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Corona-Impfstoff: "Forschung ist unglaublich schnell" | BR24

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Im Kampf gegen Corona richtet sich große Hoffnung auf einen Impfstoff. Weltweit arbeiten Forscher an über 150 Projekten - und vermelden erste Erfolge. Die Bundesregierung will drei deutsche Firmen fördern.

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Corona-Impfstoff: "Forschung ist unglaublich schnell"

Die Minister für Forschung und Gesundheit, Anja Karliczek und Jens Spahn, blicken mit Zuversicht auf den Stand der Suche nach einem Corona-Impfstoff. Es gibt aussichtsreiche Kandidaten für einen Impfstoff – aber noch keine Erfolgsmeldung.

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek lobt, wie leistungsfähig die Unternehmen in Deutschland seien. "Wir sind in der Forschung unglaublich schnell", sagt die Ministerin und spricht von Mut und Zuversicht. Das alles verbunden mit der Einschränkung "Wir sind noch nicht am Ziel", es könne in den kommenden Wochen noch ganz viel passieren und einen Impfstoff für große Teile der Bevölkerung sieht Karliczek weiter erst für Mitte des kommenden Jahres als realistisch an.

750 Mio Euro für deutsche Pharma-Unternehmen

Weltweit wird an Impfstoffen geforscht. Drei deutsche Unternehmen werden nun vom Bund mit Millionensummen dabei unterstützt. Sie sollen ihre Forschung breiter aufsetzen können und dadurch schneller vorankommen. Mit der Mainzer Firma Biontech und dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac sind die Gespräche bereits abgeschlossen. Mit IDT Biologika aus Dessau-Roßlau müssen laut Karliczek noch technische Fragen geklärt werden.

Keine "riskanten Abkürzungen"

Sowohl Karliczek als auch ihr Kabinettskollege, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wollen den Spagat hinbekommen: So schnell wie möglich einen Impfstoff entwickeln – ohne dafür zu große Risiken einzugehen. Auch weil sich die Menschen nur dann freiwillig impfen lassen werden, wenn sie Vertrauen in den Wirkstoff haben. Die klinischen Studien mit potentiellen Impfstoffen werden gefördert, damit man schnell auch seltene Nebenwirkungen erkennen kann. Karliczek verspricht, "riskante Abkürzungen werden wir nicht nehmen". Der erwiesene Nutzen müsse größer sein als die Risiken. Spahn fügt hinzu, es gehe nicht darum, erster oder schnellster zu sein. Es gehe um einen Impfstoff, der sicher, wirksam und gut erprobt sei.

Zeitplan für die Auslieferung an Arztpraxen

Dem Bundesgesundheitsminister zufolge laufen bereits die Absprachen mit den Bundesländern, mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst und den Ärzten darüber, wie man einen zugelassenen Impfstoff schnell verteilen und "verimpfen" kann. Spahns Ziel lautet: "Eher wenige Tage, maximal wenige Wochen". Ein Faktor, der für eine schnelle Auslieferung sorgen kann: Bei aussichtsreichen Impfstoffen läuft die Produktion bereits während der abschließenden Phase-III-Testreihe an. Das birgt allerdings das Risiko, dass das dafür eingesetzte Geld nichts gebracht hat – und zwar dann, wenn ein Mittel doch keine Zulassung bekommt.

Jens Spahn: "Wir gehen auf Nummer sicher"

Spahn verweist darauf, dass weltweit viele verschiedene Stoffe getestet werden. Niemand könne garantieren, welcher es letztendlich werde oder ob sogar mehrere Impfstoffe eine Zulassung bekommen. Auch deshalb schließe Deutschland schon vorab Lieferverträge ab, die letztlich den Bedarf in Deutschland übersteigen könnten. Er gehe hier "auf Nummer sicher". Allein aus dem Vertrag der EU mit dem Unternehmen AstraZeneca ergeben sich 54 Millionen Impfdosen für Deutschland. Wobei Experten derzeit davon ausgehen, dass man sich zwei Mal impfen lassen muss, um den gewünschten Schutz zu erzielen.

"Impfstoffe sind der entscheidende Schlüssel"

Den Einsatz von Millionensummen begründet Forschungsministerin Karliczek so: Impfstoffe seien "der entscheidende Schlüssel, um die Pandemie zu überwinden" – in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Erde. Gesundheitsminister Spahn sieht das ebenso, will aber verhindern, dass darüber andere Mittel im Kampf gegen das Corona-Virus wieder in Vergessenheit geraten. Spahn wirbt dafür, die sogenannten AHA-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – einzuhalten. "Sie mögen banal wirken, sind aber sehr effektiv." Er sei davon überzeugt, dass Deutschland im internationalen Vergleich bisher nur deswegen so niedrige Infektionszahlen habe, weil "viele Bürger diese Regeln in ihren Alltag integriert haben". Spahn appelliert, das "gemeinsam durch Herbst und Winter zu tragen", dann "kommen wir gut durch".

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