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Corona-Hotspots? Partys und Feste unter Verdacht | BR24

© picture-alliance/Christoph Soeder

Wie gefährlich ist Feiern in Corona-Zeiten?

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Corona-Hotspots? Partys und Feste unter Verdacht

Nicht nur Reiserückkehrer stehen im Fokus, wenn es um die Zunahme von Corona-Neuinfektionen geht. Auch Feste stehen unter Verdacht, das Virus zu verbreiten. Die Polizei in München löste mehrere Partys auf. Auch in Italien gibt es nun Konsequenzen.

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Die Neuinfektionszahlen steigen weiter. Doch sind daran nur die Urlaubsrückkehrer schuld? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte gestern in den Tagesthemen davor, die Gefahr von Feierlichkeiten zu unterschätzen. Häufig seien lokale Corona-Ausbrüche auf Familienfeiern zurückzuführen. Spahn: "Feierlichkeiten, Veranstaltungen - dort überträgt es sich sehr, sehr schnell. Deswegen finde ich, müssen wir mit den Ländern nochmal schauen: Was sind die Grenzen, was sind die Regeln für die Größen von Veranstaltungen."

Verstöße gegen Abstandsregeln: Polizei löst Partys auf

Tatsächlich scheinen viele Menschen Corona-müde zu sein: In der Landeshauptstadt und im Landkreis München beendete die Polizei am Wochenende zahlreiche Feiern und Privatpartys, bei denen massiv gegen die Abstandsregeln verstoßen wurde. Es kam zu zahlreichen Anzeigen gegen Partybetreiber. In vielen Fällen wurden Bußgelder wegen des Verstoßes gegen Corona-Auflagen verhängt.

Gastronomie warnt vor neuem Lockdown

Droht deshalb bald ein neuer Lockdown für Bars und Kneipen? Die Gastronomiebranche warnt bereits eindringlich vor den Folgen einer neuerlichen Verschärfung der Schutzmaßnahmen: "Ein zweiter Shutdown wäre eine Katastrophe für unsere Branche", so Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenbundesverbands (Dehoga) kürzlich in der "Passauer Neuen Presse".

Florian Herrmann: Derzeit keine Verschärfung der Regeln

Der Corona-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung, Florian Herrmann, gibt sich allerdings gelassen. Man müsse vor allem "vorsichtig und umsichtig" sein. Eine Absenkung der geltenden Obergrenzen für Veranstaltungen lehnt er ab. "Aktuell gibt es keinen Anlass, das nach unten zu fahren", sagte er im Interview mit B5-aktuell. Eine Lockerung sei aber auch nicht geplant. In ein paar Wochen will die bayerische Regierung die Lage neu bewerten, so Herrmann. "Das hat nichts mit Gängelung oder Ärgern zu tun. Sondern das sind logische Maßnahmen, die dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiterverbreitet."

Italien schließt Diskos bis mindestens 7. September

Nicht nur hierzulande sorgen sich Behörden angesichts der zunehmenden Sorglosigkeit von Feiernden: Italien schließt wegen steigender Corona-Infektionszahlen ab heute alle Diskotheken des Landes, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza mitteilte. Mindestens bis 7. September sollen die Nachtclubs und Diskotheken geschlossen bleiben. Das gilt auch für Tanz-Events im Freien wie Strand-Diskos. An öffentlichen Plätzen, die abends von vielen Menschen besucht werden, gilt Maskenpflicht.

Korea erlebt Infektionsanstieg durch Club-Besucher

Die koreanische Hauptstadt Seoul verzeichnete im Mai einen starken Anstieg von Infektionen hauptsächlich unter jungen Menschen. Die lokale Welle ließ sich auf wenige Super-Spreader zurückführen, die das Virus unter den Besuchern von Nachtclubs in Seoul verbreitet hatten.

© BR

Müssten in Deutschland neue Corona-Beschränkungen erlassen werden, dann will Gesundheitsminister Spahn, dass Schulen und Kitas den Regelbetrieb beibehalten können. Gleichzeitig rät er dazu, eine Zeit lang nur noch im engeren Familienkreis zu feiern.

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