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Bildrechte: pa/Biontech

Bundesgesundheitsminister Spahn kündigt an, die Impfungen gegen das Coronavirus sollten baldmöglichst beginnen.

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Corona-Impfstoff: Schnellere Entscheidung über EU-Zulassung

Großbritannien verimpft ihn schon, die USA und Kanada haben ihn auch bereits - den Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech. Die Europäische Union wollte bis spätestens zum 29. Dezember über die Zulassung entscheiden. Jetzt soll es schneller gehen.

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  • BR24 Redaktion

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer vorlegen – acht Tage früher als zuletzt geplant. Das teilte die Behörde in Amsterdam mit. Der Impfstoff könnte so noch vor Weihnachten für die EU zugelassen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich bereits am frühen Dienstag optimistisch gezeigt, dass eine Corona-Impfstoffzulassung schon vor Weihnachten erfolgen könnte. Er verwies dabei auf entsprechende Medienberichte und sprach von einer guten Nachricht: "Jeder Tag früher, den wir einen zugelassenen Impfstoff haben, hilft Leid zu mindern und auch Todesfälle zu vermeiden."

Acht Tage früher als geplant

Wenige Stunden später dann die Bestätigung von der Europäische Arzneimittelbehörde (EMA): Am 21. Dezember will der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) sein Gutachten vorlegen – acht Tage früher als zuletzt geplant. Dann solle, wenn möglich, auch schon eine Entscheidung getroffen werden. Zugleich bekräftigt die Agentur, dass die Arbeiten noch nicht abgeschlossen seien. Die Prüfung sei erst beendet, wenn alle nötigen Daten vorlägen. Die Zulassungsbehörde war zuvor immer stärker unter Druck geraten, schnell über eine Zulassung zu entscheiden.

Nach einer möglichen positiven Entscheidung der EMA muss die EU-Kommission den Impfstoff noch formell zulassen. Laut Spahn wäre das dann "die erste ordentliche Zulassung eines Corona-Impfstoffes auf der Welt". Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

"Die erste ordentliche Zulassung eines Corona-Impfstoffes auf der Welt"

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen schreibt auf Twitter, sie begrüße, dass das Treffen vorgezogen worden sei. Es sei wahrscheinlich, dass die ersten Europäer noch vor Ende 2020 geimpft würden. Auch Spahn setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Ziel sei es, in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen zu beginnen.

Nach der EU-Freigabe sei der nächste Schritt die Chargenfreigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut, erklärt Spahn, "um die Sicherheit zu haben, dass das, was ausgeliefert wird, auch mit dem übereinstimmt, was zugelassen worden ist". Dann werde man sich gemeinsam mit den Herstellern um eine schnellstmögliche Auslieferung bemühen. Er rechne mit einem Start maximal zwei bis vier Tage später. Ein konkretes Datum nennt er nicht. Schon während der Weihnachtsfeiertage könnte es soweit sein.

Kein Sonderweg

Der Bundesgesundheitsminister verteidigt erneut das Vorgehen der Bundesregierung, bei der Zulassung des Impfstoffs keinen nationalen Sonderweg gegangen zu sein. Für Verlässlichkeit und Vertrauen innerhalb der Europäischen Union sei der eingeschlagene Weg unbedingt notwendig gewesen.

"Wir wollen eine gründliche Prüfung, eine ordentliche Zulassung", sagt er mit Blick auf die per Notfallgenehmigung in Großbritannien und den USA bereits begonnenen Impfungen. Er halte die Verzögerung von zwei Wochen für "absolut verantwortbar", sagt er zu Vorwürfen, die Bundesregierung riskiere mit dem späteren Impfstart Menschenleben. Es gehe hier auch um das Vertrauen der Bevölkerung in einen Impfstoff.

Impfzentren stehen weitgehend

Unterdessen gehen die Vorbereitungen für den Aufbau der Impfzentren weiter. Der Plan sieht vor, dass ab heute bundesweit Impfzentren bereitstehen. Einzelne Bundesländer haben allerdings bereits Verzögerungen gemeldet. Unter anderem werden die sechs für Berlin geplanten Impfzentren erst mit leichter Verspätung fertig.

Auch in Bayern sind noch nicht alle Einrichtungen eröffnet. Im Freistaat sollen mindestens 93 Impfzentren bereitstehen. Auf die Kritik, dass die Impfzentren bis zur Lieferung des Impfstoffs im "Stand-By-Modus" stünden, entgegnet Spahn, dass eine umgekehrte Situation – "der Stoff wäre schon da und wir hätten Logistik und die Infrastruktur nicht" – noch viel schlechter zu vermitteln gewesen wäre.

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