vor der Zulassung. Es sei außerdem wahrscheinlich, dass etwa Astrazeneca oder Curevac auch noch im ersten Quartal eine Zulassung bekämen, so Spahn.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 21. Dezember über eine Zulassung des Impfstoffes der Pharmafirmen Biontech und Pfizer entscheiden. Danach wird der Bund den Impfstoff besorgen und verteilen, die Durchführung der eigentlichen Impfkampagne liegt bei den Ländern.

Grundlage der Impfverordnung, die Spahn heute unterzeichnen wird, sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut (RKI). Die Stiko hatte fünf Kategorien bei der Impfpriorisierung vorgeschlagen.

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