BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa/pa, Fotostand / Racocha
Bildrechte: dpa/pa, Fotostand / Racocha

Biontech und der Pfizer sprechen von ermutigenden Ergebnissen nach Impfstoff-Test.

1
Per Mail sharen

    Corona-Impfstoff: Biontech und Pfizer melden Erfolge nach Tests

    Nach Tests in den USA mit einem möglichen Corona-Impfstoff sprechen das Deutsche Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer von ermutigenden Ergebnissen. In der nächsten Studie wollen sie mit 30.000 gesunden Probanden arbeiten.

    1
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus sind das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer zumindest einen gewissen Schritt vorangekommen.

    Probanden entwickeln wirksame Antikörper

    Bei Tests in den USA entwickelten Probanden wirksame Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2. Das teilten Biontech und Pfizer am Mittwoch gemeinsam mit. Unklar ist noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen nun Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

    Die bereits erfolgten Tests in den USA umfassten 45 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. 24 davon bekamen je zwei Injektionen des Wirkstoffs - einige in etwas höherer Dosis. Zwölf Probanden erhielten letztlich nur einmal eine hohe Dosis, dieser Ansatz wurde aber nicht weiter verfolgt. Hinzu kam eine neunköpfige Kontrollgruppe, die zwei Dosen Placebo bekam. Sofern zwei Dosen verabreicht wurden, geschah dies im Abstand von drei Wochen.

    Laut Pharma-Konzernen: Keine schwerwiegende Nebenwirkungen

    Sieben Tage nach der zweiten Impfung wurden bei allen 24 Probanden mit zwei Impfungen Antikörper festgestellt, die das Virus Sars-CoV-2 in einem anschließenden Labortest ausschalten konnten. Diese Menschen zeigten auch eine deutlich stärkere Antikörperbildung als Menschen, die bereits mit Sars-COV-2 infiziert waren. Abhängig von der Impfstoff-Dosis hatten die Geimpften 1,8 oder 2,8 Mal mehr neutralisierende Antikörper gegen das Coronavirus gebildet.

    Zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kam es den Angaben von Biontech und Pfizer zufolge nicht, bei den Kandidaten mit zwei Impfungen seien lediglich "milde bis moderate lokale und systemische Reaktionen" zu beobachten gewesen. Die am häufigsten vorkommende lokale Reaktion sei ein Schmerz an der Einstichstelle gewesen.

    Unklar, ob Impfstoff vor einer Infektion schützt

    "Das sind ganz gute Signale", kommentiert Stephan Becker, Virologe an der Uni Marburg. Insbesondere sei gut, dass die Antikörperkonzentration höher sei als bei Menschen, die eine Infektion durchgemacht haben. Ob der Impfstoff-Kandidat tatsächlich vor einer Infektion schützt, zeigten die Ergebnisse aber nicht, sagte Becker.

    Zudem sei unklar, ob die Impfung zum Aufbau eines sogenannten Immungedächtnisses führt, also dass der Körper auf eine Infektion mit dem Coronavirus wirksam vorbereitet ist. Um das zu zeigen, müssen viele Tausend Menschen geimpft werden, um dann zu schauen, wie viele von ihnen sich unter realen Bedingungen mit dem Coronavirus infizieren. Becker ist an den Corona-Projekten von Biontech nicht beteiligt, kooperiert aber mit der Firma bei anderen Projekten.

    Bisher wenig Erfahrung mit RNA-Impfstoff-Kandidaten

    "Daten zur Immunantwort nach Impfung beim Menschen sind tatsächlich ein wichtiger und ermutigender Schritt auf dem Weg zu einem Impfstoff", sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek. Das gelte insbesondere bei einem RNA-Impfstoff wie diesem, denn es gebe noch keine solchen zugelassenen Human-Impfstoffe, und es sei weltweit auch wenig Erfahrung mit "präventiven RNA-Impfstoffen" da. Vor Biontech und Pfizer habe das Biotech-Unternehmen Moderna aus den USA die Induktion einer Immunantwort beim Menschen durch einen RNA-Impfstoff-Kandidaten bekanntgegeben. Dafür habe es nun also den weltweit zweiten Hinweis gegeben.

    Erste klinische Daten stimmen zuversichtlich

    Kathrin U. Jansen, Senior Vice President bei Pfizer und für die Impfstoff-Forschung zuständig, sagte, die ersten klinischen Daten stimmten zuversichtlich. Mit den bereits erfolgten und sich nun anschließenden Tests wollen Biontech und Pfizer die richtige Dosis für einen möglichen Impfstoff herausfinden. Es muss auch eine Auswahl getroffen werden, mit welchen Impfstoff-Kandidaten in einer großangelegten, globalen Studie mit über 30.000 gesunden Probanden gearbeitet wird. Die könnte - sofern sie von den Behörden genehmigt wird - im späten Juli 2020 beginnen.

    Noch sei BNT 162b1 in keinem Land der Welt für den Gebrauch zugelassen, betonten Biontech und Pfizer. BNT 162b1 ist der Name des Impfstoff-Kandidaten, zu dem nun die US-Ergebnisse vorliegen. Sollte der Impfstoff aber zugelassen werden, planen die Firmen, bis Ende dieses Jahres bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen und bis Ende kommenden Jahres möglicherweise mehr als 1,2 Milliarden Dosen herstellen zu können.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!