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Corona: Im Ausland festsitzende Deutsche werden zurückgeholt | BR24

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Bundesaußenminister Heiko Maas hat am Dienstagmorgen eine Reisewarnung für alle touristiscehn Reisen ausgesprochen. Diese sind somit ab sofort faktisch verboten.

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Corona: Im Ausland festsitzende Deutsche werden zurückgeholt

Die Bundesregierung will tausende wegen der Corona-Pandemie im Ausland gestrandete deutsche Touristen mit einer "Luftbrücke" zurückholen. Darüber hinaus sprach das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für touristische Reisen ins Ausland aus.

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Das Auswärtige Amt hat eine Rückholaktion für tausende Deutsche gestartet, die wegen Reisebeschränkungen in der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Außenminister Heiko Maas kündigte in Berlin an, dafür bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Vor allem gehe es zunächst um Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, den Philippinen, Ägypten und den Malediven. Der SPD-Politiker sprach von einer "Luftbrücke".

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Alle Reisenden, die davon profitieren möchten, sollen sich auf der Website des Auswärtigen Amtes informieren, sich in die Krisenvorsorgeliste eintragen und ihren Reiseveranstalter oder ihre Fluggesellschaft kontaktieren. Laut Maas wurde mit kommerziellen Fluganbietern vereinbart, ein "einmaliges Programm" zur Rückholung deutscher Touristen aufzulegen.

Weltweite Reisewarnung für touristische Reisen

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind deutsche Reisende besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

Das Auswärtige Amt hatte deswegen schon am Sonntag generell von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten. Jetzt hat die Bundesregierung sogar eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Ein solcher Schritt erfolgt nur bei einer Gefahr für Leib und Leben. In der Corona-Krise gab es bisher nur für die chinesische Ursprungsregion des Virus eine solche Warnung. "Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im Ausland stranden", begründete Maas den ungewöhnlichen Schritt. "Bitte bleiben Sie zu Hause."

Auswärtiges Amt: Jede Reise kritisch überprüfen

Im Warnhinweis auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes heißt es nun: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, und der weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist."

Das Risiko, das Reisenden wegen der zunehmenden Einschränkungen die Rückreise verwehrt bleibt, sei in vielen Ländern derzeit hoch. "Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften erfolgen teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung", warnt das Auswärtige Amt. Daher sollte jeder kritisch überprüfen, ob die geplante Reise ins Ausland "derzeit wirklich notwendig ist oder nicht verschoben werden kann".

EU schließt Außengrenzen

Die EU will nach Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron heute Mittag ihre gesamten Außengrenzen für 30 Tage schließen. Auch der Schengenraum - zu dem mehrere Nicht-EU-Staaten gehören - werde seine Außengrenzen schließen, sagte Macron am Montagabend in einer Fernsehansprache.

Bis dahin galt - wie das Auswärtige Amt auch auf seiner Internetseite schrieb - keine Einreisesperre für Deutschland - auch nicht für Einreisend aus Corona-Risikogebieten.

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