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Hotspots in Bayern: Was gilt bei Reisen in andere Bundesländer? | BR24

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Schild "Zimmer Belegt" (Symbolbild)

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Hotspots in Bayern: Was gilt bei Reisen in andere Bundesländer?

Gasthäuser und Hotels in zahlreichen Bundesländern dürfen keine Menschen aus bayerischen Corona-Hot-Spots beherbergen, wo es laut RKI in sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab. Ein Überblick über die Einschränkungen.

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Keine Einschränkungen für Reisende aus bayerischen Corona-Hotspots gibt es aktuell in NRW, Niedersachsen, Bremen, Thüringen und in Bayern selbst. Insgesamt sehen sich Reisende aus bayerischen Corona-Hotspots aber einem Flickenteppich von Regelungen gegenüber: Zu einer bundesweiten Regelung konnten sich die Länder nicht durchringen, außerdem beinhalten die einzelnen Verordnungen der Länder zahlreiche Ausnahmen und weitere Sonderregeln. Grob zusammengefasst gelten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die strengsten Regeln für Reisende aus bayerischen Corona-Hotspots.

Mecklenburg-Vorpommern

Nach einer Landesverordnung (Corona-Lockerungs-LVO MV) dürfen Geschäftsreisende aus einem Risikogebiet nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen. Auch Personen, die zu Urlaubszwecken aus einem Risikogebiet nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, dürfen einreisen, wenn sie eine verbindliche Buchung für mindestens eine Übernachtung nachweisen können und zugleich einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Doch es gibt noch eine weitere Verordnung für Ein- und Rückreisende: die Quarantäneverordnung in Mecklenburg-Vorpommern.

Demnach sind Personen, die nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen und innerhalb von 7 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet (Region, in der laut RKI in einer Zeitspanne von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind) waren, verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern.

Bedeutet also zusammengefasst: Personen, die aus einem Risikogebiet kommen, dürfen grundsätzlich unter den oben genannten Voraussetzungen nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen und sich hier aufhalten, müssen sich jedoch für 14 Tage in Quarantäne begeben und absondern, wenn nicht das örtlich zuständige Gesundheitsamt eine Beendigung von der Quarantäne zulässt.

Dazu müssen die Betroffenen fünf bis sieben Tage nach Einreise einen zweiten Test durchführen lassen. Ist auch der zweite Test negativ, so kann das zuständige Gesundheitsamt die Quarantäne aufheben

Schleswig-Holstein

Für Reisende aus einem inländischen Risikogebiet nach Schleswig-Holstein gilt nach Einreise 14 Tage Quarantäne. Zudem muss sich der Reisende beim örtlichen Gesundheitsamt melden und darf in seiner Quarantäne keine Personen empfangen, die nicht zum Hausstand gehören.

Als Risikogebiete gelten in Schleswig-Holstein diejenigen Kreise/kreisfreien Städte, die auf der Webseite des Gesundheitsministerium des Landes Schleswig-Holstein veröffentlicht sind.

In Schleswig-Holstein besteht die Möglichkeit, die 14-tägige Quarantäne zu verkürzen. Dafür müssen Einreisende dem Gesundheitsamt zwei negative Corona-Tests in deutscher oder englischer Sprache vorlegen. Diese Tests sind nur für Einreisende aus dem Ausland kostenlos. Bei Einreise können dazu vorhandene Teststationen genutzt werden. Zwischen der Entnahme des Probenmaterials für die erste und zweite Testung müssen mindestens fünf Tage liegen. Zudem dürfen zwischen dem ersten Test und der Einreise nicht mehr als 48 Stunden liegen.

Brandenburg

Für Gäste aus sogenannten Corona-Hotspots (Region, in der laut RKI in einer Zeitspanne von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind) in Deutschland gilt in Brandenburg ein Beherbergungsverbot. Weitere Einschränkungen gibt es nicht.

Sachsen

In Sachsen gilt ebenfalls ein Beherbergungsverbot für Gäste aus sogenannten Corona-Hotspots. Dazu steht in § 3 Absatz 3 der sächsischen Corona-Schutzverordnung:

"Betreiber von Beherbergungsbetrieben dürfen keine Personen unterbringen, die aus einem Landkreis, einer Kreisfreien Stadt im Freistaat Sachsen oder im Bundesgebiet oder aus Stadtstaaten mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben."

Ausgenommen von dem Beherbergungsverbot sind Personen, die über einen negativen Corona-Test verfügen, der höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen wurde.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist entsprechend § 5 Abs. 1 der "8. Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt" die Beherbergung von Personen zu touristischen Zwecken untersagt, wenn diese aus einer Hotspot-Region anreisen.

Eine Beherbergung ist nur möglich, wenn die Gäste über ein ärztliches Zeugnis in deutscher oder in englischer Sprache verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus vorhanden sind. Das Testergebnis ist dem Betreiber des Beherbergungsbetriebs unverzüglich vorzulegen.

Etwaige Beschränkungen bei der Ein- oder Durchreise seien darüber hinaus nicht vorgesehen, so ein Sprecher des Ministeriums.

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat für Personen aus Corona-Hotspots ein Beherbergungsverbot erlassen. Dazu steht in § 3:

"In Baden-Württemberg ist es untersagt, in Beherbergungsbetrieben Gäste zu beherbergen, die sich in einem Land-, Stadtkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem der Schwellenwert von 50 neu gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen (Coronavirus) pro 100.000 Einwohner in den vorangehenden sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) überschritten wurde."

Ausnahme: § 3 gilt in Baden-Württemberg jedoch nicht für Gäste, die gegenüber dem Beherbergungsbetrieb nachweisen, dass keine Anhaltspunkte einer Infektion mit dem Coronavirus bei ihnen vorhanden sind.

Rheinland-Pfalz

Jeder der aus einem Risikogebiet nach Rheinland-Pfalz einreist, muss sich auf direktem Weg in die Quarantäne begeben und das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. Nach Einreise sind dem Gesundheitsamt innerhalb von zwei Wochen Symptome mitzuteilen.

Ausgenommen von dieser Regel sind Personen, die einen negativen Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorlegen können. Außerdem sind von der Quarantäneregelung nicht erfasst beispielsweise Pendler, Reisende, die sich weniger als 72 Stunden in Rheinland-Pfalz aufhalten, Personen, die aus medizinischen Gründen nach Rheinland-Pfalz kommen oder mehrwöchige Arbeitsaufenthalte bei Absonderung und Einhaltung von entsprechenden Hygienemaßnahmen.

Saarland

Ganz ähnlich wie in Rheinland-Pfalz sind die Regelungen im Saarland. Es gilt aktuell ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten. Ausgenommen von dieser Regel sind Personen, die einen negativen Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorlegen können. Außerdem gilt das Beherbergungsverbot nicht für Personen, die aus zwingenden beruflichen Gründen oder aus medizinischen Gründen ins Saarland reisen. Auch wird bei triftigen Reisegründen, wie Pflege oder Besuch von Angehörigen, eine Ausnahme gemacht.

Hessen

Übernachtungsbetriebe dürfen entsprechend der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung keine Personen aufnehmen, die aus Gebieten außerhalb Hessens mit erhöhtem Infektionsrisiko kommen. Als Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko gelten Regionen, in denen in einer Zeitspanne von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind.

Darüber hinausgehende Regelungen sind derzeit nicht Bestandteil der Verordnungen des Landes. Es besteht insbesondere keine Absonderungspflicht nach der Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus.

Hamburg

Reisende aus einem Risikogebiet (Definition laut RKI wie oben) dürfen in Hamburg nicht mit touristischem Aufenthaltszweck beherbergt werden (s. § 16 der aktuell geltenden Rechtsverordnung).

Eine Quarantänepflicht für Hamburgerinnen und Hamburger, die aus diesen Städten bzw. Landkreisen zurückkehren, besteht hingegen nicht. Stattdessen müssen Gegenmaßnahmen dort ergriffen werden, wo der Wert 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner übersteigt. Das hat laut einer Sprecherin der Sozialbehörde Hamburg das Ziel, auch bei regionalen Geschehen Eindämmungen vornehmen zu können, ohne gleich das restliche Land einschränken zu müssen.

Berlin

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung beantwortet eine BR-Anfrage hinsichtlich Aufenthalts- und Beherbergungsverboten wie folgt: "Die Bewertung von innerdeutschen Risikoregionen erfolgt durch ein behördlich formalisiertes Verfahren. Der Eintrag kann entfallen, wenn sich die Zahlen/ Inzidenzen kurzfristig wieder ändern."

Keine Reisebeschränkungen:

Bremen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen

In Bremen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen gelten keine besonderen Einschränkungen für Personen aus bayerischen Hot-Spots hinsichtlich der Einreise und des Aufenthalts.

Niedersachsen

Die aktuelle niedersächsische Corona-Verordnung sieht derzeit nicht vor, dass bei einer 7-Tage-Inzidenz mit einem Schwellenwert über 50 neu gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb Deutschlands automatisch ein Einreise- bzw. Beherbergungsverbot greift oder Quarantäneauflagen angeordnet werden.

"Wir beobachten in Niedersachsen das Infektionsgeschehen sehr genau. Steigt die Inzidenz in einem Landkreis, nehmen unsere Expertinnen und Experten des Landesgesundheitsamtes Kontakt mit den betroffenen Gesundheitsämtern auf und sondieren die Lage ganz gezielt. Bei der Beurteilung der Lage spielen Fragen eine Rolle, ob die steigenden Werte konkreten Ausbruchsgeschehen zugeordnet werden können und ob die Ausbreitung des Virus durch die vor Ort zuständigen Behörden durch lokal angeordnete Maßnahmen eingedämmt wir", so eine Sprecherin des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Keine Beschränkungen innerhalb Bayerns

Im Freistaat selbst gelten keine Beschränkungen für Personen aus bayerischen Corona-Hot-Spots. Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums schreibt dazu auf BR-Anfrage: "Bislang wurden durch das bayerische Gesundheitsministerium keine Risikogebiete im Sinne des Beherbergungsverbotes im Bayerischen Ministerialblatt bekannt gegeben, sodass es derzeit keine Reisenden gibt, die von dem Beherbergungsverbot nach § 14 Abs. 2 der 6.BayIfSMV betroffen sind." Für Reisende aus bayerischen Corona-Hot-Spots gelten somit also keine Beschränkungen in Bayern.

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Die Corona-Infektionszahlen steigen in und um Bayern herum. Wurden die Regelungen zu früh gelockert? Wie ist die Situation für Pendler in Risikogebiete? Coronabeauftragter der Staatsregierung, Fliran Herrmann Im Rundschau-Interview.