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Corona-Impfstoff: Forscher aus Bern sieht sich vor dem Ziel | BR24

© BR / Dietrich Karl Mäurer

In aller Welt arbeiten Forscher daran, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden. Ein Berner Immunologe glaubt, dass sein Impfstoff schon in einem halben Jahr für die Bevölkerung zur Verfügung stehen könnte. Tierversuche gab es schon.

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Corona-Impfstoff: Forscher aus Bern sieht sich vor dem Ziel

In aller Welt arbeiten Forscher daran, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden. Ein Berner Immunologe glaubt, dass sein Impfstoff schon in einem halben Jahr für die Bevölkerung zur Verfügung stehen könnte. Tierversuche gab es schon.

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Bisher heißt es immer, ein Impfstoff gegen das Coronavirus steht frühestens in einem Jahr zu Verfügung. Der Schweizer Immunologe Martin Bachmann aus Bern glaubt jedoch, schneller zu sein.

Erste Tests an Tieren stimmen Bachmann positiv. Wenn die Zulassungsbehörden kooperativ seien, könne der Impfstoff bereits in einem halben Jahr zu Verfügung stehen, glaubt er.

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Virus-Attrappe wirft Immunsystem an

Den Impfstoff stellen Bakterien her. Er wirkt dann, so Bachmann, nach einem bewährten Prinzip, das auch angewendet wird bei Impfstoffen etwa gegen das Papillomvirus HPV zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs oder Hepatitis B. Dazu wird ein kleiner Bestandteil des Coronavirus genommen, ein Protein, und auf ein inaktives Virenpartikel geklebt.

Es wird quasi eine Attrappe gebaut, an der das Immunsystem seine Abwehr üben kann.

"Wir nehmen diesen speziellen Teil des Virus, wo man weiß, dass Antikörper dagegen das Virus kaputtmachen können, und lassen ihn wiederum wie eine Virusattrappe ausschauen." Martin Bachmann, Immunologe

Das Immunsystem denke dann, dieses kleine Teilchen von Virus sei ein intaktes Virus, und mache eine entsprechende Antikörper-Antwort, so Bachmann.

Vielversprechende Tests an Mäusen

Martin Bachmann forscht an verschiedenen Varianten des Impfstoffs. Dabei arbeitet er zusammen mit Wissenschaftlern aus Lettland und China. Erste Tests an Mäusen liefen vielversprechend.

Die Nager haben tatsächlich Antikörper entwickelt, die die infektiösen Anteile des neuen Coronavirus blockieren. Grundsätzlich also funktioniert der Ansatz. Nun muss herausgefunden werden, welche Variante seines Serums am meisten Antikörper generiert.

Massenhafte Herstellung noch problematisch

Allerdings sei es schwer, riesige Mengen des Impfstoffes herzustellen, um damit die Bevölkerung zu versorgen. Man müsse eine genetische Lösung suchen.

Martin Bachmann ist aber zuversichtlich, dass das Problem der Herstellung bald gelöst ist. Der Plan eines Konsortiums aus dem Inselspital Bern, der Universität Zürich und auch der Universität Bern sieht vor, "dass wir in einem halben Jahr ein paar Millionen Dosen haben"

Klappt der Test auch am Menschen?

Noch wurde der Impfstoff nicht am Menschen getestet, doch der Schweizer Immunologe ist davon überzeugt, dass er ungefährlich ist: "Es ist nicht so, dass man sich mit dem Virus infiziert oder Moleküle spritzt, die replizieren. Das ist im Prinzip nur ein Protein. Viel kaputt machen kann man nicht."

Obwohl nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Coronavirus sich verändert, glaubt Martin Bachmann nicht, dass der Impfstoff dann seine Wirkung verlieren könnte. Er geht nicht davon aus, dass man jedes Jahr einen neuen Impfstoff braucht: "Das ist nicht wie Influenza, sondern das ist ein anderes Virus."

Zulassung des Impfstoffs große Hürde

Doch auch wenn alle offenen Fragen geklärt sind, bleibt die Zulassung des Impfstoffes eine große Hürde. In normalen Zeiten dauert sie sechs Jahre oder länger. Angesichts der Covid-19-Pandemie hofft Martin Bachmann auf "totale Kooperation" der Behörden. Man müsse vieles vereinfachen und einiges abkürzen.

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