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Impfung

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    Corona-Impfstrategie: Pflegepersonal und Senioren haben Vorrang

    Anfang 2021 könnte der erste Corona-Impfstoff verfügbar sein. Doch wer soll zuerst geimpft werden? Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Stiko haben ihre Empfehlung in einem Positionspapier präsentiert.

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    • BR24 Redaktion

    Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die ständige Impfkommission (Stiko) haben am Vormittag ihre Empfehlungen vorgelegt. Es geht darum, wer zuerst geimpft werden soll, wenn der Impfstoff gegen Covid-19 vorliegt.

    Impfstoff wird nicht gleich für alle reichen

    Erste Impfstoffe gegen Covid-19 sind für das nächste Frühjahr in Aussicht gestellt, es gibt auch Hoffnungen, dass sogar vor Jahresende erste Auslieferungen erfolgen könnten.

    Doch auch wenn sie da sein werden, stehen nicht für alle impfwilligen Menschen genug Impfdosen zur Verfügung. Deswegen will das Gremium um den Ethikrat Kriterien aufstellen. Es geht dabei nicht nur um medizinisch-epidemiologische Erkenntnisse, sonden auch um ethische und rechtliche Überlegungen.

    Weil die Impfstoffe noch nicht da sind, diese befinden sich erst in der Phase 3, also der Überprüfung in klinischen Studien. Darum kann die Stiko, die beim Robert-Koch-Institut angesiedelt ist, zum Impfstoff eben noch nichts sagen. Sehr wohl aber zu den Prinzipien, die bei der Verteilung zu gelten haben, lassen sich Aussagen machen. Und dazu hat das Gremium ein Positionspapier vorgelegt.

    "Schwere Verläufe vermeiden."

    Neben der Selbstbestimmung sind dies die Nichtschädigung beziehungsweise der Integritätsschutz, die Gerechtigkeit, die grundsätzliche Rechtsgleichheit, die Solidarität sowie die Dringlichkeit.

    Es geht um die Verhinderung schwerer COVID-19-Verläufe (Hospitalisation) und Todesfälle; Schutz von Personen mit besonders hohem arbeitsbedingten SARS-CoV-2-Expositionsrisiko (berufliche Indikation); Verhinderung von Transmission sowie Schutz in Umgebungen mit hohem Anteil besonders anfälliger Personen und in solchen mit hohem Ausbruchspotential; Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen und des öffentlichen Lebens.

    Alte und vorerkrankte Menschen sowie Pflegepersonal stehen in der ersten Reihe

    Die Bundesregierung hatte bereits erkennen lassen, dass Risikogruppen wie Senioren und Vorerkrankte sowie Personal aus wichtigen Bereichen wie dem Gesundheitswesen im Blick stehen. "Ganz vorn dran sind natürlich Pflegekräfte, Ärzte und auch Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind dann allerdings schon recht viele in unserem Land", erklärte dazu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem am Sonntag veröffentlichten Video zum virtuellen Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Merkel betonte zugleich: "Niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen."

    Auch die Nationale Impfstrategie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verweist auf eine solche Priorisierung durch die Ständige Impfkommission, wie das Nachrichtenportal "ThePioneer" berichtet, der das Dokument vorliegt. Es soll dem Bericht zufolge noch heute vom Corona-Kabinett beschlossen werden.

    Verteilung über Impfzentren, nicht über Hausärzte empfohlen

    Um die Verteilung gemäß der Impfziele sicherzustellen empfehlen die Autoren, dass die Verteilung der Impfstoffe entsprechend organisiert wird. Dazu setzen sie auf zusätzlich beauftragte Impfzentren, nicht auf die Hausärzte.

    Ebenso wie die Kanzlerin und der Bundesgesundheitsminister betonen die Autoren, dass eine Impfung freiwillig sein soll. Die Impfentscheidung brauche kontinuierliche Information und Aufklärung der Bevölkerung, keine Impfpflicht.

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