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Corona-Impfstoff: Erste Studie in Deutschland zugelassen | BR24

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In Deutschland darf erstmals ein möglicher Corona-Impfstoff klinisch gestetet werden. Das dafür zuständige Paul-Ehrlich-Institut erteilte dafür jetzt die Genehmigung

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Corona-Impfstoff: Erste Studie in Deutschland zugelassen

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine klinische Prüfung für einen Impfstoff gegen Corona genehmigt. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält die Genehmigung. Eine rasche Marktreife ist aber nicht in Sicht.

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Dutzende Forschergruppen suchen weltweit nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2, mit dem die Corona-Pandemie eingedämmt werden könnte. Einige wenige Wirkstoffe werden bereits in klinischen Studien getestet. Nun ist auch ein deutsches Unternehmen dabei.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat dem Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erteilt, einen Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus zu testen, wie das PEI mitteilte.

Die Genehmigung sei das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoff-Kandidaten. Laut Biontech soll es Tests an rund 200 gesunden Freiwilligen geben. Biontech kooperiert bei der Entwicklung des Impfstoffs mit dem Pharmaunternehmen Pfizer.

"Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für die Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus." Aus der Stellungnahme des PEI

Prüfung von Verträglichkeit und Sicherheit

In der klinischen Studie der Phase I/II soll unter anderem grundlegend die Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoff-Kandidaten geprüft werden. Der von Biontech entwickelte Wirkstoff gehört in die Gruppe der genbasierten Impfstoffe. Diese enthalten genetische Informationen des Erregers. Im Körper werden daraus Proteine hergestellt, gegen die das Immunsystem Abwehrstoffe bildet. Biontech arbeitet bisher vorrangig an der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

80 Impfstoffprojekte weltweit

Seit Ausbruch der Covid-19-Epidemie sind nach Angaben des Verbands forschender Arzneimittelhersteller mindestens 80 Impfstoffprojekte angelaufen, vier Wirkstoffe werden demnach bereits in klinischen Studien in China und den USA getestet.

In Deutschland werden nach Angaben von PEI-Präsident Klaus Cichutek in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt vier klinische Studien mit einem Impfstoff-Kandidaten starten.

Einsatz vor 2021 unwahrscheinlich

Dass bereits in diesem Jahr ein erster zugelassener Impfstoff für die allgemeine Bevölkerung bereit steht, hält Cichutek für unwahrscheinlich.

Noch skeptischer äußerte sich Roche-Chef Severin Schwan, der erst für Ende 2021 mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus rechnet. Üblicherweise dauere die Entwicklung Jahre, dämpfte der Chef des Schweizer Pharmariesen die Hoffnung auf eine rasche Verfügbarkeit einer Immunisierung.

"Ich persönlich finde den geplanten Zeitrahmen von zwölf bis 18 Monaten angesichts der Herausforderungen ehrgeizig." Severin Schwan
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Für Jens Spahn ist es ein "gutes Signal": Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen Corona erteilt.

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