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Putin verkündet Zulassung von Coronavirus-Impfstoff in Russland | BR24

© dpa-Bildfunk

Russland hat den ersten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen.

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    Putin verkündet Zulassung von Coronavirus-Impfstoff in Russland

    Russland hat nach Aussagen von Präsident Putin einen Corona-Impfstoff zugelassen. Damit ist es das erste Land, dass ein Impfmittel gegen das Coronavirus auf den Markt gebracht hat. Experten aus dem Ausland zeigen sich skeptisch.

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    Der russische Präsident Wladimir Putin hat die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus bekannt gegeben. Der Präsident gab die Registrierung des im eigenen Land entwickelten Mittels am Dienstag persönlich bekannt und betonte, alle notwendigen Tests seien gemacht worden, das Präparat sei sicher: "Das russische Vakzin gegen das Coronavirus ist effektiv und bildet eine beständige Immunität", so Putin laut der Agentur Interfax im Staatsfernsehen. 

    Lehrer und Ärzte sollen in Russland als Erste geimpft werden

    Auch eine von Putins Töchtern soll bereits geimpft worden sein. Entwickelt wurde der Impfstoff vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau. Russlands Gesundheitsminister Michael Muraschko erklärte, dass das Gamaleja-Institut und die Firma Binnopharm nun das Medikament produzieren sollten. Erste Impfungen sollen nach Behördenangaben bereits im August oder September beginnen. Zunächst sollten Lehrer und Ärzte geimpft werden. Der Stoff solle dann auch ins Ausland exportiert werden.

    Bedenken bereits im Vorhinein von WHO und Paul-Ehrlich-Institut

    International stößt die schnelle Entwicklung des Impfstoffes auf Skepsis. Denn der Impfstoff wurde innerhalb einer Studie bisher nur an wenigen Menschen getestet. Dies widerspricht den internationalen üblichen Vorgehen für die Entwicklung von Impfstoffen, für die normalerweise eine Zulassung nur nach dem Vorliegen einer großen klinischen Studie möglich ist.

    Bereits im Vorfeld stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klar, dass es klare Richtlinien für die Entwicklung von Impfstoffen gebe. "Jeder Impfstoff muss natürlich alle Versuchsreihen und Tests durchlaufen, bevor er genehmigt und ausgeliefert wird", hieß es von der Organisation.

    Auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, erklärte, dass eine reguläre Zulassung ohne die umfangreichen Daten aus einer Phase-III-Prüfung riskant sei. In dieser dritten Phase würde der Impfstoff an zahlreichen Probanden getestet werden. So könnten unter anderem mögliche seltene Nebenwirkungen detektiert werden. Die Zahl der Probanden betrage dabei in der Regel mehrere Tausend bis Zehntausende, so Cichutek weiter. In Deutschland ist eine Zulassung erst nach Abschluss dieser letzten Phase möglich. Unabhängig von der jetzigen Zulassung läuft in Russland parallel eine dritte Testphase.

    Weltweite Suche nach Corona-Impfstoff

    Das Gamaleja-Institut hatte bereits im Mai mitgeteilt, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Nach eigener Darstellung liefen die ersten Tests erfolgreich. Das Präparat wurde demnach an 50 Soldaten erprobt, die sich freiwillig gemeldet hätten. Bisher hat Russland keine wissenschaftlichen Daten zu dem Impfstoff für eine unabhängige Bewertung veröffentlicht.

    Weltweit wird in mehr als 170 Projekten nach Corona-Impfstoffen gesucht und mehrere Forscherteams haben vielversprechende Zwischenergebnisse veröffentlicht. Allerdings rechnen Experten mit einem marktfähigen Impfstoff zumeist erst im kommenden Jahr. Kremlchef Putin hatte schon früh Druck bei der Entwicklung gemacht. Nach Angaben von Muraschko wird derzeit ein zweiter Impfstoff gegen Sars-CoV-2 klinisch getestet. Weitere sollen folgen.

    Mit Material von dpa.

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